Zum Inhalt springen

Header

Audio
Strengere Reiseversicherungen wegen Corona
Aus Espresso vom 13.01.2021.
abspielen. Laufzeit 06:33 Minuten.
Inhalt

Corona-Pandemie Strengere Reiseversicherungen wegen Corona

Reiseversicherungen verschärfen wegen der Pandemie ihre Bedingungen. Es lohnt sich deshalb, diese genau zu studieren.

Wegen der Corona-Pandemie wurden viele Reisen annulliert oder abgebrochen. In vielen Fällen mussten Reiseversicherungen diese Kosten übernehmen. Das hat nun Folgen. Immer mehr Versicherer schliessen in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) Epidemien, Pandemien oder Ereignisse in Verbindung mit Covid-19 als Risiken aus. Das zeigt eine Umfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» unter grossen Reiseversicherungen.

Dürfen Versicherungen Corona-Risiken überhaupt ausschliessen?

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Den Versicherungen ist es erlaubt, Ereignisse, die in Verbindung mit Covid-19 stehen, auszuschliessen. Reiseversicherungen gehören zum Privatrecht, wo die Anbieter bei den Versicherungsbedingungen viel Gestaltungsfreiheit haben. So dürfen die Reiseversicherungen auch verlangen, dass ein Arztzeugnis mit Diagnose eingereicht werden muss. Das haben verschiedene Anbieter schon vor der Corona-Pandemie so gemacht.

«Expliziter Ausschluss»

Die Generali schreibt beispielsweise: «Wir haben seit dem 17. September 2020 neue AVB mit explizitem Ausschluss von Ereignissen im Zusammenhang mit von Behörden verfügten Epidemien und Pandemien, ähnlichen Ereignissen sowie daraus folgenden Quarantänen.» Dies gelte für neu abgeschlossene Versicherungen.

Andere Reiseversicherungen drücken ihren neuen Versicherten einen Zusatz zu den AVB in die Hand: «Wenn die Reiseversicherung nach dem 13.03.2020 abgeschlossen wurde, deckt sie nicht mehr alle Schäden, die das Coronavirus bzw. allgemein Epidemien betreffen.»

Prämien sind nicht gestiegen

Die Prämien sind bei den angefragten Reiseversicherungen wegen der Corona-Epidemie noch nicht gestiegen. Das könnte sich aber ändern. Verschiedene Versicherungen tönen an, dass Prämienerhöhungen möglich sind, je nachdem wie sich die Schadenfälle wegen Covid-19 entwickeln.

Und höhere Kosten hatten die Reiseversicherungen wegen der Corona-Pandemie. Ein Beispiel ist die Mobiliar, welche im ersten Halbjahr 2020 rund 40 Millionen Franken Annullationskosten bezahlte. 2019 waren es noch 15 Millionen.

Die Kunden sollen genau hinschauen und sich erklären lassen, welche Risiken im Zusammenhang mit Corona versichert sind und welche nicht.
Autor: Frédéric PappReiseversicherungs-Experte

Was heisst das für die Versicherten?

Wer eine Reiseversicherung abschliessen will, soll sich gut informieren, wie die aktuellen AVB aussehen, rät Frédéric Papp, Reiseversicherungs-Experte beim Vergleichsportal Comparis: «Die Kunden sollen genau hinschauen und sich erklären lassen, welche Risiken im Zusammenhang mit Corona versichert sind und welche nicht.»

Ein weiterer Tipp: Kurzfristig buchen und möglichst bei Veranstaltern mit grosszügigen Stornierungsbedingungen.
Autor: Frédéric PappReiseversicherungs-Experte

Teilweise kann man die ausgeschlossenen Risiken als «Zusatzbaustein» separat versichern, sagt der Reiseversicherungs-Experte. Das sei aber oft sehr teuer. Papp hat dies bei einem Kurzstreckenflug der Swiss nach Nizza ausprobiert. Dort kostete die Versicherungsprämie ein Fünftel des Ticketpreises.

Wer eine Reise buchen will, soll dies eher kurzfristig tun. Das ist ein weiterer Tipp von Frédéric Papp: «Kurzfristig buchen und möglichst bei Veranstaltern mit grosszügigen Stornierungsbedingungen.» Pauschalreisen bieten in der Regel mehr Flexibilität, wenn eine Reise wegen Corona nicht stattfinden kann oder unterbrochen werden muss.

Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus:

Die wichtigsten Informationen zum Coronavirus:

Espresso, 13.01.2021, 08:13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Folgendes vor nicht allzulanger Zeit in einem Kommentar zu einer ähnlichen Meldung gelesen: "Versicherungen zahlen immer, ausser im Schadensfall." Eine Aussage, welche die Grundlage dieses Geschäftzweiges meiner Ansicht nach sehr zutreffend beschreibt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Ackermann  (belle et bète)
    Skigebiete zu öffnen löste bei vielen nur Kopfschütteln aus, war nicht nur gesundheitlich, sondern auch politisch völlig falsch. Es braucht endlich neue Konzepte für Schulen, nur noch die Schüler/innen vor Ort, wo es anders nicht geht. Schulen sind Treiber Nr. 1!!!
    Und wann bitte gibt es FFP2 Masken am Arbeitsplatz - vor allem für Risikopersonen, die an exponierten Arbeitsplätzen beschäftigt sind - bitte!!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Versicherungen haben die Pflicht Risiken zu bewerten und ein Teil ihres Gewinnes für ein Risikoeintritt rückzustellen. Eine Pandemie tritt nicht regelmässig oder häufig auf. Daher hätten die Versicherungen nun mehr als genügend Zeit gehabt, dieses Geld über Jahrzehnte anzulegen. Dass diese jetzt AVB anpassen zeigt einfach, dass die Versicherungen nicht wirklich im Interesse der Versicherten arbeiten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen