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Berset: «Wir haben uns für einen substantiellen Fortschritt entschieden»
Aus News-Clip vom 26.05.2021.
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Bundesrat lockert massiv Das Ende von Corona ist der Anfang der Ungleichheiten

Ja, es ist ein Freudentag. Optimistisch wie schon lange nicht mehr präsentierte Alain Berset heute einen ganzen Strauss an Lockerungen. Offene Gaststuben ab Montag, Privatpartys mit bis zu 30 Personen in den eigenen vier Wänden, und ab 20. August sollen gar wieder Grossveranstaltungen mit 10’000 Personen stattfinden. Mit jedem Tag und jeder stechenden Impfnadel rückten wir dem Ende der Corona-Pandemie näher, so Berset.

Staat zieht sich zurück

Sollte nicht noch eine impfresistente Virusvariante die Vorfreude durchkreuzen, ist ein normales Leben ohne Gesundheitskrise ab Herbst wieder denkbar. Spätestens wenn alle die wollen in der Schweiz vollständig geimpft sind, wird der Bundesrat die «Normalisierungsphase» einläuten und sämtliche Corona-Regeln fallen lassen. So verspricht es Alain Berset – wobei sich Regeln wie die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr wohl noch etwas länger halten dürften. «Jeder von uns wird auf die eine oder andere Art mit dem Virus in Berührung kommen – ob über die Impfung oder eine Ansteckung», mahnt Berset heute und deutet an, dass die Regierung ihre Pflicht zum Schutz der Bevölkerung bald erledigt hat.

Der Staat – der heute mit Pandemie-Regeln das Leben von allen mehr oder weniger stark auf den Kopf stellt – wird sich zurückziehen. Wer sich nicht impfen lassen will, wird wieder auf sich alleine gestellt sein. Den Impfkritikern wirds recht sein. Sie wollen vor allem die unliebsamen Corona-Massnahmen loswerden und zurück zur Eigenverantwortung.

Ungleichheiten nehmen zu

Bis es so weit ist, stehen aber ein paar Monate vor uns, in denen Ungleichheiten nicht zu vermeiden sind. Wer sich nicht impfen lassen will, muss sich eine dicke Haut zulegen – nicht nur gegen Anfeindungen beim Tischgespräch.

So hat der Bundesrat heute angekündigt, dass Geimpfte und Genesene nicht mehr in Quarantäne müssen, wenn sie engen Kontakt mit einem Covid-Kranken hatten oder aus einem Land mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in die Schweiz zurückkehren (mit Ausnahme von Ländern mit besorgniserregenden Corona-Varianten). Für Ungeimpfte bleibt die Quarantäne-Pflicht. Eine ähnliche Ungleichheit gilt bereits in den Altersheimen: Wer geimpft oder genesen ist, kann sich im Heim ohne Maske bewegen – für Ungeimpfte hingegen gilt weiterhin Maskenpflicht.

Sorglosigkeit versus Testen

Während bei Geimpften die Corona-Sorgen nach und nach verfliegen, müssen sich die anderen nun an wöchentliche Tests gewöhnen – sei es am Arbeitsplatz, zuhause oder beim Arzt. Wenn in knapp zwei Wochen das Covid-Zertifikat eingeführt wird, wird die Testerei für sie noch zunehmen: Um in ein Konzert oder Fussballspiel reinzukommen, wird ein frischer Test nötig sein – während Geimpfte oder Genesene für mindestens 6 Monate ein Covid-Zertifikat erhalten. Bis die Corona-Einschränkungen für alle aufgehoben werden, sollten sich Impf-Skeptiker also warm anziehen. Bis die Corona-Zeit endgültig hinter uns liegt, gilt es noch die eine oder andere Ungleichheit auszuhalten.

André Ruch

André Ruch

Bundeshaus-Redaktor, SRF

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Reporter André Ruch arbeitet seit 2008 für verschiedene SRF-Sendungen. Etwa als Redaktor und Produzent bei der Gesundheitssendung «Puls», als Reporter bei «10vor10» und seit 2018 als Bundeshaus-Redaktor in Bern.

