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Die Polizei ist nicht glücklich über den Inserateverkauf mit ihrem Namen
Aus Espresso vom 07.07.2020.
abspielen. Laufzeit 05:24 Minuten.
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Christliche Polizeivereinigung Inserateverkauf für Broschüren sorgt für Verwirrung und Ärger

Im Auftrag der christlichen Polizeivereinigung betreibt ein Verlag Inserateverkauf übers Telefon. Das ist umstritten.

Ein «Espresso»-Hörer und Inhaber eines kleinen Geschäftes erhält ein kurioses Telefon: Es gehe um eine Präventionsbroschüre der Polizeivereinigung. Ob er dort ein Inserat schalten wolle, wird er gefragt. Erst als der Hörer nachfragt, wird klar: Es ist nicht die offizielle Polizei am Telefon, sondern die private, christliche Polizeivereinigung CPV. Ein Verein, in welchem sich Polizisten mit christlicher Gesinnung zusammengeschlossen haben. Die Inserate verkauft der Informationsverlag Schweiz aus Rotkreuz (ZG).

Polizei ist kein geschützter Begriff

Nun stellt sich die Frage: Darf ein privater Verein einfach so im Namen der Polizei Inserate verkaufen? Grundsätzlich sei «Polizei» kein geschützter Begriff, sagt Chantal Billaud, Geschäftsführerin der Schweizer Kriminalprävention im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Sie findet es aber nicht ideal, dass ein privater Verein Präventionsbroschüren herausgibt und diese mit Inseraten finanziert: «Wir erhalten immer wieder Anrufe von Leuten, die verwirrt sind und meinen, die offizielle Polizei sammle Geld für Präventionsbroschüren.» Zudem gebe es auch inhaltliche Fragezeichen: «Es mutet komisch an, wenn ein Inserat einer lokalen Druckerei neben Tipps für Kinder gegen Pädo-Kriminelle steht.»

Auch Kantonspolizeien sind nicht erfreut

Dazu kommt, dass die offizielle Polizei selbst diverse Präventionsbroschüren herausgibt. Diese sind gratis und kommen auch ohne Werbung aus. Auch verschiedene Kantonspolizeien sind über die Aktivitäten der Christlichen Polizeivereinigung und dieses Verlags überhaupt nicht glücklich. Florian Schneider von der Kantonspolizei St. Gallen sagt, dass immer wieder Leute anrufen würden, die das Gefühl haben, die offizielle Polizei sammle Geld für Präventionsbroschüren.

Polizeivereinigung prüft, ob Fehler passiert sind

Das sei jedoch überhaupt nicht die Idee, sagt Felix Ceccato, Präsident der Christlichen Polizeivereinigung. Mit dem Informationsverlag sei klar geregelt, dass keine irreführenden oder zweideutige Gespräche mit dem Wort «Polizei» geführt werden dürfen: «Wir haben klare Abmachungen mit dem Informationsverlag. Jetzt müssen wir schauen, ob es Missverständnisse gibt oder ob Fehler passiert sind.»

Verlag über Vorwürfe verwundert

«Espresso» konfrontiert den Informationsverlag Schweiz mit der Kritik. Geschäftsführer Benjamin Kunz sagt, dass man seit 15 Jahren erfolgreich mit der CPV zusammenarbeite. Und von aggressiven Verkaufsmethoden distanziert er sich: «Den Namen der herausgebenden Organisation zu nennen, ist unsere Pflicht. Da unsere Verkäufer regelmässig geschult und kontrolliert werden, sind wir über Ihren Vorwurf verwundert. Wir halten uns an die Regeln der Christlichen Polizeivereinigung.» Zudem hätten die Verkaufsmitarbeiter keinen Vorteil, wenn sie am Telefon falsche Tatsachen vorspiegeln.

Espresso, 07.07.20, 08:13 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Stocker  (BeaSt)
    Wenn also das nächste Mal ein Polizist etwas an mir oder meinem Fahrzeug auszusetzen hat, ist das auch nur ein 'Missverständnis oder Fehler', der nicht weiterverfolgt werden muss.
    (Ironie off)
    Von einer Polizeibehörde hätte ich eine andere Formulierung erwartet, wenn mit dem Namen möglicherweise Schindluderei betrieben wurde. "Abklären" und "mögliche Strafanzeige" z.B.
  • Kommentar von Peter Stutz  (Peter Stutz)
    Ja, ich wurde auch angerufen um zu inserieren, und das Wort Polizei wurde betont. Andererseits dachte ich, die dürfen ja machen was sie wollen. Dass das nun eine christliche Vereinigung ist, die so zu Geld kommen will, ist natürlich eine Täuschung.
    Zum Glück haben wir noch keine Religionspolizei wie in Saudiarabien oder im Iran.
  • Kommentar von Mark Stalden  (Mark)
    Christliche Polizeivereinigung? Was es nicht alles gibt.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Mark Stalden: Warum nicht? Es gab Mal eine grosse christlichnationale Gewerkschaft. Die heisst heute Travail Suisse.
    2. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Ja Leu Warum nicht, von mir aus. Mir Persönlich würde einfach Polizei genügen ohne das Christliche oder gibt es auch noch Jüdische und Islamische Polizeivereinigungen?
    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Mark Stalden: Das wird uns vermutlich irgendwann noch bevorstehen. Es gibt westliche Länder (UK, Schweden), die erlauben Kopftuch oder Turban bei der Polizei. Machen Sie sich also darauf gefasst.
    4. Antwort von Sam Brenner  (Sam Brenner)
      @TL Und wo genau liegt nun "der Punkt" bei Ihrer Aufzählung der Kopfbedeckungen, gibt es irgendein Problem damit? Sie haben übrigens die Kippa in Ihrer Liste vergessen.
    5. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Ja das gibt es Herr Leu Polizei mit Turban warum nicht?
    6. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Ja das gibt es Herr Leu Polizei mit Turban warum nicht?
    7. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Mark Stalden & Sam Brenner: Ich habe ja nirgendwo geschrieben, dass ich ein Problem damit hätte, sondern, dass solche Dinge im Kommen sind. Wenn Sie, wie Sie schreiben, auch kein Problem mit Turban, Kopftuch oder Kippa haben, dann sollten Sie sich auch nicht an christlichen Polizisten stören. Sonst wäre das eine unverständliche Diskriminierung einer Religion.
    8. Antwort von Sam Brenner  (Sam Brenner)
      @TL Ich glaub nicht dass sich hier jemand an christlichen Polizisten stört, ist mir jedenfalls nicht aufgefallen. Wenn sich so eine Art konfessionsbezogene Polizei-Subkultur bilden täte, das wäre allerdings mehr als nur störend, und damit hätte ich durchaus Probleme.