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Schweizer gehen gegen Rassismus auf die Strasse
Aus Tagesschau vom 06.06.2020.
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«Black Lives Matter» Tausende demonstrieren in Schweizer Städten

Am Wochenende haben in verschiedenen Schweizer Städten mehrere tausend Menschen gegen Rassismus demonstriert. In Lausanne, Basel, Zürich, Bern und Neuenburg protestierten sie unter dem Slogan «Black Lives Matter» gegen Diskriminierung und Polizeigewalt gegen Schwarze.

In Lausanne gingen am Sonntagnachmittag mehr als 2000 Menschen gegen Rassismus auf die Strasse. Die Kundgebung war nicht genehmigt. Die Polizei war zwar präsent, griff aber nicht ein.

Grossaufmarsch in Basel

Über 5000 Menschen haben sich am frühen Samstagnachmittag in Basel zu einer unbewilligten Kundgebung versammelt. Die Polizei zeigte Präsenz, verteilte Flugblätter mit den geltenden Verhaltensrichtlinien, griff aber nicht ein.

Zehntausende demonstrieren weltweit

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Nicht nur in der Schweiz haben die Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Auch in mehreren Städten Frankreichs gingen erneut zahlreiche Menschen auf die Strasse. Sie versammelten sich am Samstag etwa in Paris, Lyon, Lille oder Rennes. Die Pariser Polizei hatte wegen der Covid-19-Pandemie etliche Proteste in der Stadt verboten.

In Deutschland versammelten sich allein am Berliner Alexanderplatz nach Polizeiangaben rund 15'000 Teilnehmer, die Veranstalter hatten mit 1500 Teilnehmern gerechnet. In München gingen etwa 20'000 Demonstranten auf die Strasse.

Weitere Demonstrationen gab es in London, Sydney, Tokio und Seoul. Mit der grössten Demonstration wird im Laufe des Samstags in Washington gerechnet.

Schutzmasken wurden verteilt und fast durchgehend getragen. Derzeit sind in der Schweiz trotz Lockerungsmassnahmen nur Versammlungen mit bis zu 300 Personen erlaubt.

Gegen Gewalt

Unter dem Slogan «Black Lives Matter» protestierten die Anwesenden auf dem Barfüsserplatz und der Mittleren Rheinbrücke gegen Diskriminierung und Polizeigewalt gegen Schwarze.

Die Stimmung war friedlich, wie Reporter von SRF und Keystone-SDA vor Ort berichten. Die Demonstrierenden trugen Schilder mit den Aufschriften «Black lives matter» oder «White silence = violence». Rednerinnen erzählten von ihren eigenen täglichen Erfahrungen von Rassismus in der Schweiz.

Polizisten knieten nieder

Sachbeschädigungen seien keine festgestellt worden, sagte ein Polizeisprecher. Man habe aus Gründen der Verhältnismässigkeit und um Eskalationen zu vermeiden, darauf verzichtet, die Kundgebung aufzulösen.

Im Gegenteil sogar: Als sich die Kundgebungsteilnehmenden auf der Mittleren Brücke über den Rhein zu mehreren Schweigeminuten hinsetzten, waren Polizisten zu sehen, die sich solidarisch niederknieten.

Demonstrationszug in Zürich

Auch in Zürich versammelten sich rund 1000 Demonstrierende, wie die Stadtpolizei einem Reporter von SRF bestätigte. Teilnehmende, teilweise mit Gesichtsmasken, versammelten sich vor dem Hauptbahnhof Zürich in der Bahnhofstrasse bis zur Pestalozzi-Anlage (Globus) und auf dem Helvetiaplatz. Auch in Zürich verlief die Kundgebung friedlich.

Die Polizei nahm jedoch eine Frau fest, die nach Angaben der Stadtpolizei Zürich als Organisatorin der illegalen Demonstration erkannt wurde. Eine zweite Person hat die Polizei wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte an die Staatsanwaltschaft verzeigt.

Kleine symbolische Aktion in Bern

In Bern protestierten am Samstagnachmittag ein paar Dutzend Menschen mit einer symbolischen Aktion gegen Rassismus. Sie setzten sich im Halbkreis auf den Bahnhofplatz und trugen Hygienemasken mit der Aufschrift «can‘t breathe». Auch in Biel hatten bereits am Freitag mehr als 1000 Menschen unter diesem Slogan gegen Rassismus demonstriert.

In Neuenburg fand am Samstag eine bewilligte Kundgebung mit 500 Personen in zwei Gruppen statt. Die Begrenzung von 300 Personen der Behörden konnte entsprechend eingehalten werden. Laut der Kantonspolizei Neuenburg verlief die Kundgebung ruhig; die Demonstrierenden hätten alle Schutzmasken getragen, hiess es.

Bereits am Freitag hatten in Biel/Bienne mehr als 1000 Menschen unter diesem Slogan gegen Rassismus demonstriert

Trotz den noch geltenden Corona-Beschränkungen sind in vielen europäischen Städten in den letzten Tagen tausende Menschen auf die Strassen gegangen. Auslöser ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA.

SRF 4 News, 06.06.2020, 14:00 Uhr;

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57 Kommentare

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  • Kommentar von Ronny Nemetz  (RonnyRonson)
    Geht doch in die USA demonstrieren znd gefährdet hier in Europa keine Personen. Vergessen....Corona. Was glaubt ihr was das bringt in der Schweiz zu demonstrieren. Bin ja mal gespannt ob, wenn es soweit ist, die Alle auch für das Pflegepersonal auf die Strasse gehen
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  • Kommentar von Ben Schult  (BenSchu)
    Demos liegen halt einfach im Trend, man hat ja sonst nichts zu tun, dann geht man halt mal auf die Strasse. Ist halt cool...Hauptsache man kann dann damit prahlen dass man dabei war. Man fotografiert und filmt sich dabei, stellt es ins Netz. Dafür kriegt man ja Likes auf Facebook, Insta, TickTock, Youtube, Snapchat...oder hey...vielleicht wird man ja sogar von einem TV Sender entdeckt. Ich denke das ist die wahre Motivation von vielen, die an solchen Demos teilnehmen.
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    1. Antwort von Felice Limacher  (Felimas)
      Auch wenn jemand wenig begreifft, aber intelligent wäre anderst.
      Solche Hähme ist unterste Schublade. Sie müssen weder an Demos teilnehmen, noch damit einverstanden sein. Aber wenns Sie solche Sachen schreiben, haben Sie die Anliegen der Demonstranten überhaupt nicht verstanden, also müssen Sie auch nicht so haltloses Zeugs schreiben.
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    2. Antwort von Jack Hauser  (apache64)
      Ben Schult kann ich zum Artikel nur gratulieren. Genau so ist es mit diesen Demonstranten. Die Oberlinken haben wieder einen Grund auf die Strasse zu gehen und wie meist ohne Bewilligung. Ein Verbrecher wird zur Ikone gemacht.
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
    Was ich nicht ganz verstehe ist die Tatsache, z.B. in Afrika tagtäglich dunkelhäutige Menschen ermordet werden, sogar "Black" Kinder ermordet werden oder zu Mörder gemacht werden. Da hat niemand demonstriert. Sind die aus Afrika und dann gleichgültig?
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