SRF 1, 26.5.21, 13:45 Uhr

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220 Kommentare

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  • Kommentar von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
    An alle Impfgegner mal folgende Fragen die ich wirklich gerne beantwortet hätte :
    1. Gehen/gingen Sie alle NIE in irgendein Land wo man sich impfen muss um da hinfliegen zu können ?
    2. Wie machen Sie das zB wenn sie sich mit einem rostigen Nagel oder dergleichen verletzen (also Tetanosgefahr). Lassen Sie sich nicht impfen bzw haben Sie sich nie impfen lassen ?
    Merke : Die Tatsache dass Sie auf die 2. Frage antworten können gibt mir einen HInweis...
    1. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Falls Sie mit Impfgegnern auch Impfdruck-Gegner meinen, nehme ich an, für die verlangten Tropenimpfungen gibt es Gründe, die einzig in der Natur der Krankheiten liegen, die man nicht eingeschleppt oder verbreitet haben will. Auch nehme ich an, diese Krankheiten sind so sorgfältig untersucht wie die entsprechenden Impfungen entwickelt worden sind. Ausserdem bieten diese wenigstens zum Teil einen bestätigten sterilen Schutz.
    2. Antwort von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
      PS. Und bitte definieren Sie mir doch noch "sterilen Schutz". Und das im Gegensatz zu "nicht sterilem Schutz".
      Der ganze Satz ist amüsant. Bieten wenigstens zum Teil einen bestätigte sterilen Schutz. Welche dieser Impfungen bieten keinen sterilen Schutz und man muss sie trotzdem machen ? (Tipp : mRNA ist die falsche Antwort, da gemäss Ihrer Vormulierung in Ihren angesprochenen Impfungen nicht eingschlossen UND es würde sowieso nicht stimmer ;) )
    3. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Es freut mich, wenn ich Sie erheitere. Reicht Wikipedia?

      "Sterile Immunität / ist der Schutz vor Weitergabe (Transmission) des Erregers an Dritte durch die geimpfte und infizierte Person und damit einer der Faktoren, die über das Erreichen einer Herdenimmunität entscheiden."

      Können wir abkürzen und feststellen, bei den bekannten Covid-Impfungen sei das nachweislich höchstens tendenziell der Fall und unbestimmt, wie gross ihr Beitrag zur Beendigung der Pandemie sein kann und / oder wird?
    4. Antwort von tom rosen  (tom rosen)
      Ich bin gegen div. "Kinderkrankheiten", div. Tropenkrankheiten, Tetanus u.a. geimpft. Meine Kinder sind geimpft. Und wenn ich ein bestimmtes alter erreiche, werde ich mich auch gegen Grippe impfen lassen. Aber das alles sind Impfungen, die klassisch hergestellt werden und wirken, die dutzende Jahre erprobt sind und immer noch ein gewisses aber kalkulierbares Risiko beinhalten. Für so gut wie alle aktuellen Impfstoffe gegen Covid-19 gilt das nicht.
    5. Antwort von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
      Ich glaube, die Welt besteht aus mehr, als nur aus Menschen, die kategorisch alle Impfungen ablehnen und die sich kategorisch gegen alles impfen, was es gibt.
      Ich behaupte, die meisten Menschen entscheiden individuell pro Krankheit/Virus, Impfstoff, Impfzeitpunkt und Lebenssituation.
  • Kommentar von Barbara Bays  (Thaler*)
    Schon bald sind 6 Monate vergangen, seit die ersten Personen geimpft wurden. Dann braucht es also schon bald eine 3. Booster, um das Covid-Zertifikat zu erhalten? Die Aktionäre der Pharmaindustrie freuen sich darüber.
    1. Antwort von Thomas Steiner  (Thomas Steiner)
      Die Aktionäre von Pharma freuen sich über das Ende der Pandemie, damit sie endlich nicht mehr Milliardenverluste machen. Impfungen interessieren Big Pharma sowieso nicht, da man Menschen die gesund bleiben keine teuren Medikamente verkaufen kann, am liebsten ein Leben lang. Roche gehört zu den Gewinntern der Pandemie, kostet doch ein einziger Selbsttest mehr als zwei Impfdosen, und jeden Monat können sie unserem Land 30 Millionen Stück dabon verkaufen.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die Welt der Menschen, um weitere "Impfungen-Impf-Seren" reicher.....positive, oder doch eher negative, da weiter abhängig machende Entwicklung in der Welt der Menschen..?
    1. Antwort von Christian Kunz  (CK124)
      Der Mensch ist schon lange von sehr vielem abhängig. So braucht er schon mal Luft zum Leben.
      Die Impfung kann Leben retten, wie auch andere medizininische Fortshritte. Seh s also positiv ;-)