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Kinder im Fokus der Corona-Planung
Aus Echo der Zeit vom 30.06.2021.
abspielen. Laufzeit 03:48 Minuten.
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Corona in der Schweiz Was für ein Corona-Herbst erwartet uns?

Drei mögliche Szenarien skizziert der Bund, ausgehend von Informationen der wissenschaftlichen Task Force. Von «die Krise ist zu Ende» über «wir brauchen wieder einige Massnahmen» bis zu «die vierte Welle kommt» reichen diese – und decken damit wohl so ziemlich das ganze Spektrum an Möglichkeiten ab. Warum diese Auswahlsendung?

Der letzte Herbst als Warnung

Der Bund will damit wohl zeigen, dass er die Lehren aus der Sorglosigkeit des Sommers 2020 gezogen hat. Das ist begrüssenswert – alles andere wäre aber auch schlicht eine Fehlleistung gewesen. Im Zentrum der Planung steht ein mittleres Szenario. Der Bund rechnet dabei mit steigenden Fallzahlen und einer erneuten starken Belastung des Gesundheitssystems. Gründe dafür könnten ein zu grosser Anteil an Personen ohne Immunität oder eine Verschärfung der Lage durch neue Varianten sein.

Schulen im Fokus

Beides ist im Bereich des Möglichen. Eine der grossen Personengruppen, die im Spätsommer noch ungeschützt sein wird, sind die Kinder. Heute haben erst rund 20 Prozent der Schulkinder eine Infektion durchgemacht. Der Plan ist deshalb auch, dass Schulen weiterhin und verstärkt präventiv testen sollen.

Das erlaubt zwar, das Infektionsgeschehen an Schulen zu beobachten. Die Frage ist allerdings, ob es sinnvoll ist, Kinder auch im Herbst in grösserer Zahl in Isolation beziehungsweise nach Hause zu schicken, zumal sie selber nur wenig gefährdet sind für schwere Covid-19 Verläufe.

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Bundesrat präsentiert präventive Szenarien für den Herbst
Aus Tagesschau vom 30.06.2021.
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Im Ausland laufen die Diskussionen teilweise in eine andere Richtung. England etwa überlegt sich, ab Herbst keine Schüler mehr nach Hause zu schicken. Es ist letztlich eine Frage der Strategie: Sollen die Kinder noch geimpft werden – macht es Sinn, sie jetzt noch zu schützen?

Tests zurückfahren

Im Moment gibt es dank ungefähr 20'000 Tests jeden Tag eine gute Übersicht, wie viele Menschen infiziert sind. Die Kehrseite davon sind die hohen Kosten von mehreren Millionen Franken pro Tag. Der Bund will deshalb ab der Normalisierungsphase, wenn alle, die wollen und können, geimpft sind, die Anzahl der Tests deutlich herunterfahren.

Nur noch Menschen mit Symptomen sollen sich dann gratis testen lassen können – so, wie auch schon. Ebenfalls wegfallen sollen die präventiven Tests am Arbeitsplatz. Das ist volkswirtschaftlich gesehen begrüssenswert, aus epidemiologischer Sicht könnte sich zeigen, dass dieser Schritt doch zu früh kommt.

Daten fehlen

Die wegfallenden Tests hinterlassen eine Datenlücke. Das Abwassermonitoring in den Kläranlagen wird deshalb als Frühwarnsystem wichtiger werden, zeigt allerdings nur ganz grob, ob es neue Ausbrüche gibt. Und für das Contact Tracing werden wohl die Tests fehlen, die bis jetzt asymptomatisch Infizierte gefunden haben, die möglicherweise doch ansteckend sind.

Das relativiert sich natürlich etwas mit steigender Impfquote, betrifft dann allerdings die ungeschützten Personen umso mehr. Immerhin sollen die Virusvarianten noch stärker überwacht werden, doch entdeckt man sie mit weniger Tests auch weniger gut.

Niemand weiss, wie sich der Herbst und der Winter gestalten werden. Ein Anstieg von Fällen scheint aber durchaus möglich. Eine nahe Überwachung des Infektionsgeschehens ist deshalb zumindest für die nächste Wintersaison noch sinnvoll – zu unsicher sind die möglichen Wege, welche diese Pandemie noch einschlagen kann.

Echo der Zeit, 30.06.2021, 18 Uhr

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Man sieht in diesen Entwicklungen weltweit die ganzen Aspekte, die eine Pandemie ausmachen, die sich hoch dynamisch entwickelt, die neue Virus-Varianten produziert und sozusagen in diesem Überlebensprozess - aus Sicht des Virus - immer cleverer wird. Wir müssen uns darauf einstellen, dass immer mehr Varianten kommen, mit höheren Reproduktionswerten, auch dass Varianten entstehen, bei denen die konventionellen Impfstoffe auch keinen Impfschutz mehr bieten. Einschleppung vom Ausland durch Reisen.
  • Kommentar von Ernst Siegenthaler  (Sigi1)
    Eine Massnahmen die der BR heute schon machen könnte, wäre Frau Amherd nahezubringen Nicht nach St. Petersburg zu Reise. Zweite Massnahmen, alle die zurück kommen ohne wenn und aber zu testen, auch geimpfte, denn die können auch Viren mitbringen. Ich bin sicher, dass es sich im Herbst auszahlen wird.
  • Kommentar von Tobias Haas  (ToHa)
    Jetzt in vorauseilender Angst wieder alles schliessen, oder Massnahmen beibehalten halte ich nicht für zielführend solange Hospitalisationen tief sind.
    Es zeigt sich immer mehr, dass sich das Virus an die Massnahmen gewöhnt und eben mit ansteckenderen Varianten reagiert. Behält man die Massnahmen jetzt schon bei, hat man im Herbst seine Munition schon verschossen und muss mit noch strengeren Massnahmen reagieren. Ein Teufelskreis des Wettrüstens.
    1. Antwort von Manuel Schütz  (ld238m)
      "Es zeigt sich immer mehr, dass sich das Virus an die Massnahmen gewöhnt und eben mit ansteckenderen Varianten reagiert."
      An welche Massnahmen "gewöhnt" sich ein Virus konkret?
    2. Antwort von Tobias Flückiger  (Töbu)
      An die Impfung, Herr Schütz. Aber auch das ist nur eine Befürchtung, die der Befürchtung entgegensteht, das Virus mutiere, wenn es nicht durch die Impfung an der Verbreitung gehindert werde. Ich persönlich hoffe, glaube ich nicht unbegründet, das Virus macht mit der Zeit weniger krank. Wobei ich ganz persönlich im Moment etwas krankmachend finde, dass man schon wieder glaubt, uns auf einen Winter voll Massnahmen einschwören zu müssen. Können diese Leute nicht einfach mal bei den Fakten bleiben?