Wahrscheinliche Brandursache: Laut der Kantonspolizei Wallis deutet nach Abschluss der ersten Ermittlungen alles darauf hin, dass das Feuer im Zusammenhang mit der Verwendung von sogenannten «Fontänen» ausgebrochen ist. Dabei handle es sich um «nichtmetallische Hülsen, die einen funken- und flammenerzeugenden pyrotechnischen Satz enthalten und zum Stellen auf den Boden, zum Befestigen an einer Halterung oder zum Halten in der Hand vorgesehen sind». Diese seien wohl auf Champagnerflaschen angebracht worden und zu nahe an die Decke gekommen. Dort habe sich das Feuer rasch zu einem Brand entwickelt.
Strafuntersuchung: Die Staatsanwaltschaft Wallis hat am Samstag eine Strafuntersuchung gegen die beiden Barbetreiber eröffnet, dies auf der Basis der ersten Ermittlungsergebnisse. «Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen», heisst es in einer Mitteilung. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wie die Polizei am Sonntag mitteilt, wird für die Betreiber keine U-Haft angeordnet, da keine Fluchtgefahr oder andere Gründe für Zwangsmassnahmen bestünden.
Fortschritt der Ermittlungen: Die Ermittler legen ihren Fokus weiter auf den Lärmschutzschaumstoff, der an der Decke angebracht war. Generell untersuchen sie laut Staatsanwaltschaft insbesondere die Umbauten in der Bar, die verwendeten Materialien, die Betriebsgenehmigungen und die Sicherheitsvorkehrungen. Zu Letzteren gehören Löschmittel, Brandschutzvorschriften und Evakuierungswege.
So kommt es zu einem «Flashover»
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Bild 1 von 6. In der sogenannten Entstehungsphase brennen zuerst ein oder mehrere Gegenstände in einem Raum. Die Behörden gehen davon aus, dass dies in der Bar in Crans-Montana zunächst die Decke war. Bildquelle: SRF .
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Bild 2 von 6. Diese brennenden Gegenstände bilden Verbrennungsgase und Pyrolysegase. Bildquelle: SRF .
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Bild 3 von 6. Der entstandene Rauch kann nicht durch Raumöffnungen abgeführt werden. Es kommt an der Decke zu einem Wärmestau. Bildquelle: SRF .
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Bild 4 von 6. Die stark erwärmte Rauchschicht schickt auf weitere Einrichtungsgegenstände eine immer heissere Wärmestrahlung aus. Gleichzeitig wird es im Brandraum immer heisser. Bildquelle: SRF .
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Bild 5 von 6. Die Oberflächen der brennbaren Gegenstände werden immer heisser und pyrolisieren aus. Bildquelle: SRF .
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Bild 6 von 6. Schliesslich gehen sie schlagartig in Flammen auf. Der ganze Raum steht in Vollbrand. Die Temperatur liegt bei etwa 1000 Grad oder mehr. Ein Überleben ist dann kaum mehr möglich. Bildquelle: SRF .
Identifizierung der Opfer: Bisher sind 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer der Brandkatastrophe wurden bis am Sonntagabend identifiziert.
Viele der Opfer sind minderjährig, die jüngsten sind 14 Jahre alt.
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Bild 1 von 35. Ein Meer aus Kerzen – Crans-Montana am Abend des 4.1.2026. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Antonio Calanni.
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Bild 2 von 35. Feuerwehrleute und Hunderte Menschen trauern an der Gedenkstätte vor dem Unglücksort. Bildquelle: REUTERS/Umit Bektas .
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Bild 3 von 35. Trauermarsch in Crans-Montana am Sonntag. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
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Bild 4 von 35. Gedenkmesse für die Opfer der Brandkatastrophe: Feuerwehrleute stehen während der Messe vor der Chapelle Saint-Christophe de Crans zu Ehren der Opfer. Bildquelle: REUTERS/Lisa Leutner.
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Bild 5 von 35. Bischof Jean-Marie Lovey begrüsst Nicolas Feraud, Präsident von Crans-Montana, vor dem Start des Gedenkgottesdiensts. Bildquelle: Jean-Christophe Bott/Pool via REUTERS.
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Bild 6 von 35. Ein Kind kniet vor einer Gedenkstätte mit Blumen vor dem Unglücksort. Bildquelle: REUTERS/Umit Bektas.
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Bild 7 von 35. Bundesrat Beat Jans hat am Samstagnachmittag den Unglücksort besucht und Blumen niedergelegt. Bildquelle: AP Photo/Baz Ratner.
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Bild 8 von 35. Nach der Brandkatastrophe ist die Trauer in Crans-Montana gross. Bildquelle: REUTERS/Lisa Leutner .
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Bild 9 von 35. Blumenmeer für die Opfer. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.
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Bild 10 von 35. Menschen zollen den Opfern Respekt. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 11 von 35. Kerzen für die Opfer. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
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Bild 12 von 35. Zahlreiche Menschen legten in Crans-Montana Blumen nieder. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 13 von 35. Die Trauer ist gross. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
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Bild 14 von 35. Währenddessen gehen die Ermittlungsarbeiten weiter. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Baz Ratner.
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Bild 15 von 35. Der italienische Aussenminister Antonio Tajani (2. von links) hat Crans-Montana besucht. Links der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard. Bildquelle: Keystone/EPA/GIUSEPPE LAMI.
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Bild 16 von 35. Gemeinsam mit dem Walliser Staatsratspräsidenten legte der italienische Aussenminister unweit des Unglücksortes einen Blumenstrauss nieder. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 17 von 35. Die Betroffenheit aus der Bevölkerung ist einen Tag nach der Katastrophe... Bildquelle: SRF.
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Bild 18 von 35. ... in der Gemeinde spürbar. Bildquelle: SRF.
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Bild 19 von 35. Die Bar «Le Constellation» – der Ort des Unglücks am Tag danach. Bildquelle: SRF.
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Bild 20 von 35. Das Medieninteresse auch aus dem Ausland ist nach wie vor gross. Bildquelle: SRF.
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Bild 21 von 35. Die Schweizer Flaggen am Bundeshaus wehen für fünf Tage auf Halbmast. Die Waadtländer Kantonsregierung folgte dem Beispiel. Bildquelle: KEYSTONE/Anthony Anex.
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Bild 22 von 35. Vor dem abgesperrten Gebiet um den Unglücksort versammelten sich am Donnerstagabend hunderte Trauernde. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.
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Bild 23 von 35. Die Menschen in Crans-Montana sind tief betroffen. Bildquelle: REUTERS/Stephanie Lecocq.
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Bild 24 von 35. Unter den Opfern befinden sich viele junge – teils minderjährige – Menschen. Bildquelle: Alessandro della Valle/Keystone via AP.
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Bild 25 von 35. Am Donnerstagabend fand eine Gedenkmesse in der katholischen Kirche in Crans-Montana statt. Bildquelle: EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE.
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Bild 26 von 35. Am Donnerstagnachmittag machte sich Bundespräsident Guy Parmelin vor Ort ein Bild der Lage. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 27 von 35. Bestattungsfahrzeuge vor dem Unglücksort: Die Walliser Behörden gehen von rund 40 Todesopfern aus. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 28 von 35. Eine Vielzahl von Kriminaltechnikerinnen und -technikern war vor Ort, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Bildquelle: REUTERS/Denis Balibouse.
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Bild 29 von 35. Die Menschen in Crans-Montana stehen nach der Katastrophennacht unter Schock. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 30 von 35. Die Rega setzte für die Versorgung und Verlegung von Brandopfern auch Ambulanzflugzeuge ein. Bildquelle: REUTERS/Pierre Albouy.
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Bild 31 von 35. Die Behörden sprachen an der ersten Medienkonferenz am Donnerstagvormittag noch von «Dutzenden Verstorbenen». Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 32 von 35. Chaotisch zurückgelassene Stühle, angelaufene Scheiben, ein Turnschuh: Blick in das Innere der ausgebrannten Bar «Le Constellation». Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
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Bild 33 von 35. Im Rettungseinsatz standen 13 Helikopter, 42 Ambulanzen und 150 Sanitäterinnen und Sanitäter. Bildquelle: X/Osint World.
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Bild 34 von 35. Was als Neujahrsfest über die Bühne gehen sollte, endete für viele in einem Drama. Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
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Bild 35 von 35. Die Bar «Le Constellation» steht in Flammen. Die Einsatzkräfte wurden um 01:30 Uhr alarmiert. Bildquelle: Screenshot/Social Media/X@Tyroneking36852.
Informationen zu Verletzten: Von den 119 Verletzten waren am Freitagnachmittag 113 identifiziert, wie der Walliser Polizeikommandant Frédéric Gisler bekanntgab. 71 von ihnen stammen aus der Schweiz, 14 aus Frankreich, 11 aus Italien, 4 aus Serbien. Aus Bosnien, Polen, Belgien, Luxemburg und Portugal stammt je eine verletzte Person. In den übrigen Fällen ist die Nationalität noch nicht bekannt. Rund 60 Patienten befinden sich in Walliser Spitälern, 60 weitere in anderen Schweizer Spitälern, darunter in den beiden Spezialkliniken für Brandverletzungen in Zürich und Lausanne.
Hilfe aus dem Ausland: Wegen der vielen Opfer mit schwersten Verbrennungen hat die Schweiz die Aktivierung des EU-Katastrophenmechanismus beantragt. Über dieses Verfahren koordiniert die EU Hilfe bei grösseren Katastrophen in Mitgliedsstaaten und gewissen Nicht-EU-Ländern. 50 Patienten und Patientinnen aus dem Ausland und der Schweiz werden in ausländische Spitäler gebracht. In einer ersten Phase habe für alle 119 Verletzten eine Erstversorgung in Schweizer Spitälern sichergestellt werden können, schreibt der Bund. Die Kapazitäten in der Schweiz reichten aber nicht aus, um die Brandopfer langfristig behandeln zu können.