Zum Inhalt springen

Header

Video
Corona-Dauerbrenner: Theater um Masken
Aus Rundschau vom 29.04.2020.
abspielen
Inhalt

Corona-Dauerbrenner Das Theater um die Masken

Je grösser die Lockerungen, desto grösser die Diskussion über die Maskentragpflicht. Der Bundesrat und das BAG verneinten zu Beginn der Krise den Nutzen der Masken. Nun empfehlen sie diese.

Anders als in den Nachbarländern verzichtet der Bundesrat auf eine Maskentragpflicht. Doch warum, wenn doch im Pandemieplan des Bundes steht, dass Schutzmasken das Übertragungsrisiko verringern? Hängt es damit zusammen, dass zu Beginn des Lockdowns ein Mangel an Schutzmasken herrschte?

Der grüne Nationalrat Bastien Girod kritisiert schon seit Beginn die Maskenstrategie des Bundes. Er meint: «Die Bevölkerung hätte es wahrscheinlich verstanden, wenn der Bundesrat anerkannt hätte, dass Masken ein knappes Gut seien und er nun dem Gesundheitssektor Priorität gäbe. Stattdessen wurde behauptet, sie bringen nichts. Das ist keine ehrliche Kommunikation.»

Video
Bastien Girod (Grüne/ZH) verlangt Klarheit des Bundesrates
Aus News-Clip vom 29.04.2020.
abspielen

Auch CVP-Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger sagt, der Pandemieplan sei zu wenig umgesetzt worden. Sie meint: «Masken sind dort sinnvoll, wo die Bevölkerung nicht den gebotenen Abstand wahren kann. Ich glaube aber, dass die Akzeptanz dieser Masken grösser ist, wenn sie freiwillig bleiben.»

Video
Andrea Gmür-Schönenberger (CVP/LU) zur Maskenpflicht
Aus News-Clip vom 29.04.2020.
abspielen

Keine Suche nach Schuldigen

SVP-Nationalrat Franz Grüter findet, alle seien zu wenig gut auf die Pandemie vorbereitet gewesen. «Nun gilt es nicht, Schuldige der Krise zu suchen, sondern zu analysieren, wie wir uns besser auf eine nächste Krise vorbereiten können», so Grüter.

Video
Franz Grüter (SVP/LU) zur Maskenpflicht
Aus News-Clip vom 29.04.2020.
abspielen

Diese Meinung vertritt auch der ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm. Der Fehler liege nicht bei einzelnen Personen, sagt Strahm. Der ehemalige SP-Nationalrat spricht von einem «System von koordinierter Verantwortungslosigkeit»: «Die ganze undurchsichtige, diffuse Zuteilung der Verantwortung ist eigentlich schuld. Jeder sagt, der andere sei verantwortlich.»

Video
«Es gab keine klare Verantwortung», meint Rudolf Strahm.
Aus News-Clip vom 29.04.2020.
abspielen

Kritikpunkt: Preis der Masken

Nächsten Montag beginnt die ausserordentliche Session in der BernExpo. Der Bundesrat wird dem National- und Ständerat einen Antrag für 2.1 Milliarden Franken für die Beschaffung von Sanitätsmaterial unterbreiten. Davon sollen 396 Millionen Franken für Hygieneschutzmasken für die Bevölkerung ausgegeben werden.

Pandemieplan

Box aufklappenBox zuklappen

Im Pandemieplan 2018 steht, dass Schutzmasken das Übertragungsrisiko verringern. Der Bund gibt die Empfehlung ab, dass jede Person 50 Hygienemasken als persönlichen Notvorrat besitzen sollte. Auch Spitäler, Rettungsdienste etc. sollten mit einem Mindestvorrat der Masken ausgerüstet sein. Die jeweiligen Institutionen sind selbst dafür verantwortlich, wie sie die Empfehlungen der Lagerhaltung umsetzten.

Ein neuer Kritikpunkt: der Preis der Masken. Franz Grüter will nicht, dass zu viel Geld ausgegeben wird. «Der Bundesrat setzt für die Maskenbeschaffung pro Stück 1.20 Franken ein. Ich erhalte immer wieder Angebote, die mindestens halb so teuer sind. Wir werden nächste Woche einen Kürzungsantrag stellen von 600 Millionen Franken für die genau gleiche Beschaffung.»

Jetzt wird’s teurer

Für Rudolf Strahm zeichnen sich jetzt «die Kosten des Nichtstuns» ab. Er sagt: «Anstatt Instrumente und Mittel locker zu beschaffen, hat man jahrelang vom Sparen im Gesundheitswesen gesprochen, die sogenannten Bürokratiekosten denunziert. Was wir jetzt bezahlen, sind Kosten der Unterlassung und die sind hundertmal höher.»

Wegen des Maskendebakels bringt die SVP die Forderung nach einer parlamentarischen Untersuchungskommission ins Spiel. SVP-Nationalrat Grüter würde nicht so weit gehen, aber findet eine Geschäftsprüfungskommission sei angebracht.

Auch Grünen-Nationalrat Girod findet eine PUK übertrieben, aber die Strategie des Bundesrates müsse unbedingt untersucht werden: «Es sind Fehler gemacht worden, bei denen auch die SVP schuld ist.» SVP-Politiker seien jahrelang dem Militärdepartement vorgestanden. «Und sie haben Geld für verschiedene Dinge ausgegeben, aber offensichtlich nicht fürs Schutzmaterial für die Bevölkerung. Da muss man also genau hinschauen.»

Rundschau, 29.04.20, 20:05 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

84 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Was mich an der ganzen Masken-Diskussion so stört ist, dass man damit nicht genauso verfährt wie bei allen andern gesundheitsgefährdenden Emissionen:
    Die Verantwortung liegt beim Emittenten, nicht beim Geschädigten.
    Beim Rauchen ging es doch auch: Jeder darf sich seinen eigenen Lungenkrebs "gönnen", aber nicht andere zum Passivraucher machen.
    Also jeder, der sich selbst nicht vor Corona schützen will, soll das machen, aber er darf nicht andere gefährden.
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Strahm hat Recht. Wir bezahlen heute hundert- und tausendfach die Zeche fürs "sparen" an der falschen Stelle! Wer Maske sagt, müsste eigentlich auch Schutzbrille sagen. Ansonsten bringt das Maskentragen nicht viel bis gar nichts....;-))
  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    Was ich noch vergessen habe, darum bleiben die meisten Geschäfte geöffnet. Man kann sich frei bewegen ausser die Restaurants, die sind geschlossen, das rechtfertigt doch sicher schnell eine Maske überziehen