Zum Inhalt springen

Header

Audio
Der Bund macht beim Flugplatz Dübendorf einen Rückzieher
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 14.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:05 Minuten.
Inhalt

Bund lässt Pläne platzen Militärflugplatz Dübendorf: Vorerst keine Geschäftsflieger

Der Bund streicht die Idee, den Militärflugplatz Dübendorf für Business-Jets zu nutzen. Anliegergemeinden freuen sich.

Er ist der älteste Flugplatz der Schweiz: der Militärflugplatz Zürich. Vor sechs Jahren beschloss der Bund, das riesige Gelände künftig unter anderem für die Geschäftsfliegerei zu nutzen. Zudem sollte auf dem Gelände ein Innovationspark für Unternehmen entstehen und auch das Militär war weiterhin vorgesehen. Doch wie der Bund am Mittwoch bekannt gab, will er die Pläne für die Geschäftsfliegerei nicht mehr weiterverfolgen. Dies aus folgenden Gründen:

  1. Einerseits haben die anliegenden Gemeinden Dübendorf, Wangen-Brüttisellen und Volketswil immer grosse Vorbehalte gegen die geplanten Privatjets auf dem Areal geäussert.
  2. Das Zürcher Verwaltungsgericht hat den ursprünglich vorgesehenen Innovationspark auf dem Areal diesen Sommer gebremst: Es hat die Planung für das Grossprojekt aufgehoben.
  3. Bei der Planung der zivilen Fliegerei sind laut Bundesrat «Fragen aufgetaucht, die zu Beginn nicht absehbar waren». Ungelöst ist etwa, wie neben dem Flughafen Zürich nochmals ein Flughafen sicher betrieben werden soll.
Militärflugplatz Dübendorf
Legende: Wie es auf dem Flugplatz weitergehen soll, entscheidet nun der Kanton. Keystone

Wie der Bund schreibt, arbeitet er nicht mehr länger mit der Flugplatz Dübendorf AG zusammen. Geschäftsleiter Urs Brütsch erwartet nun eine Entschädigung vom Bund. «Es ist in der Rahmenvereinbarung vorgesehen, dass der Bund eine Entschädigung zahlen muss, wenn er das Verfahren einstellt oder die Umnutzung in einen zivilen Flugplatz aussetzt.»

Ich wage, einen Betrag von zehn Millionen Franken in den Raum zu stellen.
Autor: Urs BrütschGeschäftsführer Flugplatz Dübendorf AG

Die Höhe dieses Betrages sei derzeit noch offen, weil noch unklar sei, wie lange sich die Rechtsverfahren nun hinziehen werden. «Ich wage einen Betrag von zehn Millionen Franken in den Raum zu stellen», so Brütsch.

Gemeinden sind glücklich

Während bei der Flugplatz Dübendorf AG Konsternation herrscht, sind die Anwohnergemeinden zufrieden. Von einer «freudigen Nachricht» spricht etwa der Dübendorfer Stadtpräsident André Ingold. «Wir haben immer damit gerechnet, dass wir Recht bekommen in dieser Frage. Dass es nun aber so schnell kommt und so klar kommuniziert wird, hätten wir nicht erwartet», so Ingold.

Wir wollten die Erweiterung der Flugzeiten verhindern.
Autor: André IngoldStadtpräsident Dübendorf

Der Gemeinde sei es darum gegangen, die Bevölkerung von zusätzlichem Fluglärm in den Nachtzeiten und am Wochenende zu schützen: «Wir wollten die Erweiterung der Flugzeiten verhindern». Nun hat der Kanton Zürich die Federführung, wie es auf dem Militärflugplatz weitergehen soll. Eine Arbeitsgruppe, die der Kanton eingesetzt hat, dürfte bereits nächsten Frühling einen Bericht dazu vorlegen.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 14.10.2020, 17.30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Schon vor 6 Jahren gab es, aus sicherheitspolitischen Überlegungen, kritische Stimmen zum Umnutzungsprojekt. Die Einsatzzentrale der Luftwaffe und die Luftraumsicherung Skyguide, umgeben von internationalem "Business Luftverkehr" hat wohl auch einiges zum Entscheid des Bundes beigetragen. In der aktuellen, weltweiten Destabilisierungsphase ist jede Intervention, welche sich positiv auf die Landessicherheit auswirkt, begrüßenswert. Dübendorf sollte als Reserve der Luftwaffe erhalten bleiben.
  • Kommentar von Klaus KREUTER  (SWISSKK)
    Und wieder einmal scheint es so, dass eine Chance vertan wird. Dübendorf müsste idealerweise als Business-Airport ausgebaut werden und notfalls auch als Ersatz für Kloten dienen. Hier erleben wir wieder einmal ein kleingeistiges Denken aus Bern.
  • Kommentar von Roman Kellermeister  (rkellermeister)
    Es sind viele Leute dahin gezogen, genau weil der Miliärflugplatz verglichen mit früher „stillgelegt“ wurde. Viel haben davon profitiert, die Preise sind nach oben, das Gebiet wurde attraktiv. und als die Häuser und Leute da waren, da wollte die schlauen Wirtschaftsfreunde die nächst Stufe für sich zünden : den Flugplatz für Geschäftsreisende. Sorry, aber es stimmt nicht mehr, dass die Leute gekommen sind mit Lärm und diesen nun bekämpfen. Viele sind gekommen, weil er weg war.