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Bundespräsident Berset spricht «Die Schweiz gehört allen, die hier leben»

Alain Berset im Gespräch zum 1. August über Patriotismus, das Rahmenabkommen mit der EU und die Zukunft der Renten.

Der 1. August sei für ihn seit jeher «ein grosses Vergnügen», meint Bundespräsident Alain Berset. Bereits als Kind habe er den 1. August jeweils mit seiner Familie gefeiert. Heute sei er am Nationalfeiertag viel unterwegs. Als Bundespräsident hält der Freiburger Reden in seiner Heimatgemeinde Belfaux und auf dem Rütli.

Legende: Video «Patriotismus hat nichts zu tun mit links oder rechts» abspielen. Laufzeit 0:17 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.07.2018.

Berset bezeichnet sich selber als Patriot. Für den SP-Bundesrat hängt Patriotismus nicht von der politischen Orientierung ab: «Patriotismus hat nichts zu tun mit links oder rechts.» Vielmehr müsse man aufpassen, dass der Heimatbegriff nicht «politisch instrumentalisiert» werde. Niemand könne die Schweiz für sich alleine beanspruchen. «Die Schweiz gehört allen, die hier leben, arbeiten und wohnen», meint der Innenminister.

Legende: Video «Im Bundesrat hat man eine neue Aufgabe» abspielen. Laufzeit 0:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.07.2018.

Als Bundespräsident leitet Alain Berset die Sitzungen des Bundesrates. Angesprochen auf die neue Zusammensetzung des Gremiums seit der Wahl von Ignazio Cassis und allfällige inhaltliche Differenzen meint Berset: «Gottseidank hat es einen Einfluss auf die Arbeit des Bundesrates, wenn eine neue Person dazustösst!» Allerdings sei man als Bundesrat dazu verpflichtet, die eigenen Parteiinteressen zurückzustellen und den «Kompromiss zwischen den verschiedenen Positionen» zu suchen. Nur so könne der Bundesrat als Ganzes «das Beste für die Schweiz» erreichen.

Legende: Video «Ich sage nicht, wir schaffen das mit dem Rahmenabkommen bis Ende Jahr» abspielen. Laufzeit 0:18 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.07.2018.

Viel zu reden im Präsidialjahr von Alain Berset gab bisher das geplante Rahmenabkommen mit der EU. Der zuständige Bundesrat Cassis hatte noch im Juni bekräftigt, bis Oktober wolle man zu einem Abschluss der Verhandlungen kommen.

Darauf angesprochen, gibt sich Berset zurückhaltend. Er wolle sich nicht darauf festlegen, dass das Rahmenabkommen noch in diesem Jahr zu Stande komme. Zwar seien in den letzten Monaten durchaus Fortschritte erzielt worden, allerdings befinde man sich derzeit in einer schwierigen Situation. «Wir müssen nun ganz pragmatisch einen Schritt nach dem anderen machen», so Berset. Wichtig sei in erster Linie, dass man eine Lösung finde, die im Interesse der Schweiz sei und die von der Bevölkerung getragen werde.

Legende: Video «Wir haben gezeigt, wie wir die Rente sichern können» abspielen. Laufzeit 0:27 Minuten.
Aus News-Clip vom 31.07.2018.

Ebenfalls nur in kleinen Schritten vorwärts geht es bei der Rentenreform. Letzten Herbst scheiterte Berset mit seinem Reformprojekt der Altersvorsorge 2020 an der Urne. Die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre dürfte dabei mit zum Scheitern der Vorlage beigetragen haben. Dennoch will der Bundesrat in seinem kürzlich präsentierten Vorschlag zur AHV-Reform an der Massnahme festhalten.

«Matchentscheidend» sei nicht die Erhöhung des Frauenrentenalters, sondern vielmehr die Kompensationen, mit denen die Erhöhung abgefedert werden soll, meint Berset. Zentral bei der Reform der Altersvorsorge sei für den Bundesrat letztendlich, dass das Rentenniveau nicht gesenkt werde. Dafür sei es unter Umständen auch nötig, dass man während des Arbeitslebens etwas mehr einbezahlt. Doch auch in Zukunft soll gemäss Berset für alle gelten: «Wer ein Leben lang gearbeitet hat, soll nach der Pensionierung genug zum Leben haben.»

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113 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Das wird der SP wieder ein Paar Wählerstimmen kosten. Janu, wenn die Pseudosozis halt von nichts dazu lernen und mit dieser indifferenzierten Gleichmacherei nicht aufhören, sollen sie sich nicht wundern.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Nein,Hr.Berset.Als Arbeitsmigrant ist die Leistung durch den Lohn abgegolten. Auch nach vierzig Dienstjahren bin ich noch nicht Teilhaber an meinem Arbeitgeber. Die Kinder des Betriebsinhabers sind aber erbberechtigt.Ich habe per Geburt einen Teil dieses Landes geerbt,und möchte meinen Anteil nicht ständig schwinden sehen.
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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Wünsche SRF und allen Kommentarschreiber, auch die Menschen die hier in der Schweiz leben, einen schönen 1. August einmal ganz anders, hoffe dass dieses Feuerverbot auch eingehalten wird. Zum nachdenken: die Welt gehört allen, jedoch ist es eine Frage, wie viel erträgt die Schweiz , um nicht die Natur, Infrastruktur, Lebensqualität,Ressourcen zu über beanspruchen. Denn der verbrauch von 3 Welten an Ressourcen besteht jetzt schon, dies gibt mir persönlich sehr zu denken.Freundlicher Gruss M.Artho
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    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      Korrigiere: die Schweiz hat einen Ressourcenverbrauch von 3 Welten, laut Berichte aus Medien, dies gibt mir sehr zu denken. Denke je mehr Menschen hier her kommen, umso mehr braucht es an Wasser, Strom, Importe von Lebensmittel und anderen Materialien, geliefert mit z.T. Schiffs-Container/Flugzeuge aus aller Welt. Leben die hier lebenden Menschen event. über die eigenen Verhältnisse hinaus. Das könnte Menschen bewegen, hier her zu kommen, um auch ein Stück vom Kuchen (Wohlstand) zu erhalten.
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    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Artho - Wenn man den Kuchen unter 8 Millionen Menschen statt nur 4 Millionen verteilt, bleibt pro Kopf nur ein halbes statt ein ganzes Stueck. Was auch durch pseudogruene Schickanen bis zum Gehnichtmehr kompensiert werden kann....
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