Der «Flashover» – oder Deutsch: Feuersprung – ist jener Moment, in dem ein beginnender Brand schlagartig zum Vollbrand wird.
So kommt es zu einem «Flashover»
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Bild 1 von 6. In der sogenannten Entstehungsphase brennen zuerst ein oder mehrere Gegenstände in einem Raum. Die Behörden gehen davon aus, dass dies in der Bar in Crans-Montana zunächst die Decke war. Bildquelle: SRF .
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Bild 2 von 6. Diese brennenden Gegenstände bilden Verbrennungsgase und Pyrolysegase. Bildquelle: SRF .
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Bild 3 von 6. Der entstandene Rauch kann nicht durch Raumöffnungen abgeführt werden. Es kommt an der Decke zu einem Wärmestau. Bildquelle: SRF .
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Bild 4 von 6. Die stark erwärmte Rauchschicht schickt auf weitere Einrichtungsgegenstände eine immer heissere Wärmestrahlung aus. Gleichzeitig wird es im Brandraum immer heisser. Bildquelle: SRF .
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Bild 5 von 6. Die Oberflächen der brennbaren Gegenstände werden immer heisser und pyrolisieren aus. Bildquelle: SRF .
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Bild 6 von 6. Schliesslich gehen sie schlagartig in Flammen auf. Der ganze Raum steht in Vollbrand. Die Temperatur liegt bei etwa 1000 Grad oder mehr. Ein Überleben ist dann kaum mehr möglich. Bildquelle: SRF .
Markus Grenacher, Präsident der Feuerwehrinspektorenkonferenz, erklärt, der Feuersprung entstehe aus den Rauchgasen eines zunächst kleinen Brands. Wenn etwa ein Rechaud oder eine Kerze einen Brand auslöse, entstehen Rauchgase. Können diese nicht entweichen, sammeln sie sich an. Und wenn zusätzlich genügend Sauerstoff vorhanden ist und die Temperatur dann ansteigt, kommt es zum Feuersprung.
Es brennt einfach alles.
«Befindet man sich dann im Raum, wird es tödlich», sagt Grenacher. Die ganze Rauchschicht brenne auf einen Schlag. Und sie könne sich bis tief nach unten bewegen, je nachdem, was verbrannt sei und wie gross der Raum sei. «Sie wird zu einem Feuerball. Es brennt einfach alles. Die Luft und die Rauchgase brennen.» Dann werde es selbst für ausgerüstete Feuerwehrleute gefährlich.
Doch das Phänomen sei keine Seltenheit, so Grenacher. Es gehöre eher zum Feuerwehralltag.
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Bild 1 von 35. Ein Meer aus Kerzen – Crans-Montana am Abend des 4.1.2026. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Antonio Calanni.
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Bild 2 von 35. Feuerwehrleute und Hunderte Menschen trauern an der Gedenkstätte vor dem Unglücksort. Bildquelle: REUTERS/Umit Bektas .
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Bild 3 von 35. Trauermarsch in Crans-Montana am Sonntag. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
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Bild 4 von 35. Gedenkmesse für die Opfer der Brandkatastrophe: Feuerwehrleute stehen während der Messe vor der Chapelle Saint-Christophe de Crans zu Ehren der Opfer. Bildquelle: REUTERS/Lisa Leutner.
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Bild 5 von 35. Bischof Jean-Marie Lovey begrüsst Nicolas Feraud, Präsident von Crans-Montana, vor dem Start des Gedenkgottesdiensts. Bildquelle: Jean-Christophe Bott/Pool via REUTERS.
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Bild 6 von 35. Ein Kind kniet vor einer Gedenkstätte mit Blumen vor dem Unglücksort. Bildquelle: REUTERS/Umit Bektas.
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Bild 7 von 35. Bundesrat Beat Jans hat am Samstagnachmittag den Unglücksort besucht und Blumen niedergelegt. Bildquelle: AP Photo/Baz Ratner.
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Bild 8 von 35. Nach der Brandkatastrophe ist die Trauer in Crans-Montana gross. Bildquelle: REUTERS/Lisa Leutner .
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Bild 9 von 35. Blumenmeer für die Opfer. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.
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Bild 10 von 35. Menschen zollen den Opfern Respekt. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 11 von 35. Kerzen für die Opfer. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
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Bild 12 von 35. Zahlreiche Menschen legten in Crans-Montana Blumen nieder. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 13 von 35. Die Trauer ist gross. Bildquelle: Keystone/AP Photo/ Antonio Calanni.
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Bild 14 von 35. Währenddessen gehen die Ermittlungsarbeiten weiter. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Baz Ratner.
