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Patrick Mathys: «Die Zahlen zeigen nach unten, aber ein Unbehagen bleibt»
Aus News-Clip vom 02.02.2021.
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Coronavirus in der Schweiz BAG: «Zahlen zeigen nach unten, aber Unbehagen bleibt»

  • Aus Sicht der Fachbehörden zeigen die Indikatoren zur Überwachung der Corona-Pandemie nach wie vor nach unten «und damit in die richtige Richtung», wie Patrick Mathys vom BAG in Bern sagte.
  • Ein gewisses Unbehagen bei den Epidemiologen sei jedoch nicht wegzubringen.
  • Zudem warnt das BAG: Sollten die Zahlen wieder steigen, werde die Zahl der Intensivbetten knapp.

«Mit diesen Indikatoren dürften wir durchaus optimistisch sein», sagte Mathys. Das grosse «Aber» seien weiterhin die neuen Virusvarianten und die Reproduktionszahl, die sich wieder gegen 1 bewege. In neun Kantonen lag sie am 18. Januar wieder über 1. «Das heisst, dort nehmen die Zahlen wohl wieder zu statt ab», sagt Mathys.

Bei allen Indikatoren ist ein Rückgang zu sehen, aber bei den Fallzahlen ist er eher schleppend.
Autor: Patrick MathysLeiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit

Zudem nähmen die neuen Virusvarianten, die in Grossbritannien und Südafrika erstmals nachgewiesen wurden, «immer noch rasant zu». 1111 Fälle der britischen Variante wurden bislang nachgewiesen, 57 der südafrikanischen und bei 1500 sei unklar, welche Variante es sei.

Verlängerung der Massnahmen noch kein Thema

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Laut den Bundesbehörden ist es derzeit noch zu früh, über eine Verlängerung der derzeit geltenden Corona-Massnahmen zu diskutieren. «Wir müssen jeden Tag nehmen, wie er kommt», sagte BAG-Direktorin Anne Lévy.

Klar sei, dass die Mitte Januar ergriffenen Massnahmen Wirkung zeigten. Jedoch habe man gehofft, dass die Zahlen schneller sinken würden. «Die Inzidenz ist noch bei über 200, das ist viel zu hoch», so Lévy.

Man könne noch nicht sagen, ob die neuen Virusvarianten für den erneuten Anstieg des R-Werts zuständig seien, sagte Mathys. Es gebe noch keinen abschliessenden Überblick über die Schweiz. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass erste Effekte sichtbar würden. Es brauche aber noch einige Zeit, bis aussagekräftige Daten vorliegen würden.

Mutierte Varianten werden dominieren

Das BAG schätzt, dass die mutierten Varianten im Verlauf des Februars, «spätestens im März», die dominanten Varianten sein werden. Das habe aber nichts mit Angstmacherei zu tun, sagte Mathys vor den Medien. Wenn sich die Varianten ausbreiteten, würden die Zahlen wieder rasch zunehmen. «Wir wollen in eine andere Richtung, wir wollen tiefere Zahlen, so dass dann auch mal wieder Lockerungen möglich sind.»

Die Frage sei, ob die jetzigen Massnahmen ausreichen, um auch die neuen Virusvarianten einzudämmen. Ob es sogar schärfere Massnahmen brauche, könnte derzeit nicht wissenschaftlich untermauert werden. Jetzt müsse beobachtet werden, wie sich der Anteil der Varianten in der Schweiz entwickle. Wenn die Zahlen nicht mehr sinken würden, müssten die politischen Diskussionen sicher wieder aufgenommen werden. Es sei eine offene Frage, wann dieser Zeitpunkt komme.

Bund verhandelt mit Impfstoffherstellern wegen Lieferengpässen

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Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie bemüht sich der Bund, die Lieferungen der beiden Impfstoffe möglichst gut planbar zu gestalten. Angesichts der Lieferengpässe laufen Verhandlungen mit den Unternehmen Moderna und Pfizer/Biontech über Lieferfristen und Kompensationen.

Bei den Impfungen gebe es eine dynamische Entwicklung, sagte Nora Kronig, Vizedirektorin und Leiterin Abteilung Internationales im Bundesamt für Gesundheit (BAG). In den letzten beiden Wochen seien die Lieferungen zurückgegangen.

Die Impfstrategie leide darunter indessen nicht. Es bleibe bei zwei Dosen für jede geimpfte Person. Zuerst kämen die Risikogruppen und das Gesundheitspersonal mit engem Kontakt zu Covid-19-Kranken an die Reihe, der Zugang aller Kantone zu den Impfstoffen erfolge gleichberechtigt. Die Zusammenarbeit unter den Kantonen laufe gut, sagte Kronig weiter.

Gemäss Mathys sind derzeit rund 70 Prozent aller verfügbaren Betten in Spitälern und 80 Prozent der zertifizierten Intensiv-Betten belegt. Sollten die Fallzahlen wieder zunehmen, «hätten wir keinen Reserven», sagte Mathys. 9.1 Prozent der PCR-Tests seien positiv, angestrebt werde ein Ziel von etwa fünf Prozent.

«Würden die Zahlen auf diesem Niveau verharren, würden wir uns nur noch seitwärts bewegen», sagte Mathys abschliessend. «Wir brauchen weiter Kraft dafür, die Massnahmen umzusetzen und die Kontakte im Alltag einschränken.»

SRF 4 News, 02.02.21, 13:00 Uhr;

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62 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Solange das Corona-Virus und deren agressiven Mutationen "das SAGEN" haben, hat sich die gesamte Menschheit logischerweise anzupassen!!
  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Der füdliblutte Wahnsinn. Da werden offenbar aufgrund eines Unbehagens, gut faktenbasiert war es auch nie, Entscheide gefällt. Da sind mir die Meteoprognosen doch noch lieber.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Herr Giger, gemäss RKI wird es rund 10 Jahre dauern, bis man alle Zusammenhänge rund um Corona kennt. Da man nicht so lange warten kann, müssen viele Entscheide auf Grund von Vermutungen und dem Bauchgefühl getroffen werden. Das ist zwar nicht optimal, aber aktuell die einzige Möglichkeit.
  • Kommentar von Juerg Wyss  (PandemaTikEr)
    Wann lernt das BAG endlich, die richtigen Worte zu benutzen? Sie reden von Indikatoren im Zusammenhang von Tests. Lackmuspapier ist ein Indikator zur Bestimmung des ph-wertes. Demzufolge ist der Indikator der Test und der hat keine Relevanz zur Ausbreitung des Virus, da ein Indikator wie der Name sagt nur etwas anzeigt. Ein Tachometer ist ein Indikator der Geschwindigkeit, ein Thermometer ist ein Indikator der Temperatur, Ein Voltmeter ist der Indikator der Spannung.
    1. Antwort von Hans Meuri  (hmeuri)
      Bezüglich Wortbedeutung haben sie recht, aber im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort "Indikator" nun mal anders verwendet und von der Bevölkerung verstanden. D.h. das BAG muss die Worte benutzen die vom Volk verstanden werden, auch wenn sie sprachwissenschaftlich nicht 100% korrekt sind.