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Legende: Audio Blut spenden: Wer in England war, bleibt ausgeschlossen abspielen. Laufzeit 05:34 Minuten.
05:34 min, aus Espresso vom 12.04.2019.
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BSE-Nachwirkungen Blut spenden: Wer in England war, bleibt ausgeschlossen

Creutzfeld-Jakob-Gefahr: England-Reisende zwischen 1980 und 1996 dürfen weiterhin kein Blut spenden.

Wenn man die Gründe so durchliest, die es verbieten, Blut zu spenden, kratzt man sich bisweilen irritiert am Kopf. Nicht spenden darf beispielsweise, wer sich zwischen 1980 und 1996 mehr als sechs Monate lang in Grossbritannien aufgehalten hat, also in England, Wales, Schottland und Nordirland. Und zwar nicht ein halbes Jahr am Stück, sondern insgesamt sechs Monate.

Dahinter steckt der Rinderwahnsinn BSE, der in den achtziger und neunziger Jahren in Grossbritannien besonders schlimm wütete. Tausende von Rindern mussten notgeschlachtet werden, auch Menschen starben – und zwar an der Creutzfeld-Jakob-Krankheit. Zwischen 1980 und 1996 sei das Risiko einer Ansteckung am höchsten gewesen, deshalb dieses Zeitfenster, erklärt Bernhard Wegmüller, Direktor des Blutspendedienstes beim Schweizerischen Roten Kreuz (SRK). Dieselbe Regel und Frist gelten auch in vielen anderen Ländern weltweit.

Immer noch ein Risiko

Aber warum heute noch – immerhin sind doch einige Jahre vergangen seither? Man könne es immer noch nicht ausschliessen, dass sich Spendenblut-Empfänger mit der Krankheit anstecken würden, erklärt Wegmüller. Standard-Tests, um den Erreger nachzuweisen, seien immer noch im Entwicklungsstadium, aufwändig und teuer.

Auch sonst seien noch einige Fragen offen. So wissen man etwa noch nichts Genaues über die Inkubationszeit der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung. Spezialisten des Zürcher Unispitals sprechen von einer aussergewöhnlich langen Inkubationszeit von bis zu 40 Jahren.

Wegen solcher Fragezeichen – und auch weil man derzeit eine genügend grosse Zahl an Spendern habe – lasse man dieses Ausschlusskriterium bis auf Weiteres bestehen, heisst es beim SRK.

Bei anderen saisonalen und regionalen Infektionskrankheiten wie etwa Grippe oder Malaria ist man unter Umständen schon nach wenigen Monaten wieder zum Blutspenden zugelassen.

Schwule: Ein Jahr lang kein Sex

Der «BSE-Passus» ist freilich nicht das einzige Ausschlusskriterium. Eine vollständige Liste finden Sie hier, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Befremdlich wirkt hier beim «sexuellen Risikoverhalten», dass die Vorschriften für homosexuelle Männer wesentlich strenger sind als für Heterosexuelle. Homosexuelle müssen ein Jahr lang ganz auf Sex verzichten, damit sie zugelassen werden. Bei Heterosexuellen und lesbischen Frauen gilt die Regel, dass sie innerhalb eines Jahres keine Partnerwechsel haben dürfen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Wer zwischen 1980 und 1996 mehr als 6 Monate in England war, darf nicht spenden. Wer in dieser Zeit nur 4 Monate in England war darf spenden. Das soll mir einer erklären, dass man sich zwar in 6 Monaten, nicht aber in 4 Monaten anstecken kann.
    Ich gehe jedenfalls nicht mehr spenden. Das Blut wird ja ohnehin zu einem grossen Teil ins Ausland weiterverkauft.
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