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Bypass Luzern Bei Kriens soll die A2 überdacht werden – der Bund zahlt mit

Die Autobahnüberdachung in der Stadt Kriens ist einen Schritt weiter. Bund, Kanton und Stadt haben sich geeinigt.

Worum geht es? Seit Längerem schon existiert die Idee, die Autobahn A2 bei Kriens im Kanton Luzern zu überdachen. Dies als Teil des Grossprojekts Bypass Luzern. Jetzt präsentieren der Kanton Luzern, die Stadt Kriens und der Bund eine gemeinsame Lösung. An drei Stellen soll die A2 einen Deckel erhalten. Damit ist ein grosser Wunsch der Stadt Kriens bezüglich der Gesamtumfahrung Bypass Luzern erfüllt. Sie stellt in Aussicht, eine Beschwerde gegen das Grossprojekt zurückzuziehen, sollten die Überdachungen zustande kommen. «Das macht unsere Stadt attraktiver», ist die Krienser Stadtpräsidentin Christine Kaufmann-Wolf (Mitte) überzeugt. «Auf diesen Dächern entstehen Sitzbänke und Spazierwege, sie werden zum Begegnungsraum.»

Weshalb diese Überdachungen? Aktuell wirke die Autobahn wie eine Trennlinie durch Kriens. So steht es in der gemeinsamen Mitteilung von Stadt, Kanton und Bund. Durch die teilweise Überdachung wolle man verschiedene Quartiere miteinander verbinden und «die Trennwirkung der A2 wesentlich verringen». Auf den Dächern sollen Grünflächen und Begegnungszonen entstehen. Für den Kanton Luzern sind die Überdachungen vor allem wünschenswert, weil durch sie auch die Stadt Kriens hinter dem Bypass Luzern stehe. «Es ist ein wichtiger Schritt für den Bypass Luzern», sagt der Luzerner Baudirektor Fabian Peter (FDP). «Wir brauchen den.»

Überdachung
Legende: So sah der erste Entwurf der Überdachung eingangs Sonnenbergtunnel vor zwei Jahren aus. Eine aktuellere Version gibt es noch nicht. Astra

Was kostet das? Aktuell schätzen die Projektpartner die Kosten auf knapp 187 Millionen Franken. Den grössten Teil will der Bund übernehmen und sich zu 60 Prozent beteiligen. Das Bundesamt für Strassen Astra reizt damit den rechtlich möglichen Maximalbetrag für solche Projekte aus. Das gehe zurück auf einen Entscheid des nationalen Parlaments, das den Bund dazu anwies, sich mit bis zu 60 Prozent an solchen Strassenprojekten zu beteiligen, sagt Jürg Röthlisberger, Direktor des Astra. «Ich sehe nicht, weshalb das in Kriens nicht der Fall sein sollte.» Weiter beteiligt sich auch der Kanton Luzern mit 26 Prozent an der Überdachung, Kriens bezahlt 14 Prozent. Die Bauherrschaft liegt beim Astra.

Künftig wohnen und arbeiten da bis zu 15’000 Menschen.
Autor: Fabian Peter Regierungsrat LU/FDP

Wie kam man zu dieser Lösung? Vier bis fünf Jahre habe man an dieser Überdachung herumstudiert, sagt Regierungsrat Peter. «Mit Fachleuten und einem guten Prozess, bei dem auch die Bevölkerung immer wieder informiert wurde.» So habe man aufzeigen können, dass die Wohnqualität durch diese Massnahmen verbessert würde. Dies in einem Gebiet, das stark wachse. «Künftig wohnen und arbeiten da bis zu 15’000 Menschen», so Peter.

Was ist der Bypass Luzern? Seit 15 Jahren plant der Bund, die Autobahn in der Stadt Luzern auszubauen. Das Projekt trägt den Namen Bypass Luzern und soll die Stadt vom Verkehr entlasten. Geplant ist unter anderem ein Ausbau der Autobahn A14 sowie ein neuer Tunnel, mit dem die Stadtautobahn umfahren werden kann. Das Autobahnprojekt stösst in der Stadt Luzern und Umgebung auf grossen Widerstand. Sollte der Bypass scheitern, gebe es auch keine Überdachungen in Kriens, sagt Regierungsrat Fabian Peter.

Wie geht es weiter? Das Projekt muss noch einige Hürden nehmen. Einerseits sind diverse Beschwerden und Initiativen gegen das Gesamtprojekt Bypass Luzern hängig. Auch muss die Bevölkerung des Kantons Luzern wie auch der Stadt Kriens ihren Segen für die finanzielle Beteiligung an den Überdachungen geben. Nach einer Planungsphase von etwa zehn Jahren wäre der Baustart frühstens ab 2037.

Regionaljournal Zentralschweiz, 2.2.2025, 17:30 Uhr ; 

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