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Wie tickt die Romandie beim Verhüllungsverbot?
Aus HeuteMorgen vom 11.02.2021.
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«Burka-Initiative» Verhüllungsverbot stösst in der Romandie auf offene Ohren

Die Romandie stimmt oft linker als die Deutschschweiz. Bei der Initiative zum Verhüllungsverbot könnte es anders sein.

Initiativen aus dem rechts-bürgerlichen Lager hatten in der Vergangenheit in der Westschweiz wenig Chancen. Die Romands stimmen tendenziell linker ab als die Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer. Bei der Initiative für das Verhüllungsverbot zeigt sich nach ersten Umfragen jedoch ein anderes Bild.

Meinungen sind gespalten

Die Zustimmung zur Initiative für ein Verhüllungsverbot dürfte in der Westschweiz sogar höher ausfallen als in der Deutschschweiz. Das überrascht, aber nur auf den ersten Blick. Offiziell sagen die Linksparteien zwar auch in der Westschweiz «Nein» zum Verhüllungsverbot. Doch die Meinungen sind gespalten. So sehr, dass einzelne Linke mit Vertreterinnen und Vertretern aus Mitteparteien ein überkantonales Komitee gegründet haben, das sich für die Initiative einsetzt.

Sie betonen, ihre Befürwortung richte sich nicht gegen Muslime – Gesichtsverhüllungen wie Burka oder Nikab seien ihnen aus anderen Gründen ein Dorn im Auge. Nämlich, weil sie diskriminierend und menschenrechtsverletzend seien und ein Zeichen der Unterdrückung der Frauen. Das Gegenargument, Frauen sollen selbst und ohne Vorschriften über ihre Kleidung bestimmen können, lassen sie nicht gelten.

Einfluss von Frankreich

Weiter dürfte einmal mehr auch der Einfluss von Frankreich eine Rolle spielen. In Frankreich sind Gesichtsverhüllungen bereits seit rund zehn Jahren verboten. Eine Klage dagegen hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2014 abgelehnt. Und in Genf hat das Stimmvolk vor zwei Jahren «Ja» zum sogenannten Laizitätsgesetz gesagt, das sämtliche religiösen Symbole im öffentlichen Raum verbietet.

Das sind alles Gründe, weshalb ein Verhüllungsverbot auch in der Westschweiz auf offene Ohren stösst und nicht chancenlos ist, wie dies sonst bei Initiativen, die von rechts lanciert wurden, meist der Fall ist.

HeuteMorgen, 11.02.2021, 6 Uhr

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104 Kommentare

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  • Kommentar von Timo Bucher  (rasifix)
    die Initiative in der aktuellen Zeit ist sowas von absurd. Es besteht ja Verhüllungsgebot in der Öffentlichkeit. Die Polizei darf dann entscheiden, was eine erlaubte Verhüllung ist? Oder gibt es dann einen Katalog mit erlaubten Verhüllungen und eine privatisierte Zertifizierungsstelle?
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Timo Bucher: Ich glaube, die meisten Wähler können zwischen der Maskenpflicht aus gesundheitlichen Gründen, die vermutlich vorbei sein wird, wenn das Verhüllungsverbot in Kraft tritt, und der Burka/Nikab unterscheiden. Auch die Polizei wird das meistern. Im Kanton Tessin haben sie es jedenfalls geschafft und es wurde dort bis jetzt niemand gebüsst, der eine Hygienemaske aufhatte. Gesunder Menschenverstand hilft auch noch in solchen Situationen.
  • Kommentar von Andreas Beerli  (swissneutro)
    Das Verhüllungsverbot macht Männer und Frauen gleich. Eine Gesellschaft, die sich austauscht und kommuniziert, braucht eine Mimik, zumindest muss das ganze Gesicht zu sehen sein. Vollverhüllung ist eine Absonderung. Es geht nicht um Frauenrechte, es geht darum, dass jeder und jede sich in die Gesellschaft einbringt, und sich beteiligt. Menschen kommunizieren nicht nur oral.

    Als Mann, fühle ich mich herabgewürdigt, als Klischee, nur das eine zu wollen!, wo vor sich Frau schützen sollen muss.
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    @ Vetterli - Religion ist nicht das Opium, sondern das Placebo des Volkes. Unsere Väter und Grossväter haben sich für Toleranz gegenüber ALLEN Religionen entschieden. Wenn wie diesen Entscheid abändern, muss dieser laut Art. 8 BV ebenfalls ALLE Religionen beinhalten. Beschränkung der religiösen Intoleranz auf nur ein Geschlecht nur einer religiösen Gruppierung, ist in diesem Land schlicht und ergreifend nicht machbar. Es geht nur ganz oder gar nicht... ;-))
    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Es geht hier aber nicht um die Religion des Islam, der übrigens ein Verhüllungsgebot gar nicht kennt, sondern um den politischen Islam in Form von Wahhabismus, Islamismus und Salafismus. Sie können sich daher die religiöse Gruppierung sparen. Der Niqab ist die Parteiuniform des politischen Islams, er ist nicht ein religiöses Kennzeichen, sondern eines ideologischer, äusserst intoleranter Eiferer! Mit Religion im Sinne des Islams hat das so gut wie nichts zu tun!