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Preiskampf um Antigen-Schnelltests
Aus 10 vor 10 vom 24.09.2021.
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Corona-Tests Jetzt entsteht ein Preiswettbewerb um Schnelltests

Die Antigen-Schnelltests sind zwar noch für alle gratis – aber kosten tun sie den Bund schon jetzt: 50 Millionen Franken pro Woche. Schon bald sollen Ungeimpfte mit 47 Franken pro Test selber dafür aufkommen. Doch es geht auch günstiger.

Seit heute ist klar: Noch bis und mit dem 10. Oktober übernimmt der Bund die Kosten für Antigen-Schnelltests. Auch für diejenigen, die zum Zertifikat berechtigen. Personen, die bereits ein Mal geimpft sind, sollen sich bis Ende November weiter gratis testen lassen können. Doch danach könnte es für Ungeimpfte bald teuer werden. Ein Antigen-Schnelltest in der Apotheke oder im Testzentrum kostet ungefähr 50 Franken.

Das BAG berechnet die effektiv anfallenden Kosten eines Schnelltests auf 47 Franken. So viel vergütet der Bund den Apotheken und Testzentren pro durchgeführten Test. Das kostet – und zwar satte 50 Millionen Franken pro Woche. Bezahlt vom Bund, also den Steuerzahlenden. Es sei aber nicht Aufgabe der Allgemeinheit, die Testkosten für Personen zu finanzieren, die sich nicht impfen lassen, sagte Gesundheitsminister Alain Berset heute an der Medienkonferenz des Bundesrates.

 

So kalkuliert der Bund die Kosten für die Durchführung eines Antigen-Schnelltests.
Legende: So kalkuliert der Bund die Kosten für die Durchführung eines Antigen-Schnelltests. srf

Tests für die Hälfte

Während das BAG mit 47 Franken pro Test rechnet, zeigen private Anbieter, dass es auch günstiger geht, sobald durch die Zahlungspflicht ein Wettbewerb entsteht. Zum Beispiel die Olma in St. Gallen, die in zwei Wochen startet - mit bis zu 400'000 Besucherinnen und Besucher eine der grössten Publikumsmessen der Schweiz. Die Organisatoren rechnen damit, dass rund ein Drittel der Besuchenden nicht geimpft sein wird. Ab dem 10. Oktober bietet die Messe daher Corona-Schnelltests für nur 26.50 Franken an – also für etwas mehr als die Hälfte des Preises, den der Bund vorrechnet. Wie ist das möglich?

Das habe mit der Menge zu tun, sagt die Direktorin der Olma Messen St. Gallen, Christine Bolt. «Während der Olma werden wir hier tausend Leute pro Tag testen. Darum konnten wir mit unserem Testpartner einen attraktiven Preis aushandeln.» Die Besucherinnen und Besucher erhalten das offizielle Covid-Zertifikat, das für 48h auch ausserhalb der Olma gültig sein wird.

Ein weiterer günstiger Anbieter findet sich nicht weit von der Olma: das Corona-Testcenter St. Gallen, betrieben von der Safetest AG aus Zug. Die Firma betreibt Testzentren an sechs Standorten in der Schweiz. Momentan würden alle Tests noch mit 47 Franken beim Bund abgerechnet, sagt der Projektmanager des Centers, Michael Wohlgenannt. Doch: «Wir haben das Potenzial, Kosten einzusparen». Wie hoch der Preis ab dem 10. Oktober dann sein soll, sei im Moment aber noch offen und werde intern noch diskutiert.

Das Prinzip funktioniert für Apotheken nicht

Für den Apothekerverband des Kantons Zürich ist klar: Die günstigeren Test-Preise rentieren für Apotheken nicht. Bei einer grossen Massentestung vor einer Veranstaltung können grosse Anbieter viel effizienter arbeiten als in dezentralen Apotheken oder Praxen, sagt der Präsident des Apothekerverbands des Kantons Zürich, Lorenz Schmid. «26 Franken sind extrem wenig, das könnte ich in meiner Preisstruktur niemals anbieten.»

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PCR-Tests sind in der Schweiz teurer
Aus Tagesschau vom 24.09.2021.
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SRF 1, 24.9.21, 10vor10 ;

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Mischler  (romila)
    Katharina Bleuer
    (Blk)
    Heute, 11:09 Uhr
    Soll die Apothekenhelferin auf Ihren Lohn verzichten, oder wie würde Ihre Lösung aussehen?
    Meinr Antwort:
    Für wen oder was haben wir in all den Jahren, für zig-Milliarden CHF, den Zivilschutz u. die Milizarmee aufgebaut ?
    PANDEMIE, EPIDEMI =ZIVILSCHUTZ !!!
    1. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Verstehe ich Sie richtig: Sie möchten, dass in jedem Dorf mindestens ein (in grosseren Ortschaften und Städten mehr) Zivi oder Militardienstleistender 7/7 parat steht und Covidtests abnimmt und Zertifikate ausstellt und postulieren, dass das billiger wäre als die aktuelle Lösung mit dem Einbezug der Apotheken?
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Schlussendlich geht es immer und ausschliesslich um "Profitmacherei"!!
  • Kommentar von Kristijan Moser  (Kristijan Moser)
    "Es sei aber nicht Aufgabe der Allgemeinheit, die Testkosten für Personen zu finanzieren, die sich nicht impfen lassen, sagte Gesundheitsminister Alain Berset"

    Aber nur wenn 2G als Lösungsweg gewählt würde. Kommuniziert wird jedoch 3G. Also drei mögliche, gleichwertige Möglichkeiten die ich wählen kann. Die Umsetzung sieht jedoch nur die Impfung als Reallösung und diskriminiert die propagierte Entscheidungsfreiheit
    1. Antwort von Angela Fischli  (Angela Fischli)
      Und wer gehört zu den finanzierer, die Steuerzahler, also gehören die ungeimpften ebenfalls zu der Allgemeinheit, die den geimpften die Impfung mit bezahlt haben.