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Brandkatastrophe im Wallis Opfer, Brandursache, Strafuntersuchung: Das ist bekannt

Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana sind noch viele Fragen offen – eine Zwischenbilanz.

Wahrscheinliche Brandursache: Laut der Kantonspolizei Wallis deutet nach Abschluss der ersten Ermittlungen alles darauf hin, dass das Feuer im Zusammenhang mit der Verwendung von sogenannten «Fontänen» ausgebrochen ist. Dabei handle es sich um «nichtmetallische Hülsen, die einen funken- und flammenerzeugenden pyrotechnischen Satz enthalten und zum Stellen auf den Boden, zum Befestigen an einer Halterung oder zum Halten in der Hand vorgesehen sind». Diese seien wohl auf Champagnerflaschen angebracht worden und zu nahe an die Decke gekommen. Dort habe sich das Feuer rasch zu einem Brand entwickelt.

Funken an der Decke eines Raumes mit Rauch und Lichtern.
Legende: Augenblicke vor der Katastrophe fängt die Decke Feuer. Das Faktencheck-Team von SRF hat dieses Foto als glaubwürdig eingestuft. Screenshot/X

Strafuntersuchung: Die Staatsanwaltschaft Wallis hat am Samstag eine Strafuntersuchung gegen die beiden Barbetreiber eröffnet, dies auf der Basis der ersten Ermittlungsergebnisse. «Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen», heisst es in einer Mitteilung. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wie die Polizei am Sonntag mitteilt, wird für die Betreiber keine U-Haft angeordnet, da keine Fluchtgefahr oder andere Gründe für Zwangsmassnahmen bestünden.

Das ist passiert

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Bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» in der Walliser Tourismusdestination Crans-Montana sind in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen. Über hundert Personen wurden grösstenteils schwer verletzt. Gegen 1:30 Uhr habe eine Person den Brand gemeldet. Laut Polizei sind zwei Minuten später erste Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

Die Walliser Behörden sprechen von einem plötzlichen Brand, einem sogenannten Flashover. Dieses sich plötzlich ausbreitende Feuer habe eine oder mehrere Explosionen ausgelöst. Unter einem Flashover wird der schlagartige Übergang von einem lokal begrenzten Feuer zu einem Vollbrand verstanden.

Fortschritt der Ermittlungen: Die Ermittler legen ihren Fokus weiter auf den Lärmschutzschaumstoff, der an der Decke angebracht war. Generell untersuchen sie laut Staatsanwaltschaft insbesondere die Umbauten in der Bar, die verwendeten Materialien, die Betriebsgenehmigungen und die Sicherheitsvorkehrungen. Zu Letzteren gehören Löschmittel, Brandschutzvorschriften und Evakuierungswege.

So kommt es zu einem «Flashover»

Identifizierung der Opfer: Bisher sind 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer der Brandkatastrophe wurden bis am Sonntagabend identifiziert.

Die 40 Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana

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Meer von Kerzen.
Legende: Ein Meer von Kerzen für die Opfer – Crans-Montana am Abend des 4.1.2026. Keystone/AP Photo/Antonio Calanni

Bis am Sonntagabend sind alle 40 Opfer identifiziert worden. Laut Angaben der Walliser Kantonspolizei handelt es sich um 21 Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit, neun Französinnen und Franzosen, darunter eine Französin mit Schweizer Staatsbürgerschaft und eine Person mit dreifacher Staatsbürgerschaft (Frankreich/Israel/Grossbritannien), sechs Italienerinnen und Italiener, darunter einen Italiener mit emiratischer Staatsbürgerschaft, eine Belgierin, eine Portugiesin, einen Rumänen und einen Türken.

Die Opfer sind zwischen 14 und 39 Jahre alt, viele sind minderjährig. Das jüngste Opfer ist eine 14-jährige Schweizerin.

Unter den 119 Verletzten sind mehr als 70 Schweizerinnen und Schweizer, 14 französische, 11 italienische, mehrere serbische Staatsangehörige sowie einzelne Angehörige anderer Länder.

Viele der Opfer sind minderjährig, die jüngsten sind 14 Jahre alt.

Nationaler Trauertag geplant

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Die Fahnen auf dem Bundeshaus wurden am Neujahrstag für fünf Tage auf Halbmast gesetzt. Verschiedene Kantone und Städte folgten dem Beispiel.

Zudem hat der Bund auf seiner Website ein Kondolenzbuch eröffnet. Trauernde können dort eine Nachricht hinterlassen.

Am 4. Januar fand ein Gedenkgottesdienst in der Chapelle Saint-Christophe de Cransfür die Brandopfer statt. Am 9. Januar ist in Crans-Montana eine Feier zu Ehren der Verstorbenen und Verletzten vorgesehen. Zeitgleich plant der Bund einen nationalen Trauertag.

Informationen zu Verletzten: Von den 119 Verletzten waren am Freitagnachmittag 113 identifiziert, wie der Walliser Polizeikommandant Frédéric Gisler bekanntgab. 71 von ihnen stammen aus der Schweiz, 14 aus Frankreich, 11 aus Italien, 4 aus Serbien. Aus Bosnien, Polen, Belgien, Luxemburg und Portugal stammt je eine verletzte Person. In den übrigen Fällen ist die Nationalität noch nicht bekannt. Rund 60 Patienten befinden sich in Walliser Spitälern, 60 weitere in anderen Schweizer Spitälern, darunter in den beiden Spezialkliniken für Brandverletzungen in Zürich und Lausanne.

Blick auf weisse Fliesstücher, welche die Bar «Le Constellation» verhüllen.
Legende: Weisse Fliesstücher verhüllen den Eingang zur Bar «Le Constellation». KEYSTONE / Jean-Christophe Bott

Hilfe aus dem Ausland: Wegen der vielen Opfer mit schwersten Verbrennungen hat die Schweiz die Aktivierung des EU-Katastrophenmechanismus beantragt. Über dieses Verfahren koordiniert die EU Hilfe bei grösseren Katastrophen in Mitgliedsstaaten und gewissen Nicht-EU-Ländern. 50 Patienten und Patientinnen aus dem Ausland und der Schweiz werden in ausländische Spitäler gebracht. In einer ersten Phase habe für alle 119 Verletzten eine Erstversorgung in Schweizer Spitälern sichergestellt werden können, schreibt der Bund. Die Kapazitäten in der Schweiz reichten aber nicht aus, um die Brandopfer langfristig behandeln zu können.

Kontakt für Angehörige

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Für Angehörige ist eine psychologische Betreuungsstelle eingerichtet und eine Hotline aufgeschaltet worden: 
0848 112 117

Die Behörden rufen die Bevölkerung zu Zurückhaltung und Respekt gegenüber den Familien der Opfer auf.

SRF 1, 2.1.2026, 15 Uhr ; 

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