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Vertiefte Analyse Bund schaltet beim Mobility Pricing einen Gang zurück

Legende: Audio Mobility Pricing: Mehr Theorie vor dem Praxistest abspielen. Laufzeit 02:25 Minuten.
02:25 min, aus Info 3 vom 04.07.2017.
  • Eine nutzungsabhängige Verkehrsabgabe, das sogenannte Mobility Pricing, könnte dazu beitragen, das Verkehrsaufkommen zu Spitzenzeiten in der Schweiz abzufedern – auf der Strasse ebenso wie auf der Schiene. Davon ist der Bundesrat überzeugt.
  • Er kommt aber zum Schluss, dass es vor allfälligen Pilotversuchen weitere Abklärungen braucht. Er hat deshalb das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) mit einer Wirkungsanalyse beauftragt.
  • Am Beispiel des Kantons Zug sollen die Auswirkungen des Mobility Pricing auf Verkehr, Bevölkerung, Gewerbe und Umwelt genauer untersucht werden.
  • Bis im Sommer 2019 sollen zudem Spitzenverkehrszeiten und Tarifhöhen festgelegt und Fragen des Datenschutzes geklärt werden. Der Bund übernimmt die Kosten.

Vor einem Jahr hatte der Bundesrat das Uvek beauftragt, mit einigen Kantonen und Regionen die Durchführung von Mobility-Pricing-Pilotversuchen zu prüfen. In der Folge wurden die Kantone Bern, Genf, Neuenburg, St. Gallen, Tessin und Zug kontaktiert. Sie hatten grundsätzliches Interesse signalisiert.

Pilotversuche verschoben

Die Gespräche ergaben nun aber, dass weitere vertiefende Abklärungen nötig sind, bevor die Realisierung von Pilotversuchen in Betracht gezogen werden kann. So sind diverse Kantone in erster Linie an Road Pricing in Städten, also einer Maut, interessiert.

Dies widerspricht jedoch dem Ziel des Bundesrats, beim Mobility Pricing auf verkehrsübergreifende Ansätze zu setzen. Strasse und Schiene würden sich ergänzen, schreibt er. Und in den Stadtzentren und Agglomerationen seien beide stark ausgelastet.

Nächster Schritt in zwei Jahren

Das Uvek wird weitere Untersuchungen sowie die Wirkungsanalyse am Beispiel des Kantons Zug bis im Sommer 2019 erarbeiten und dann Vorschläge für das weitere Vorgehen machen. Denkbar ist gemäss Bundesrat, dass Mobility Pricing in einem nächsten Schritt mit freiwilligen Personen in der Praxis getestet wird.

Was ist Mobility Pricing?

Mit Mobility Pricing sollen Verkehrsspitzen geglättet und Kapazitäten auf Strasse und Schiene besser genutzt werden. Wer zu Stosszeiten oder auf besonders stark befahrenen Strecken auf Strasse oder Schiene unterwegs ist, müsste dem Konzept zufolge mehr bezahlen; wer zu Randzeiten unterwegs ist, weniger.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Der Bundesrat ist da überzeugt von etwas das er gar nicht wissen kann und will. Der Verkehr zu den Spitzenzeiten ist nirgends freiwillig und mobility pricing ist nur eine Möglichkeit die Leute die ohnehin schon gezwungenermassen mehr Kosten auf sich nehmen um zur Arbeit zu kommen zusätzlich zu schröpfen. Etwas Sinnvolles ist hingegen nicht zu erwarten.
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  • Kommentar von Daniel Kellerhals (Daniel Kellerhals)
    Was aus diesem Departement kommt, muss unterbunden werden, das ist nachgerade bekannt! Im übrigen ist das guter alter Kaffee: ich fahre seit Jahren Mobility und bezahle genau das ich will und wann ich will und erst noch nach völlig transparentem Verrechnungsszstem. Aber das ist eben Privatwirtschaftlich, sogar Genossenschftlich.
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  • Kommentar von Lesek Hottowy (Lhot)
    Zuviel Bürokratie und Papiertiger. Für was Pilotprojekte? Es gibt genug Beispiele im Ausland. Und wieso Alles auf einmal? Die SBB kann auslastungsabhängige Preise einführen (wie es die Fluggesellschaften schon seit Jahren kennen) völlig unabhängig von einer Maut in Städten (was international auch nichts Neues ist). Aber man beschäftigt sich lieber im Büro mit Theorie. Zuviele Beamte und Aemter.
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    1. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      Auslastungsabhängige Preise? Das wollen sie ja und genau dem kann man Mobility Pricing sagen!
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Auslastungs- und Leistungs- abhängige Preise wie z.B. bei den Zügen in Schweden, die dazu führen dass das "Fussvolk" nur noch in Interregio- und S-Bahn Zügen fährt und die Schnellzüge mehr oder weniger dem business und/oder dem "besonderen Tag" vorbehalten bleiben. Ist es das was Sie wollen? Ich nicht.
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