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Bild 15 von 35. Der italienische Aussenminister Antonio Tajani (2. von links) hat Crans-Montana besucht. Links der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard. Bildquelle: Keystone/EPA/GIUSEPPE LAMI.
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Bild 16 von 35. Gemeinsam mit dem Walliser Staatsratspräsidenten legte der italienische Aussenminister unweit des Unglücksortes einen Blumenstrauss nieder. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 17 von 35. Die Betroffenheit aus der Bevölkerung ist einen Tag nach der Katastrophe... Bildquelle: SRF.
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Bild 18 von 35. ... in der Gemeinde spürbar. Bildquelle: SRF.
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Bild 19 von 35. Die Bar «Le Constellation» – der Ort des Unglücks am Tag danach. Bildquelle: SRF.
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Bild 20 von 35. Das Medieninteresse auch aus dem Ausland ist nach wie vor gross. Bildquelle: SRF.
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Bild 21 von 35. Die Schweizer Flaggen am Bundeshaus wehen für fünf Tage auf Halbmast. Die Waadtländer Kantonsregierung folgte dem Beispiel. Bildquelle: KEYSTONE/Anthony Anex.
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Bild 22 von 35. Vor dem abgesperrten Gebiet um den Unglücksort versammelten sich am Donnerstagabend hunderte Trauernde. Bildquelle: KEYSTONE/Alessandro della Valle.
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Bild 23 von 35. Die Menschen in Crans-Montana sind tief betroffen. Bildquelle: REUTERS/Stephanie Lecocq.
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Bild 24 von 35. Unter den Opfern befinden sich viele junge – teils minderjährige – Menschen. Bildquelle: Alessandro della Valle/Keystone via AP.
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Bild 25 von 35. Am Donnerstagabend fand eine Gedenkmesse in der katholischen Kirche in Crans-Montana statt. Bildquelle: EPA/ALESSANDRO DELLA VALLE.
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Bild 26 von 35. Am Donnerstagnachmittag machte sich Bundespräsident Guy Parmelin vor Ort ein Bild der Lage. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 27 von 35. Bestattungsfahrzeuge vor dem Unglücksort: Die Walliser Behörden gehen von rund 40 Todesopfern aus. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 28 von 35. Eine Vielzahl von Kriminaltechnikerinnen und -technikern war vor Ort, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Bildquelle: REUTERS/Denis Balibouse.
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Bild 29 von 35. Die Menschen in Crans-Montana stehen nach der Katastrophennacht unter Schock. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 30 von 35. Die Rega setzte für die Versorgung und Verlegung von Brandopfern auch Ambulanzflugzeuge ein. Bildquelle: REUTERS/Pierre Albouy.
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Bild 31 von 35. Die Behörden sprachen an der ersten Medienkonferenz am Donnerstagvormittag noch von «Dutzenden Verstorbenen». Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 32 von 35. Chaotisch zurückgelassene Stühle, angelaufene Scheiben, ein Turnschuh: Blick in das Innere der ausgebrannten Bar «Le Constellation». Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
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Bild 33 von 35. Im Rettungseinsatz standen 13 Helikopter, 42 Ambulanzen und 150 Sanitäterinnen und Sanitäter. Bildquelle: X/Osint World.
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Bild 34 von 35. Was als Neujahrsfest über die Bühne gehen sollte, endete für viele in einem Drama. Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
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Bild 35 von 35. Die Bar «Le Constellation» steht in Flammen. Die Einsatzkräfte wurden um 01:30 Uhr alarmiert. Bildquelle: Screenshot/Social Media/X@Tyroneking36852.
Kommt dazu: In der Bar in Crans-Montana feierten junge Menschen auf zwei Etagen. Breche ein Feuer in einem Untergeschoss aus, steige das Risiko. «Weil ich mich so praktisch durch die Rauchschicht ins Freie, nach oben, bewegen muss – und die Rauchschicht ist oben im Raum.»
Für Laien kaum erkennbar
Zum konkreten Fall und zur Brandentwicklung in Crans-Montana will sich Grenacher nicht äussern. Er sagt aber, Laien könnten einen bevorstehenden Feuersprung kaum erkennen.
Als Laie gibt es nur eine Devise, sobald es brennt, raus aus dem Raum, Türe zu. Anrufen und warten auf die Feuerwehr.
Sie hätten jedoch ein kleines Zeitfenster, bevor es zum Feuersprung komme. «Als Laie gibt es nur eine Devise, sobald es brennt, raus aus dem Raum, Türe zu, anrufen und warten auf die Feuerwehr. Sie haben nur diese Chance. Sofort raus und nicht noch zuschauen oder etwas probieren.»
Dies sei vielleicht im Moment die wichtigste Lehre aus dem Drama von Crans-Montana, sagt der oberste Schweizer Feuerwehrinspektor.