Zum Inhalt springen

Header

Video
Bundespräsidentin Sommaruga: «Es muss rasch gehen»
Aus News-Clip vom 11.12.2020.
abspielen
Inhalt

Bundesrat greift durch Das sagt der Bundesrat zu den Verschärfungen

Trotz Kritik aus den Kantonen erlässt der Bundesrat landesweit verbindliche Corona-Massnahmen – bis auf die Sperrstunde.

Am Dienstag kündigte der Bundesrat an, das Heft wieder in die Hand zu nehmen: Strikte Vorgaben für private Treffen, frühere Schliessung von Restaurants und Läden und ein Verbot von kulturellen Veranstaltungen – und das alles auf nationaler Ebene.

Das Knirschen im kantonalen Gebälk war unüberhörbar, und auch aus dem Parlament gab es kritische Stimmen. Nach der zweitägigen Mini-Vernehmlassung ist klar: Der Bundesrat bleibt hart. Zumindest in den Grundzügen.

Die Corona-Lage der Nation spitzt sich zu. Die Fallzahlen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert, auch heute meldete das BAG 106 Verstorbene. «Wir sind in einer kritischen Lage», sagte Simonetta Sommaruga.

Die Bundespräsidentin kam auf die kantonale Kakophonie zu sprechen: «Wir können nicht länger zuwarten. Für die Bevölkerung ist nicht entscheidend, wer etwas anordnet, sondern dass die Infektionszahlen zurückgehen.»

Bundesrat lenkt bei Sperrstunde ein

Restaurants, Bars, Läden, Märkte, Museen und Sport- und Freizeitanlagen sind ab Samstag nur noch bis 19 Uhr offen. Der Bundesrat kommt aber den Kantonen, die in den letzten Wochen strikte Massnahmen ergriffen hatten und die Lage entschärfen konnten, entgegen: Bei ihnen gilt die Sperrstunde für Restaurants erst ab 23 Uhr – solange es die epidemiologische Lage zulässt.

Dass der Bundesrat das Heft wieder stärker in die Hand nimmt, ergibt sich aus der Verantwortung, die wir für das Land haben.
Autor: Simonetta SommarugaBundespräsidentin

Besonders aus der Romandie hatte es teils heftige Kritik an den Bundesratsplänen gegeben. Diese hatte in den letzten Wochen mit ungleich schärferen Massnahmen als in der Deutschschweiz die Fallzahlen drücken können. Sommaruga anerkannte, dass die Entscheide «unterschiedlich» beurteilt würden: «Manchen gehen sie zu weit, anderen zu wenig weit.»

Allen sei aber klar, dass etwas getan werden müsse. «Dass der Bundesrat das Heft wieder stärker in die Hand nimmt, ergibt sich aus der Verantwortung, die wir für das Land haben. Es ist nicht gegen die Kantone gerichtet.»

Sorgenvoller Blick auf einen langen Winter

Die Reaktionen aus der Romandie seien «sehr lebhaft» gewesen, räumte auch Gesundheitsminister Alain Berset ein. «Wir sind aber in einer delikaten Situation.» Die Botschaft müsse sein, möglichst wenige Kontakte zu haben.

Die Stimmung im Land sei gedrückt, so Berset weiter: Kontakte reduzieren, Einsamkeit, Angst um den Arbeitsplatz, der Tod von Angehörigen – all das sei gerade zur Weihnachtszeit nur schwer zu ertragen. «Umso mehr müssen wir einander Sorge tragen.»

Video
Bundesrat Berset: «Die Spitäler stehen unter sehr grossem Druck»
Aus News-Clip vom 11.12.2020.
abspielen

Es gelte jetzt aber, einander zu helfen und durchzuhalten. «Wir müssen diesen Winter aus eigener Kraft bewältigen», appellierte Berset an die Bevölkerung. Die Impfung werde die Coronakrise nicht von heute auf morgen lösen. Ausländische Touristen forderte Berset auf, auf Skiferien in der Schweiz zu verzichten. «Alle, die sich nicht an die Regeln halten, riskieren schärfere Massnahmen.»

Auf dem Schuldenberg könnte man die Olympischen Spiele organisieren, denn dort oben ist es auf jeden Fall schneesicher.
Autor: Ueli MaurerFinanzminister

Die Frage, wie die Unterstützung der Restaurants geregelt werden soll, werde noch geprüft, sagte Finanzminister Ueli Maurer. «Für jedes Restaurant ein einzelnes Härtefallgesuch zu prüfen, ist wohl keine Lösung.» Eventuell brauche es hier eine Branchenlösung.

Video
Bundesrat Maurer: «Schneesicherer Schuldenberg»
Aus News-Clip vom 11.12.2020.
abspielen

Mehrere Kantone hätten schon Lösungen für die Restaurants angedacht – man sei im Gespräch. Es müsse auch beachtet werden, dass nicht alle Restaurants gleich stark von den Massnahmen betroffen seien.

Der Hüter der Bundeskasse schloss mit einer Spitze: «Auf dem Schuldenberg könnte man die Olympischen Spiele organisieren, denn dort oben ist es auf jeden Fall schneesicher.»

Nur noch bis 19 Uhr offen / geschlossen an Sonn- und FeiertagenQuelle: Bundesrat, 11.12.20Massnahmen des Bundesvom 12. Dezember bis 22. Januar VerbotenÖffentliche VeranstaltungenReligiöse Feiern (max. 50 Personen), Beerdigungen im Familien- und engen Freundeskreis, Parlamentsversammlungen, politische KundgebungenAusnahmen:Auch an Sonn- und Feiertagen bis 19 Uhr offen*Einkaufsläden und MärkteFreizeit- und SportbetriebeMuseen und Bibliotheken*24. Dezember und Silvester: Sperrstunde ab 1 Uhr, Ausnahmen für Kantone mit «günstiger epidemiologischer Lage»GastrobetriebeSportaktivitäten in der Freizeit mit mehr als 5 PersonenAktivitäten im nichtprofessionellen Kulturbereich mit mehr als 5 Personen

SRF 4 News, 11.12.2020, 14 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

30 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    SVP - Interaktionen = kontraproduktive, unüberlegte "Politik" gegen das WOHL der Bevölkerung aus Eigeninteressen-Verfolgung, Lobbyismus! Es macht Sinn , dass der Bundesrat weiterhin die "Zügel" und damit die Verantwortung übernimmt! "Zu viele Köche, verderben den Brei", sind kontraproduktiv, da verunsichernd während der Pandemie! Keine Zeit für Partei-politische Interessen-Verfolgung! Umsichtiges, gesamtschweizerisches Planen und Handeln zum WOHL der Bevölkerung während der Pandemie.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Esther Wiesendanger  (EsWie)
    Sehr gute Übersicht zu Corona in der Schweiz - ein Plädoyer für evidenzbasierte Pandemiepolitik:
    https://www.unilu.ch/news/alle-news/corona-in-der-schweiz-plaedoyer-fuer-eine-evidenzbasierte-pandemiepolitik-5553/
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Alexander Diener  (Alexander Diener)
      super danke!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jürg Vollenweider  (Ge.Vo)
    Gastrobetriebe,Einkaufsläden,Freizeit- und Sportbetriebe etc.müssen um 19:00 Uhr schliessen.Was hat das noch mit Pandemiebekämpfung zu tun?Oder ist das Virus nach 19:00 Uhr ansteckender als davor?Und bräuchte es nicht eher längere Öffnungszeiten,damit sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig am selben Ort aufhalten?
    Ich finde einige dieser Massnahmen nicht wirklich sinnvoll und zielführend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen