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Nach Corona-Ausbruch: Arosa öffnet seine Skischulen wieder
Aus SRF 4 News aktuell vom 02.02.2021.
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Corona-Ausbruch in Arosa Gemeindepräsidentin: «Können Skischulen guten Gewissens öffnen»

Im Bündner Ferienort Arosa sind nach einem Corona-Ausbruch seit Montag die Skischulen wieder geöffnet. Lässt sich die Öffnung der Skischulen trotz diesen positiven Fällen verantworten? Yvonne Altmann, Gemeindepräsident von Arosa, nimmt Stellung.

Yvonne Altmann

Yvonne Altmann

Gemeindepräsidentin Arosa

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Die Bündner FDP-Politikerin Yvonne Altmann ist seit Oktober 2020 Gemeindepräsidentin in Arosa. Seit 2017 ist sie zudem im Gemeindevorstand Arosa im Departement für Hochbau und Planung. Ihre politischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Schule, KMU und Tourismus.

SRF News: Obwohl am Wochenende mehrere positive Fälle mit der Virus-Mutation festgestellt wurden, öffnen Sie die Skischulen in Arosa wieder. Ist das Risiko nicht zu gross?

Yvonne Altmann: Das Risiko können wir momentan anhand von Flächentests ausschliessen. Wir haben den Hauptinfektionsherd gefunden, und dieser ist leider in der Schule Arosa. Ich sage leider, wegen all diesen Familien, die nun in Quarantäne sind. Es sind über 200 Personen, die zu Hause die Quarantänepflicht erfüllen müssen.

Das Risiko können wir momentan anhand von Flächentests ausschliessen.

Ein Massentest ist immer nur eine Momentaufnahme. Die tatsächliche Lage am heutigen Tag ist unklar. Deshalb nochmal die Frage: Können Sie dieses Risiko eingehen?

Es ist immer schwierig. Die ganzen Massnahmen werden mit dem Kanton besprochen. Anhand dieser Analyse können wir das Risiko als gering einschätzen. Wir haben sogar eine zusätzliche Massnahme getroffen: Die Kontaktpersonen von Kontaktpersonen, die mit positiven Leuten zu tun hatten, mussten auch in Quarantäne. Uns ist bewusst, dass es nur eine Momentaufnahme ist.

Wir haben sogar eine zusätzliche Massnahme getroffen.

Wir machen aber diese Woche nochmals Flächentests. Am Mittwoch werden die Schulkinder getestet. Am Donnerstagmorgen haben wir von 10 bis 12 Uhr für die Eltern und die Lehrerinnen und Lehrer eine Testrunde. Ab 12 Uhr werden dann alle anderen in Arosa nochmals getestet – auf freiwilliger Basis.

Die öffentlichen Schulen in Arosa bleiben für mindestens diese Woche noch zu. Gleichzeitig aber sind die Skischulen offen. Ist das nicht ein Widerspruch?

Ja, man könnte das als Widerspruch anschauen. Ich glaube aber, dass man das vernünftig analysieren muss. Wenn man in der Skischule keine Fälle hat, dann ergibt es keinen Sinn, die Skischule zu schliessen. Anhand dieser Zahlen, die wir mit dem Kantonsarzt genau ausgewertet haben, können wir sagen, dass der Herd in der Schule ist. Somit können wir die Skischulen mit gutem Gewissen öffnen.

Nächste Woche beginnen in einigen Schweizer Kantonen die Sportferien. Es kommen wohl auch viel mehr auswärtige Gäste nach Arosa. Steigt da nicht auch das Risiko eines erneuten Ausbruchs?

Da sitzen wir in der Schweiz und auch in der ganzen Welt im selben Boot. Wir wissen, dass das Virus da ist. Wir versuchen, die Massnahmen hochzufahren. Auch in Arosa haben wir die Massnahmen nochmals verschärft. Wir haben jetzt zusätzliche Rangers und Securitas im Dorf, die schauen, dass die Abstände eingehalten und die Masken getragen werden. Ich glaube, das ist der einzige richtige Weg, dass wir möglichst viele Ansteckungen verhindern. Zudem lautet die Devise nach wie vor: Testen, testen und nochmals testen. Und sobald ein Ansteckungsherd besteht, muss da sofort reagiert werden.

Das Interview führte Hans Ineichen.

SRF 4 News, 2.2.2021, 8:40 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Jakob Meier  (Astronautovic77)
    Da frage ich mich immer mehr... für was verzichte ich eigentlich. Die Menschen machen sowieso was sie wollen. Solidarität hat auch bei mir Grenzen. Es gibt zwei Möglichkeiten:
    Eine nationale Einheit mit gleichen -ich präzisiere sinnvollen- Regeln, oder das jetzige Modell was einem Durcheinander entspricht, jeder dreinreden und machen kann was er will. Oder man hebt alles auf - was zu absolutem Chaos in Spitälern führt. Mir egal, Hauptsache ich muss das im Nachhinein nicht aufräumen.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Jakob Meier: Sie fordern den totalen Lockdown. Alle sitzen zu Hause; auch die Kinder. Sie gehen erneut nicht einmal mehr in die Sporttrainings der Vereine und auch nicht in die Skischule, die ja sogar draussen an der frischen Luft stattfindet. Bis jetzt hatten wir in keinem Schweizer Spital das absolute Chaos. Mehr Arbeit; klar. aber das haben auch andere wie Spediteure, der Online-Versandhandel wie Microspot und Galaxus, die Schulen und Hochschulen und sogar der Bundesrat.
    2. Antwort von Jakob Meier  (Astronautovic77)
      @tleu
      Das habe ich gar nicht gesagt. Ich möchte nur eine rationale Sicht auf alle Verbote/Freigaben und faire Behandlung aller. Aber so wie das jetzt ist, sehe ich nichts davon.
    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Jakob Meier: Auf welche Regeln wollen Sie sich einigen, wenn Sie überall nationale Einheit fordern? Auf die largesten oder die strengsten. Man hat bereits in vielen Bereichen wie Restaurants, Kino, Kultur, Masken im ÖV, etc. nationale Einheit. Wenn das jetzt auch noch für lokale Phänomene wie den Skilift gelten soll, dann müssten Sie sich ja irgendwo einigen. Was für den einen Sinn macht, ist aber für den anderen total übertrieben. Deshalb machen auch regionale Entscheidungen durchaus Sinn.
    4. Antwort von Jakob Meier  (Astronautovic77)
      @tleu
      Skilifte sind für mich per se keine lokalen Phänomene, aber darum geht es auch nicht. Ich darf mich nicht in der Gruppe mit meinen Freunden treffen, nicht mal draussen, aber an der skibar und am lift ist dies erlaubt? Die provisorische Bar an der Loipe wo 40 Personen eng aneinander stehen ist erlaubt, aber im Restaurant zu zweit essen gehen nicht?
      Sie haben schon Recht alles vereinheitlichen kann man nicht, aber wenigstens ein bisschen Kohärenz wäre wünschenswert.
    5. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Jakob Meier: Das mit der Skibar scheint mir jetzt auch ein wenig seltsam und vermutlich nicht sehr kompatibel mit den Corona-Massnahmen. Ich war auch schon 2x Ski fahren. Da lief alles ziemlich ordentlich ab. Kaum Warteschlangen und schon gar keine Skibar. Man konnte Take Away bestellen, und draussen essen. Da musste aber jede Familie an einen eigenen Tisch sitzen mit genügend grossem Abstand zu den anderen Tischen.
  • Kommentar von Susanne Nussbaumer  (Susen)
    Völlig ihrer Meinung Herr Blatter
    Das BAG äussert sich die Zahlen sinken zu langsam aber Schulen und Skigebiete bleiben offen und an Grenzen wird zu wenig kontrolliert.
    Wird eigentlich diese Pandemie nur auf den Schultern von gewissen Wirtschaftszweigen ausgetragen?
    Diese Situation ist nicht mehr länger haltbar.
  • Kommentar von Samuel Blatter  (samuel.blatter)
    Ich finde das unsäglich.
    Ich als Musiker bin seit einem Jahr ohne Konzerte, muss proben absagen, Workshops können nicht durchgeführt werden, als Klavierlehrer muss ich immer wieder auf Fernunterricht umstellen und die Skigebiete dürfen weiterhin dafür sorgen, dass auch nach den nächsten Ferien wieder frisch angesteckte Kinder die Schulen lahmlegen und jede Hoffnung auf Besserung untergraben.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Samuel Blatter: Das müssen Sie Ihren Wohnkanton fragen. Unsere Kinder gehen nach wie vor in den Schulunterricht und die Musikschule; einfach mit Maske. Zudem finden Skischulen in der Regel draussen statt. Da ist es ein leichtes genügend Abstand zu halten.