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Coronavirus: Spitex unter erhöhter Belastung
Aus Rendez-vous vom 20.12.2021.
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Corona-Pandemie in der Schweiz Spitex steht unter hoher Belastung

Aufgrund der hohen Belegung schicken Spitäler die Genesenden früher heim. Das fordert die Spitex-Organisationen heraus.

In welcher Region man auch nachfragt, überall ist die Antwort die gleiche: «Ja, wir haben sehr viel zu tun.» Dies habe auch mit der Pandemie zu tun, wie Urs Roth, Geschäftsführer des Spitex-Verbands im Kanton Baselland, sagt: «Es hat einen Zusammenhang mit der Belegung von Spitalbetten durch Covid-Patienten. Generell ist es so, dass Spitalaustritte früher erfolgen.»

Schlechterer Allgemeinzustand

Und dadurch hat der Betreuungsaufwand für die Spitex zugenommen. Gerade, weil gewisse Patientinnen und Patienten früher aus dem Spital entlassen werden – vielleicht gar zu früh, wie Stefan Schütz, der Leiter der Baselstädter Spitex, bemerkt: «Ja, wir stellen auch fest, dass in den letzten zwei bis drei Wochen vermehrt Patientinnen und Patienten in einem schlechteren Allgemeinzustand nach Hause kommen.»

Patientinnen, die mehr Pflege brauchen. Mehr Arbeit für die Spitex, das hat auch mit dem Zeitpunkt kurz vor Weihnachten zu tun: Die Belastung sei aktuell hoch, sagt auch Christina Brunnschweiler, CEO der Spitex Zürich-Limmat: «Wir merken, dass viele Leute gerne vor den Feiertagen aus dem Spital nach Hause kommen. Das ist für die Jahreszeit typisch. Es sind viele zurzeit. Und wir haben viele Ausfälle aufgrund der vierten oder gar der fünften Welle.»

Ein parkiertes Auto mit Spitex-Aufschrift
Legende: Je früher die Menschen aus dem Spital entlassen werden, desto häufiger benötigen sie die Spitex. Keystone

Um die Arbeit zu bewältigen, hat man beispielsweise in Zürich ein Notfallkonzept für die kommenden Wochen erarbeitet: «Wir haben unsere Leute aus dem Hintergrunddienst gebeten, sich nach Möglichkeit zur Verfügung zu stellen. Sie arbeiten eigentlich nicht mehr mit den Patientinnen und Patienten. Im Notfall könnten wir auf sie zurückgreifen.»

Fachkräftemangel macht sich bemerkbar

Dass die Spitex-Organisationen so viel Arbeit haben, hat aber auch noch andere Gründe: Seit Jahren gilt im Gesundheitswesen der Grundsatz «ambulant vor stationär», dass also die Patientinnen eher zu Hause als im Spital betreut werden sollen. Auch dadurch nimmt der Aufwand für die Spitex zu.

Ebenso spielt eine Rolle, dass viele Menschen lieber zu Hause alt werden, länger in der eigenen Wohnung leben und nicht ins Alters- oder Pflegezentrum ziehen wollen, vor allem nicht in Corona-Zeiten. Hinzu kommt, dass auch bei der Spitex das Personal knapp ist, wie Urs Roth von der Spitex Baselland sagt: «Der begrenzende Faktor ist der Fachkräftemangel. Ansonsten sehe ich kein Problem, die Spitex kann das bewältigen. Aber wir haben generell im Gesundheitswesen ein Fachkräftemangel und auch die Spitex kämpft bei den Anstellungen damit.»

Es sind also verschiedene Faktoren, die dazu führen, dass die ambulante Betreuung und Pflege anspruchsvoller geworden ist. Die Pandemie hat die Lage noch verschärft. Um den Aufwand zu bewältigen, arbeiten die verschiedenen Spitex-Organisationen vermehrt zusammen oder bitten in Einzelfällen auch einmal ein Spital, eine Patientin oder einen Patienten noch etwas länger bei sich zu behalten.

Rendez-vous vom 20.12.2012, 12.30 Uhr

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