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Brandkatastrophe Crans-Montana Koordinatoren für französische Opfer – Italien nimmt Aussagen auf

  • Das französische Justizministerium hat zwei Koordinatoren ernannt, welche die französischen Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana betreuen werden.
  • Die nationalen Koordinatoren sollen die Verbindung zwischen allen Betroffenen sicherstellen und sich auch mit möglichen Entschädigungen für die Betroffenen beschäftigen.
  • Die italienische Staatsanwaltschaft will unterdessen die Aussagen der italienischen Jugendlichen aufnehmen, welche die Brandkatastrophe überlebt haben.

Die Koordinatoren «werden alle Massnahmen zur Begleitung unserer Mitbürger, die von dieser Tragödie betroffen sind, koordinieren», teilte das französische Justizministerium mit. Ihre Aufgabe bestehe darin, die Verbindung zwischen den Opfern, ihren Familien, den Schweizer Behörden, der Verwaltung, den Versicherern und allen betroffenen Stellen sicherzustellen. Die Brandkatastrophe an Neujahr in der Bar «Le Constellation» forderte 41 Tote und 115 Verletzte. Neun Todesopfer und 25 Verletzte stammen aus Frankreich.

Italienische Staatsanwälte fordern Akten an

Die italienische Staatsanwaltschaft will die Aussagen der italienischen Jugendlichen aufnehmen, welche die Brandkatastrophe überlebt haben. Ebenso sollen auch die Krankenakten beschlagnahmt werden. Die Befragungen sollen stattfinden, sobald es der Gesundheitszustand der Verletzten zulässt, wie die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos schreibt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Katastrophe, fahrlässiger mehrfacher Tötung, Brandstiftung und schwerer Körperverletzung unter Verstoss gegen die Unfallverhütungs­vorschriften. In der vergangenen Woche haben die Richter Autopsien der italienischen Opfer durchführen lassen.

Zwei Menschen stehen vor einem improvisierten Gedenkort mit Blumen und Kerzen.
Legende: Die Gedenkstätte in Crans-Montana vor der Bar «Le Constellation». REUTERS/Denis Balibouse

In der zweiten Februarhälfte soll es in der Schweiz ein erstes Treffen zwischen den Staatsanwälten aus Rom und jenen aus dem Wallis geben, um eine Bilanz der Ermittlungen zum Unglück zu ziehen. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa soll dieses Treffen, sofern es keine kurzfristigen Änderungen gibt, am 19. Februar stattfinden.

Im übermittelten Rechtshilfeersuchen haben die italienischen Staatsanwälte die Akten, die Liste der Verdächtigen, die Unterlagen zu den Kontrollen und Genehmigungen der Gemeinde sowie zu den Materialien angefordert, die in der Bar «Le Constellation» verwendet wurden, schreibt Adnkronos. Sobald die Unterlagen in Rom eingegangen sind, sollen das Betreiberpaar der Bar sowie gegebenenfalls weitere Personen in das Register der Verdächtigen eingetragen werden.

Auch werde noch auf eine Antwort auf den Antrag gewartet, ein italienisches Ermittlungsteam zu entsenden, um die Schweizer Ermittler bei der Beweissicherung zu unterstützen, hiess es weiter. Ein nächstmöglicher Schritt wäre es, ein gemeinsames Ermittlungsteam aus Ermittlern und Untersuchungsbeamten der beteiligten Länder zu bilden. Sechs Todesopfer der Brandkatastrophe stammten aus Italien.

SRF 4 News, 4.2.2026, 14 Uhr ; 

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