Das Blumenmeer wächst beim grossen Kreisel neben der Bar «Le Constellation». Ständig kommen neue Bouquets dazu, daneben Menschen, die trauern. Wie der 23-jährige Alain. Er lebt und arbeitet hier. Sein Freund war in der Bar, jetzt ist er tot.
Crans-Montana ist eine Familie, keine Grossstadt wie New York.
Die Familien weinten um ihre Kinder, schrecklich sei das. Eine Freundin von Alain liegt im Spital, bewusstlos, Verbrennungen dritten Grades. Alain hat sie besucht. Noch immer ist er geschockt. Crans-Montana sei eine Familie, keine Grossstadt wie New York. Jeder kenne jeden hier.
Der 24-jährige Enzo ist aus dem Nachbarort Sierre gekommen, um Blumen niederzulegen. Crans-Montana sei populär bei Alt und Jung. Direkt kennt er kein Opfer der Brandkatastrophe. Doch Freunde von Freunden seien betroffen, erzählt der junge Mann. Seine Freundin spricht nicht ins Mikrofon. Sie sagt aber, dass sie immer zusammenzucke, wenn ihr Telefon klingle. Sie habe Angst, dass doch noch eine schlechte Nachricht komme.
Gemischte Gefühle
Noch immer sind nicht alle Opfer identifiziert. Und in die Trauer der Jungen mischt sich Wut. Wut über den fahrlässigen Umgang mit der Sicherheit in der Bar. Das müsste nun angegangen werden, erklärt Enzo. Besonders im Ausgehmilieu, das so viele Leute anziehe. Die 22-jährige Lea erklärt, dass im «Constellation» seit Jahren so gefeiert worden sei. Mit Indoor-Feuerwerk an Champagnerflaschen direkt unter der Schaumstoffdecke. Ein tödlicher Mix, wie nun immer offensichtlicher wird.
Vor einigen Jahren war Lea selbst noch da, sie hätte selbst im Inferno enden können. Heute feiere sie etwas ruhiger, sagt die Genferin, die jedes Jahr nach Crans-Montana kommt. Nun überlege sie sich, früher abzureisen. Die Stimmung sei düster, alle seien traurig und deprimiert. Aber dass sich in Crans-Montana langfristig etwas ändere, glaube sie nicht. Der Ort sei schon immer eine Party-Destination gewesen.
Eltern weinen, Kinder lachen
Und ein Ort der Gegensätze. Während Dutzende Kameras den Kondolenzbesuch des italienischen Aussenministers einzufangen versuchen, holpern nebenan Touristinnen und Touristen in Skischuhen vorbei. Während beim Kongresszentrum Angehörige mit verweinten Augen in ihre Autos steigen, läuft wenige Schritte nebenan der Kinderskilift auf Hochtouren.
Doch Alain, der seinen Freund in der Bar verloren hat, ist auch 36 Stunden nach der tödlichen Brandkatastrophe noch fassungslos. All diese jungen Opfer. In diesem Alter, so Alain, sei noch nicht der Moment zu gehen.
-
Bild 1 von 26. Menschen zollen den Opfern Respekt. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
-
Bild 2 von 26. Kerzen für die Opfer. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
-
Bild 3 von 26. Zahlreiche Menschen legten in Crans-Montana Blumen nieder. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
-
Bild 4 von 26. Die Trauer ist gross. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
-
Bild 5 von 26. Währenddessen gehen die Ermittlungsarbeiten weiter. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Baz Ratner.
-
Bild 6 von 26. Der italienische Aussenminister Antonio Tajani (2. von links) hat Crans-Montana besucht. Links der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard. Bildquelle: Keystone/EPA/GIUSEPPE LAMI.
-
Bild 7 von 26. Gemeinsam mit dem Walliser Staatsratspräsidenten legte der italienische Aussenminister unweit des Unglücksortes einen Blumenstrauss nieder. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
-
Bild 8 von 26. Die Betroffenheit aus der Bevölkerung ist einen Tag nach der Katastrophe... Bildquelle: SRF.
-
Bild 9 von 26. ... in der Gemeinde spürbar. Bildquelle: SRF.
-
Bild 10 von 26. Die Bar «Le Constellation» – der Ort des Unglücks am Tag danach. Bildquelle: SRF.
-
Bild 11 von 26. Das Medieninteresse auch aus dem Ausland ist nach wie vor gross. Bildquelle: SRF.
-
Bild 12 von 26. Die Schweizer Flaggen am Bundeshaus wehen für fünf Tage auf Halbmast. Die Waadtländer Kantonsregierung folgte dem Beispiel. Bildquelle: KEYSTONE/Anthony Anex.
-
Bild 13 von 26. Vor dem abgesperrten Gebiet um den Unglücksort versammelten sich am Donnerstagabend hunderte Trauernde. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.
-
Bild 14 von 26. Die Menschen in Crans-Montana sind tief betroffen. Bildquelle: REUTERS/Stephanie Lecocq.
-
Bild 15 von 26. Unter den Opfern befinden sich viele junge – teils minderjährige – Menschen. Bildquelle: Alessandro della Valle/Keystone via AP.
-
Bild 16 von 26. Am Donnerstagabend fand eine Gedenkmesse in der katholischen Kirche in Crans-Montana statt. Bildquelle: EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE.
-
Bild 17 von 26. Am Donnerstagnachmittag machte sich Bundespräsident Guy Parmelin vor Ort ein Bild der Lage. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
-
Bild 18 von 26. Bestattungsfahrzeuge vor dem Unglücksort: Die Walliser Behörden gehen von rund 40 Todesopfern aus. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
-
Bild 19 von 26. Eine Vielzahl von Kriminaltechnikerinnen und -technikern war vor Ort, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Bildquelle: REUTERS/Denis Balibouse.
-
Bild 20 von 26. Die Menschen in Crans-Montana stehen nach der Katastrophennacht unter Schock. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
-
Bild 21 von 26. Die Rega setzte für die Versorgung und Verlegung von Brandopfern auch Ambulanzflugzeuge ein. Bildquelle: REUTERS/Pierre Albouy.
-
Bild 22 von 26. Die Behörden sprachen an der ersten Medienkonferenz am Donnerstagvormittag noch von «Dutzenden Verstorbenen». Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
-
Bild 23 von 26. Chaotisch zurückgelassene Stühle, angelaufene Scheiben, ein Turnschuh: Blick in das Innere der ausgebrannten Bar «Le Constellation». Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
-
Bild 24 von 26. Im Rettungseinsatz standen 13 Helikopter, 42 Ambulanzen und 150 Sanitäterinnen und Sanitäter. Bildquelle: X/Osint World.
-
Bild 25 von 26. Was als Neujahrsfest über die Bühne gehen sollte, endete für viele in einem Drama. Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
-
Bild 26 von 26. Die Bar «Le Constellation» steht in Flammen. Die Einsatzkräfte wurden um 01:30 Uhr alarmiert. Bildquelle: Screenshot/Social Media/X@Tyroneking36852.