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Einschätzungen der Korrespondentin zur inhaftierten Schweizerin
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 11.02.2022.
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CH-Doppelbürgerin in Belarus Warum Natallia Hersche wohl nicht so bald freikommen wird

Im September 2020 nahm die schweiz-belarussische Doppelbürgerin Natallia Hersche in Belarus an einer friedlichen Demonstration teil. Sie wohnt normalerweise in der Schweiz, war aber zu Besuch in Minsk. Natallia Hersche wurde verhaftet und zu zweieinhalb Jahren Haft in Belarus verurteilt. Letzten September wurde sie in ein Gefängnis verlegt, welches für seine harten Haftbedingungen berüchtigt ist. Ihre Chancen freizukommen, schätzt Korrespondentin Luzia Tschirky als sehr klein ein.

Luzia Tschirky

Luzia Tschirky

Russland-Korrespondentin

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Luzia Tschirky ist SRF-Korrespondentin für die Region Russland und die ehemalige UdSSR.

SRF News: Die Schweizer Diplomatie hat versucht, Natallia Hersche freizubekommen. Weshalb ist das bis jetzt nicht gelungen?

Natallia Hersche wurde zu einer zentralen Figur, vor allem für Belarussinnen und Belarussen, die nicht im Land leben. Natalia Hersche wurde für sie zu einem Symbol.

Alexander Lukaschenko wollte an ihr ein Exempel statuieren.

Deshalb wollte die belarussische Regierung – also faktisch Präsident Alexander Lukaschenko – an ihr ein Exempel statuieren. Indem er sie zu dieser langen Haftstrafe verurteilen liess, konnte er den Belarussinnen und Belarussen im Ausland zeigen, dass sie nicht einfach nach Belarus kommen und demonstrieren können. Sondern, dass dies schwere Konsequenzen hat. Ich gehe davon aus, dass dies der Grund ist, weshalb es der Schweiz und der Schweizer Diplomatie bisher nicht gelungen ist, dass Natalia Hersche freikommt.

Die Schweiz hat eine neue Botschafterin für Belarus bestimmt. Wie gross stehen die Chancen, dass sie Bewegung in die Situation bringt?

Die neue Botschafterin möchte Natallia Hersche in den nächsten Wochen besuchen. Das ist sehr wichtig, weil es Druck macht auf die Belarussischen Behörden. Es zeigt ihnen, dass sie nicht einfach machen können, was sie wollen, sondern dass es immer jemand mitkriegt. Das ist ein wichtiger Schutz für Natallia Hersche. Dass aber Bewegung hineinkommt, in dem Sinne, dass Natallia Hersche freikommen könnte, diese Chance schätze ich als sehr klein ein.

Das sagt das EDA

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Auf Anfrage von SRF bestätigt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), dass die neue Botschafterin letzte Woche in Belarus eingetroffen ist und sie bereits einen Antrag gestellt habe, Natallia Hersche zu besuchen. Vertreterinnen und Vertreter der Schweizer Botschaft in Minsk hätten Natalia Hersche seit ihrer Verhaftung 14 Mal besucht und stünden in Kontakt mit ihr und ihrer Familie.

Hätte die Schweiz denn andere Möglichkeiten, um den Druck auf Belarus zu erhöhen?

Es ist grundsätzlich sehr schwierig, auf die belarussische Regierung Druck auszuüben, weil sie innerhalb von Europa schon sehr stark in die Ecke gedrängt ist. Es gibt noch einen Unterstützer der Belarussischen Regierung und das ist Vladimir Putin. Wenn man Druck ausüben möchte auf Alexander Lukaschenko, dann wäre es eine Möglichkeit, dies über Moskau und den Kreml zu tun. Aufgrund der politischen Situation in Russland ist das aber auch sehr schwierig. Ich denke aber, das wäre eine Möglichkeit – wenn man das denn möchte.

Das Gespräch führte David Lendi.

Video
Aus dem Archiv: Angehörige kämpfen für Freilassung
Aus 10 vor 10 vom 08.02.2021.
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Regionaljournal Ostschweiz, 11.02.2022, 17:30 Uhr;

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