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Legende: Audio Wie viele Regionalflughäfen braucht die Schweiz? abspielen. Laufzeit 04:37 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 09.07.2019.
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Bund prüft Regionalflughäfen «Grenchen als Ausbildungsflughafen ist in Gefahr»

Mit rund 30 Millionen Franken unterstützte der Bund im vergangenen Jahr die Regionalflughäfen der Schweiz. Nun stehen die Mittel auf den Prüfstand. Mit 7,1 Millionen Franken erhielt der Flughafen Grenchen (SO) am meisten. Conrad Stampfli betont die Rolle des viertgrössten Schweizer Flughafens für die Pilotenausbildung von Lufthansa beziehungsweise Swiss .

Conrad Stampfli

Conrad Stampfli

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Der Solothurner Wirtschaftsanwalt Conrad Stampfli (65) ist Verwaltungsrat des Flughafens Grenchen.

SRF News: Was bedeutet die Überprüfung der Mittel durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt?

Conrad Stampfli: Das bereitet uns Sorge im Teilbereich der fliegerischen Ausbildung, insbesondere der Berufspilotenausbildung. Der Flughafen Grenchen hat sich über die Jahre hinweg zum eigentlichen Zentrum für fliegerische Ausbildung entwickelt. Sein Vorteil liegt darin, dass die Linienflüge durch die Ausbildung nicht gestört werden und umgekehrt.

Wäre die Pilotenausbildung gefährdet, wenn das Geld vom Bund nicht mehr fliessen würde?

Ja. Denn ein wichtiger Teil der Pilotenausbildung ist der Umgang mit einem Fluglotsendienst. Dass kann man nicht nur im Theoriesaal üben, sondern muss es praktisch trainieren.

Die meisten in Grenchen ausgebildeten Piloten sind bei der Lufthansa. Könnte diese mehr Kosten tragen?

Diese Frage müsste man der Lufthansa stellen. Sie bildet die Swiss-Piloten aus und hat im Ausland Ausbildungsplätze für die Lufthansa-Piloten. Die Lufthansa könnte die Ausbildung in der Schweiz aufgeben, wenn sie zu teuer wird. Dann wird sie ins Ausland verlegt. Mit der Folge, dass in der Schweiz keine Linienpiloten der Swiss oder anderer Gesellschaften mehr ausgebildet werden können.

Befürchten Sie, dass grosse Kunden wegbleiben würden?

In der Tat. Der Bund muss entscheiden, ob die Ausbildung für Linienpiloten und Berufspiloten noch in der Schweiz stattfinden soll. Grenchen kann ohne Ausbildung als Flughafen überleben, aber wo soll dann in der Schweiz die Ausbildung stattfinden? Das ist die politische Frage.

Der Bund prüft, ob es zu viele Regionalflughäfen gibt. Könnte bei der Konkurrenz von Grenchen gespart werden?

Ich möchte das Problem nicht einfach weitergeben. Grenchen ist als viertgrösster Flugplatz in der Schweiz der grösste nach den Landesflughäfen und hat von den Regionalflughäfen die meisten Flugbewegungen.

Hat Grenchen nicht gute Karten dank der Ausbildung?

Wir sind in einem politischen Entscheidungsprozess. Wir wissen nicht, wie der Bund entscheiden wird und ob wir uns auf einen anderen Bereich konzentrieren müssen, wo die Flugsicherung nicht zwingend ist. Die fliegerische Ausbildung betrifft nicht nur den Flugplatz Grenchen, sondern die Luftfahrt allgemein. Es geht um die Frage, wo die fliegerische Ausbildung künftig stattfinden wird.

Das Gespräch führte Teresa Delgado.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Roman Schönbächler  (Roman Schönbächler)
    Diese Kosten werden mit der Mineralölsteuer auf Flugbenzin und Kerosin auf Inlandflüge gedeckt. wir Piloten und unsere Passagiere finanzieren den Betrieb der kleinen Flugplätze/Flughäfen mit der Mineralölsteuer und den Landegebühren selbst. 2017 erhielten Opernhaus und Theater Zürich gem. NZZ 90 Millionen Fr. Steuergelder. Dafür habe ich persönlich kein Verständnis, denn hier handelt es sich tatsächlich um Gelder der Steuerzahler des Kantons Zürich.
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  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    Der Bund prüft dies ... der Bund prüft das ... Die Abschaffung der Eidgenossenschaft scheint beim Bund Programm zu sein. Letzter Akt wäre dann die Auflösung der Verwaltung in Bern. Und wie wärs wenn der Bund mal die sinnlosen Kosten fürs Ausland unter die Lupe nehmen würde ?
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Ich fände es gut, wenn die Anzahl dieser Flugplätze reduziert würde. Erstens sind diese zu teuer; hier finde ich, die Verursacher des Lärms und der Emissionen sollen alles selber bezahlen. Dann ist es heutzutage im Blick auf den notwendigen Klima- und Umweltschutz von Nöten, die Fliegerei im kleinen wie grossen Stil zu reduzieren. Es braucht ein Umdenken: Für uns Menschen sind Spazieren und Wandern gesünder als fliegen, und der Umwelt leistet man beste Dienste. Und: Wandern kostet weniger :)
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