Zum Inhalt springen

Header

Video
Kampf gegen Aerosole im Bundeshaus
Aus SRF News vom 08.03.2021.
abspielen
Inhalt

Corona-Festung Bundeshaus Parlament hat sich vor Corona verschanzt – aber nur teilweise

Trotz Spucktests, Masken und einem Plexiglas-Wald: Im Parlamentsbetrieb können nicht sämtliche Coronaregeln eingehalten werden – etwa beim Abstand.

Magdalena Martullo-Blocher wird des Ratssaals verwiesen, weil sie eine Maske trägt – ein Jahr ist diese Szene her. Heute werden jene des Saals verwiesen, die keine Maske tragen. Die Parlamentssäle gleichen einem Wald aus Plexiglas, zwei Speichel-Schnelltests gibt es für jeden Parlamentarier pro Woche, Besucher und Lobbyisten sind ausgesperrt. «Mehr können wir nicht machen», sagt Andreas Wortmann, Leiter Infrastruktur der Parlamentsdienste. 85'000 Franken hat der Bund alleine für Plexiglas ausgegeben.

Das Virus schafft es jedoch trotz aller Vorsichtsmassnahmen immer mal wieder ins Parlament: So entdeckten die Schnelltests bei Ständerat Josef Dittli letzte Woche Covid-19, er fehlt seither und bleibt in Isolation. «Allerdings gibt es bis heute keinen Nachweis, dass sich jemand im Bundeshaus selber angesteckt hat», sagt Wortmann, der die Schutzmassnahmen koordiniert.

300 statt 800 Personen anwesend

Ein Parlament zu betreiben, bedeutet immer, grosse Menschenmassen auf einem Haufen zu heben: 246 Parlamentarier plus Journalisten, Polizisten, Parlamentsangestellte und Beamte gehen ein und aus. Mindestens 300 Personen bewegen sich also gleichzeitig in den Sälen und der Wandelhalle, zeitweise aber auch mehr. «In einer normalen Session wären es 800 bis 1000 Personen», gibt Andreas Wortmann zu bedenken, «in meinen Augen sieht die Wandelhalle derzeit fast leer aus.»

Wahrscheinlich ist der grösste Teil des Parlaments ohnehin schon immun.
Autor: Erich HessNationalrat (SVP/BE)

Bei so vielen Menschen im selben Gebäude über drei Wochen sind nahe Kontakte unvermeidlich. Zu den Hauptaufgaben des Parlaments gehört es, miteinander zu sprechen. Die empfohlenen Abstandsregeln können bei spontanen Sitzungen und Gesprächen in der Wandelhalle nie und nimmer eingehalten werden. Allerdings wird mittlerweile überall im Bundeshaus konsequent eine Maske getragen.

Leicht gelockerte Maskenpflicht

Vor der Frühlingssession liessen die Parlamentsdienste noch verlauten, neu gelte im Parlament immer und überall Masken-Tragepflicht, also auch am persönlichen Sitzplatz im Saal. Doch schon am ersten Tag lockerte Parlamentspräsident Andreas Aebi (SVP/BE) die Regeln wieder: Wer an seinem Platz sitze und die seitlichen Plexiglaswände runter klappe, dürfe die Maske auch mal abnehmen. Und auch, wer am Rednerpult spricht; schliesslich werden die Mikrofone nach jedem Sprecher desinfiziert.

Video
Spucktest für Parlamentarierinnen und Parlamentarier
Aus Tagesschau am Vorabend vom 01.03.2021.
abspielen

Für Aufsehen wiederum sorgen einige Masken-Rebellen aufseiten der SVP: Sie tragen die Maske in der Wandelhalle gerne demonstrativ unter der Nase oder auch mal gar nicht, was für Kopfschütteln bei den anderen Parlamentariern sorgt.

«Von mir aus könnten wir die Maskenpflicht wieder über den Haufen werfen – genauso wie alle anderen Schutzmassnahmen», sagt etwa Erich Hess (SVP/BE). Das Parlament sollte seiner Meinung nach zur Normalität zurückkehren. «Ich gehe davon aus, dass die Risikogruppen mittlerweile geimpft sind. Und wahrscheinlich ist der grösste Teil des Parlaments ohnehin schon immun.»

Take-away in Parlamentarier-Restaurant

Eine der letzten Bastionen mit lockeren Regeln war die «Galerie des Alpes». Das Parlamentsrestaurant im Bundeshaus blieb – deklariert als Kantine – bislang offen, bis zur Wintersession waren über Mittag noch grössere Tische mit Parlamentarierinnen und Parlamentarier zu beobachten. Nun wurden auch hier die Massnahmen verschärft

Für die Frühlingssession wurden die Stühle und Tische in der «Galerie des Alpes» noch weiter auseinander platziert. Neu können nur noch höchstens zwei Personen zusammen sitzen – die Sitzplätze wurden auf 40 Personen beschränkt. Dafür gibt es für die Volksvertreterinnen und Volksvertreter jetzt Take-away-Menüs, die sie in einem Sitzungszimmer vereinzelt hinter Plexiglas verspeisen können.

Tagesschau, 09.03.2021, 19:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jacqueline Bisaz  (Grosi Jaquie)
    Und dann wundert man sich über vermehrte Neuansteckungen!
  • Kommentar von Barbara Jermann  (BarbaraJ)
    HImmel Gesäss und Nähgarn und was sieht man oben auf dem Photo ?? Eine Maske unter der Nase ! Also. Parlamentarier kriegen Selbsttests weil sie das können (nicht so wie die Bevölkerung) können aber anscheinend nicht mal ne Hygienemaske richtig tragen. BRAVO !
  • Kommentar von Werner Amstutz  (Wam)
    Ich finde die Haltung solcher Parlamentarier absolut inakzeptabel Leute wie Herr Hess haben im Parlament als Volksvertreter nichts verloren!!!