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Corona-Massnahmen missachtet Wirte der «Walliser Kanne» kommen frei

  • Die drei Mitglieder der Wirtefamilie der «Walliser Kanne» in Zermatt kommen frei.
  • Das Wirtepaar und dessen Sohn waren am Sonntag festgenommen worden, nachdem sie sich wiederholt geweigert hatten, die Corona-Massnahmen in ihrem Restaurant zu befolgen und auch die Schliessungsanordnung missachtet hatten.
  • Das kantonale Zwangsmassnahmen-Gericht lehnte nun den Antrag der Staatsanwaltschaft auf eine einmonatige Untersuchungshaft ab und verfügte die Freilassung der Mitglieder der Wirtefamilie.
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Aus dem Archiv: Die Betreiber der «Walliser Kanne» sind in Haft
Aus Schweiz aktuell vom 01.11.2021.
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Das Gericht betrachtet den dringenden Tatverdacht der Hinderung einer Amtshandlung, des Siegelbruchs, des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen sowie allenfalls der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte als klar gegeben an. Es verneint jedoch in seinem Urteil das Vorliegen eines besonderen Haftgrunds.

Das Gericht schliesst laut Mitteilung nicht aus, dass die Beschuldigten aufgrund ihrer bisherigen strikten Weigerungshaltung und trotz der gegenteiligen Bekundungen der Strafverteidiger auch zukünftig nicht gewillt sein könnten, die entsprechenden behördlichen Massnahmen zu akzeptieren.

Keine Zertifikatspflicht, keine Masken

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Das Wirtepaar und dessen Sohn hatten insbesondere die seit Ende September für Restaurants geltende Zertifikatspflicht ignoriert. Ausserdem sollen sie Gäste ohne Maske bewirtet haben.

Zwei Tage vor der Festnahme waren die Betreiber über den Beschluss der Walliser Regierung benachrichtigt worden, dass ihr Restaurant bis vorläufig am 12. November geschlossen wird. Die Polizei brachte amtliche Siegel an und verstellte den Eingang mit Betonblöcken. Trotzdem öffneten die Betreiber wieder und fuhren fort, Gäste zu bewirten.

Dadurch könnte auch die Verbreitung des Coronavirus gefördert und die öffentliche Gesundheit beeinträchtigt werden. Die gesetzlich verlangte drohende Schwere sei dennoch nicht gegeben, um eine weitere Präventivhaft zu begründen.

Keine «ernsthafte Gefährdung» erkennbar

Auch seien Drohungen seitens eines Beschuldigten, die in sozialen Medien kursieren, im Kontext zu beurteilen. Es sei nicht zweifelsohne erkennbar, dass diese Drohungen ernst gemeint sein beziehungsweise umgesetzt werden könnten. Auch seien aus den Akten keine weiteren konkreten Anhaltspunkte zu entnehmen, dass das Leben von Drittpersonen ernsthaft gefährdet sein könnten.

Dass die Beschuldigten nach ihrer Freilassung versuchen könnten, zu involvierten Personen Kontakt aufzunehmen und das Verfahren zu torpedieren, wie dies die Staatsanwaltschaft befürchtet, wird durch das Zwangsmassnahmen-Gericht als eine rein theoretische Annahme gewertet, die eine Anordnung von Haft mangels konkreter Verdunkelungsgefahr nicht zu rechtfertigen vermag.

Kein Weiterzug durch Staatsanwaltschaft

Die Haftanträge wurden aus diesen Gründen gegen die drei Beschuldigten abgewiesen und die unverzügliche Haftentlassung verfügt. Die Verfügung ist zwar noch nicht rechtskräftig, laut der Mitteilung des Gerichts habe die Staatsanwaltschaft jedoch bestätigt, dass sie auf eine Beschwerde verzichtet.

Nähe zu Verschwörungstheoretikern

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Die Wirte der «Walliser Kanne» sind in der Skeptiker-Szene schon länger aktiv und zeigen mit einem Graffiti an der Beiz auch Sympathien für die Verschwörungstheorien von QAnon. Das melden Megafon Reitschule und Blick.

An der Wand oberhalb eines Balkons neben dem Hauptgang des Restaurants prangt in grossen Buchstaben die Inschrift «WWG1WGA». Die Buchstaben stehen für «Where We Go One, We Go All». Auf Deutsch: «Wo einer von uns hingeht, gehen alle hin.» Dieser Spruch ist in der QAnon-Szene sehr verbreitet. QAnon-Anhänger glauben daran, dass eine satanistische Elite die Welt beherrscht.

In der Szene der Gegner der Covid-19-Schutzmassnahmen hatte das in ihren Augen «brutale» Einschreiten der Polizei gegen die Wirtsleute und die Schliessung der Walliserkanne am Sonntag für etlichen Wirbel gesorgt. So kam es etwa zu Kundgebungen in Zermatt, bei denen auch die Freiheitstrychler mit von der Partie waren.

Schweiz Aktuell, 1.11.2021, 19 Uhr;

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