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Neue Kriterien für Blutspender Medikamente gegen HIV als Problem

Der Blutspendedienst überarbeitet seinen Fragebogen. Eine Hürde ist das Medikament, das eine HIV-Infektion verhindert.

In der Schweiz dürfen seit letztem Juli auch Homosexuelle Blut spenden – wenn sie vorher ein Jahr lang keinen Sex hatten. Dem Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes ist diese Vorgabe jedoch zu streng.

Immer weniger Spender

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295015 Blutspenden sind im Jahr 2016 in der Schweiz angefallen. Vor rund 15 Jahren waren es laut SRK noch fast doppelt so viele. Besondere Schwierigkeiten bereiten Migranten aus fernen Weltregionen. Ihr Blut unterscheidet sich in verschiedenen Untergruppen vom Blut aus unserem Kulturkreis. Dieses Blut kann Angehörigen anderer Ethnien Allergien verursachen.

Er überarbeitet deshalb die Fragen, welche die potenziellen Blutspender beantworten müssen, um herauszufinden, ob sie spenden dürfen. Nun zeigt sich, dass die Überarbeitung des Fragebogens schwieriger ist als gedacht.

HI-Viren nicht nachweisbar

Eine Hürde ist Prep, das Medikament, das vorbeugend gegen eine Infektion mit dem HI-Virus wirkt, das Aids auslösen kann. Prep sei für die Bekämpfung von Aids ein Segen, sagt Blutspendedienst-Direktor Rudolf Schwabe. Für die Blutspende könne die Pille allerdings zum Problem werden, «weil damit allfällig trotzdem vorhandene HI-Viren nicht mehr nachgewiesen werden können».

Ueli Maurer liegt und spendet Blut.
Legende: Auch er ist ein Blutspender: Bundesrat Ueli Maurer. Keystone

Doch es gebe einen Lichtblick, sagt Schwabe. In den letzten Monaten seien mehrere internationale Studien zum Thema erschienen. Diese sollten Klarheit schaffen. Neu dürften diese internationalen Daten auch in der Schweiz verwendet werden, um die Regeln für das Blutspenden anzupassen.

Hoffnung auf neue Blutspender

Laut Schwabe betrifft die Anpassung der Regeln nicht ausschliesslich Homosexuelle. Der aktuelle Fragebogen für potenzielle Blutspender schliesse auch Heterosexuelle aus, die eigentlich als Spender geeignet wären. Zum Beispiel, weil sie in ein Land mit hohen gesundheitlichen Risiken gereist seien.

Neue Richtlinien könnten mehrere Hundert oder sogar mehrere Tausend neue Spenderinnen und Spender motivieren, zu uns zu kommen.
Autor: Rudolf SchwabeDirektor Blutspendedienst SRK

Neue Richtlinien mit neuen Fragen würden zu zusätzlichen Blutspendern führen, ist Schwabe überzeugt: «Sie könnten mehrere Hundert oder sogar mehrere Tausend neue Spenderinnen und Spender motivieren, zu uns zu kommen.»

Noch ein weiter Weg

Wann der neue Fragebogen auf dem Tisch liegen wird, kann der Direktor des Blutspendedienstes nicht sagen. Der Weg dorthin ist steiniger und länger als ursprünglich gedacht.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Seit Jahren dürfen jene, die mehr als 6 Monate in Grossbritannien lebten zwischen 1980 und 96 nicht mehr spenden. Die Grenze bei 6 Monaten ist völlig willkürlich und es spielt auch keine Rolle ob man Vegetarier ist, oder Fleischesser. Man wird einfach unter Generalverdacht des Rinderwahnsinns gestellt obwohl seit Jahren keine neuen Erkrankungen mehr aufgetreten sind.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    "Prep sei für die Bekämpfung von Aids ein Segen" - das sehen andere Infektiologen ganz anders. Prep schützt nur "hinreichend" aber nicht vollständig, es öffnet anderen STDs wie Siphylis über den gelockerten Umgang mit Safer Sex Tür und Tor, und es werden Resistenzproblematiken diskutiert. Das Thema wäre es längst wert, öffentlich aufgearbeitet zu werden und auch die m.E. brandgefährlichen Haltungen der Aidshilfen in Europa diesbezüglich kritisch zu belechten!
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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Blutspenden wirkt nämlich auf den eigenen Organismus wie Doping. Durch die Produktion verlorenen Blutzellen ist der Körper auf Hochtouren und kann eine erhöhte Leistung erbringen. Als Studentin ging ich jedes Halbjahr, 1 Mt. vor den Prüfungen Blut spenden. Blutproduktion und Prüfungsadrenalin - das Lernen war ein Spaziergang. Nota bene: Ich konsumierte dafür keinen Alkohol und keinen Kaffee.
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