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UNO-Generalversammlung: Parmelin überrascht mit ungewöhnlicher Rede
Aus Tagesschau vom 22.09.2021.
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Bundespräsident in New York Guy Parmelin fordert Solidarität statt Protektionismus

  • Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin hat vor der UNO-Generalversammlung in New York die Vereinten Nationen zu Solidarität statt Protektionismus aufgerufen.
  • Die Covid-19-Pandemie bezeichnete Parmelin als menschliche, soziale und wirtschaftliche Katastrophe.
  • Weiter erklärte Parmelin, die Schweiz sei nach 20 Jahren Mitgliedschaft bereit für die Mitarbeit im UNO-Sicherheitsrat. In diesem wird sie voraussichtlich 2023 und 2024 Einsitz nehmen.

Die Corona-Pandemie habe bestehende protektionistische Tendenzen verstärkt und die Herausforderungen für die Widerstandsfähigkeit der globalen Produktions- und Lieferketten aufgezeigt, sagte Bundespräsident Guy Parmelin in seiner Rede. Protektionistische Massnahmen würden die Erholung der Weltwirtschaft gefährden.

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Guy Parmelin über das Schweizer Impf-Engagment
Aus News-Clip vom 21.09.2021.
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Um die Pandemie zu besiegen, müsse dafür gesorgt werden, dass eine Impfung allen Menschen zugänglich sei, sagte Parmelin. Die Schweiz setze sich für einen gerechten und erschwinglichen Zugang zu Impfstoffen, Behandlungen und Diagnostika ein.

Die Eidgenossenschaft beteilige sich an der sogenannten Vaccine Alliance und unterstütze die Covax-AMC-Initiative des Gavi für Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen mit 145 Millionen Franken.

Zugang zu Wissen

Um auf künftige Krisen vorbereitet zu sein, müsse die Welt Solidarität zeigen. «Der Zugang zu Wissen und Know-how, insbesondere für Frauen und Mädchen, ermöglicht es uns, unsere Zukunft zu antizipieren und uns darauf vorzubereiten», sagte der Bundespräsident.

Cassis und Parmelin bis Mittwoch in New York

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Bundespräsident Guy Parmelin vertritt zusammen mit Aussenminister Ignazio Cassis die Schweiz noch bis am Mittwoch an der UNO-Generalversammlung in New York. Neben verschiedenen bilateralen Treffen steht für Parmelin auch ein Gipfeltreffen zu nachhaltigen Ernährungssystemen an.

Er betonte den Beitrag der Wissenschaft, die zukünftige Bedrohungen identifizieren könne und Informationen und Daten zur Lösung von Krisen zur Verfügung stelle.

Die ordnungsgemässe Verwaltung dieser Daten sei von grösster Bedeutung. Die Schweiz sei deshalb stolz darauf, im Oktober das nächste UNO-Weltdatenforum in Bern auszurichten.

Schweiz bereit für den Sicherheitsrat

«Lassen Sie uns für einen regelbasierten Multilateralismus eintreten», rief Parmelin den in New York versammelten Staatsvertretern zu. Die Schweiz setze sich für eine effektive und effiziente UNO ein und unterstütze Reformen zur Konfliktprävention, zur Stärkung des UNO-Entwicklungssystems und zur Modernisierung von Management-Methoden.

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Parmelin rührt die Werbetrommel für die Schweiz
Aus News-Clip vom 21.09.2021.
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«Zwanzig Jahre nach unserem Beitritt zu den Vereinten Nationen sind wir bereit, einen Beitrag zur Arbeit des Sicherheitsrats für den Zeitraum 2023 und 2024 zu leisten», versprach Parmelin. Die Schweiz stellt sich im Juni 2022 zur Wahl, Gegenkandidaten treten voraussichtlich keine an.

Klimaneutralität bis 2050

Dass sich das Klima durch den Einfluss des Menschen verändere, sei eine Tatsache, sagte Parmelin. Auch die biologische Vielfalt auf der Erde werde durch menschliches Handeln gefährdet. «Ich fordere alle Länder auf, bis spätestens 2050 Klimaneutralität anzustreben und ambitionierte Klimaziele für 2030 vorzulegen», sagte Parmelin.

Sorgen machten Parmelin auch die zunehmenden Machtrivalitäten. Auf fast allen Kontinenten komme es zu bewaffneten Konflikten: «Das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte werden tagtäglich verletzt, wodurch bereits heute die Saat für die Konflikte von morgen gelegt wird.»

SRF 4 News, 21.9.2021, 22:00 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg  (gugmar)
    «Lassen Sie uns für einen regelbasierten Multilateralismus eintreten» ... Idee bar jeder Realität. BR Parmelin träumt wie viele seiner schweizer Vogänger von supranationaler Solidarität. Dass Mächtige dieser Welt multilaterale "Regeln" als Trendsetter ausarbeiten, erpressen und ausnutzen scheint keinem der BRe je in den Sinn zu kommen. Die Selbsterhaltung der Konzerne und Nationen steht immer über der Solidarität. Triage gibt es nicht nur bei Covid und das ist real und gut so für die Menschen !
  • Kommentar von Andreas Schick  (Andreas Schick)
    Was ist nun schlimmer? Protektionismus oder diese zum Teil wahnwitzigen globalen Produktions- und Lieferketten, wo Arbeiter aus armen Ländern zu unsäglichen Bedingungen produzieren, wo Gesetze für Naturschutz und Nachhaltigkeit höchstens Makulatur sind und wo Ware quer durch die Welt gekarrt wird, nur um für jeden Produktionsschritt ja den billigsten Anbieter auserwählt zu haben?
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Mit Nationalismus kann man keinen Naturschutz und keine sozialen Standards durchsetzen. Mit Nationalismus unterbieten sich die Länder in einem globalen Wettkampf, um billiger als die Konkurrenz zu sein. Die Lösung sind internationale Regeln, wie selbst SVPler einsehen, wenn sie mal in der Exekutive sind.