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Sollen Kinder gegen Corona geimpft werden?
Aus Rendez-vous vom 26.03.2021.
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Covid-19-Impfplan Corona-Impfung für Teenager ab Herbst realistisch

Die Covid-Spritze für Kinder und Jugendliche ist in Arbeit. Die Studienresultate ab Alter 12 werden im Sommer erwartet.

Berichte aus Belgien und Grossbritannien bestätigen, was Lehrerinnen und Lehrer auch hierzulande melden: Immer mehr Kinder und Jugendliche stecken sich mit dem Coronavirus an. In Grossbritannien gibt es unter den Zehn- bis 19-Jährigen sogar die meisten Ansteckungen.

Es sei noch offen, wie gefährlich die britische Virusvariante für Kinder sei, erklärt SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg. Die Daten seien noch zu wenig gesichert, und die Experten schätzten das auch unterschiedlich ein.

Mehr Tests an Kindern

Der Anstieg der bestätigten Fälle bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz ist laut von Burg aber zumindest teilweise auch dadurch bedingt, dass jetzt deutlich häufiger bei Jüngeren getestet wird.

Bereits seit einigen Monaten ist zudem bekannt, dass das Virus bei Kindern etwa gleich stark verbreitet ist wie unter Erwachsenen. Das bestätigte auch zweimal die «Ciao Corona»-Studie der Universität Zürich. Ebenfalls bestätigt ist, dass Kinder seltener als Erwachsene von schweren Krankheitsverläufen betroffen sind als Erwachsene.

PIM-Syndrom und Langzeitfolgen

Stärker ins Blickfeld rückt jetzt aber, dass bei Kindern das sogenannte «PIM-Syndrom» auftreten kann. Es ist ein sehr seltenes, aber ernstzunehmendes Entzündungssyndrom, das sich etwa vier bis sechs Wochen nach einer Corona-Infektion einstellen kann. Betroffen sind vor allem Fünf- bis 17-Jährige, darunter zu zwei Dritteln Buben.

Hohes Fieber, Durchfall und Erbrechen wie bei einer Blinddarmentzündung sind bei PIM möglich. Es kann auch zu einer Schock-Symptomatik kommen, und es besteht die Gefahr einer Sauerstoff-Unterversorgung. Bisher wurden in der Schweiz zwischen 100 und 150 Fälle in den Spitälern behandelt. Todesfälle gab es noch keine.

Es wäre gut, wenn es bald auch eine Impfung für Kinder gäbe.
Autor: Christian von BurgSRF-Wissenschaftsredaktor

Eine PIM-Erkrankung auf 1000 bis 5000 Corona-Infektionen bei Kindern wird angenommen. Zudem haben auch Kinder zum Teil Langzeitfolgen nach einer Sars-CoV-2-Infektion. «Es wäre deshalb gut, wenn es bald auch eine Impfung für Kinder gäbe», so von Burg.

Rolle der Kinder für die Herdenimmunität

Es sei fraglich, ob sich eine Herdenimmunität bei Corona überhaupt erreichen lasse, stellt von Burg weiter fest. Falls dem bei 80 Prozent der Geimpften oder Infizierten so wäre, müssten sich alle Erwachsenen impfen lassen. Allein die Kinder und Jugendlichen machen etwa 20 Prozent der Bevölkerung aus. «Wenn nicht auch Kinder und Jugendliche geimpft werden, wird es schwierig zu verhindern sein, dass das Virus weiter zirkuliert.»

Impfung für Teenager ab Herbst möglich

Eine Impfung für Erwachsene lässt sich nicht unbedingt eins zu eins bei Kindern anwenden, denn letztere haben ein anderes Immunsystem. Verschiedene Hersteller testen deshalb ihre Vakzine zurzeit auch an Kindern.

Die Zulassung einer Impfung ab zwölf Jahren im Herbst erscheint realistisch.
Autor: Christian von BurgSRF-Wissenschaftsredaktor

Pfizer und Moderna gehen laut von Burg davon aus, dass für Teenager ab zwölf Jahren im Sommer die ersten Studienresultate vorliegen. Eine Zulassung im Herbst erscheine realistisch. Beim Impfstoff für jüngere Kinder hätten die Tests eben erst begonnen. Da komme die Zulassung wohl erst im nächsten Jahr.

Mehr Nebenwirkungen bei Frauen

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Laut Swissmedic sind in der Schweiz bisher gut 860 Meldungen von unerwünschten Nebenwirkungen eingegangen, ein Drittel davon schwerwiegende. Dass vor allem Frauen von Nebenwirkungen betroffen sind, melden auch andere Länder, wie SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg sagt.

Dazu gebe aber bisher erst Erklärungsversuche, die nicht wissenschaftlich belegt seien: Zum einen sind Frauen aufmerksamer, was ihren Körper und ihre Gesundheit betrifft. Sie merken also allenfalls früher etwas und melden das auch eher. Zum anderen könnte es auch am unterschiedlichen Immunsystem von Mann und Frau liegen. Vielleicht zeigen letztere deshalb – ähnlich wie bei den Grippe-Impfstoffen – eine heftigere Reaktion.

Rendez-vous, 26.03.2021, 12:30 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Roland Kull  (kurol)
    Witzig ohnehin, wir reden vom Impfen der jugendlichen im Herbst und GB ist bereits an der Planung Impfungen aufzufrischen. Was für nutzlose Planer und Politiker haben denn wir hier. Zudem... England ist einiges grösser als die Schweiz. Swiss Quality? Man kann sich nur noch schämen und nur noch Hoffen..... Aber halt auch, man hat die Regierung..... Rest bekannt.
  • Kommentar von Christoph Brasser  (Christoph Brasser)
    Es ist doch absolut sinnlos, Kinder zu impfen. Da gibt es ja gar kein Risiko. Trotzdem werden die Kinder und Jugendlichen am meisten geplagt mit den unverhältnismässigen "Massnahmen".
    1. Antwort von Nadia Makita  (NadiaMakita)
      Seit wann wissen wir was die Langzeitfolgen einer Coronainfektion bei Kindern sind?
    2. Antwort von Astrid Meier  (Swissmiss)
      Seit einem Jahr infizieren sich auch Kinder. Die meisten machen die Infektion symptomfrei durch. Kaum ein Kind war je deswegen im Spital. Von Dutzenden Kindern, die den Durchhänger haben, wissen wir nichts. Und von den Langzeitwirkungen der Impfungen wissen wir noch gar nichts. Meine Meinung ist: impfen, wo es ein reales Risiko gibt! Nicht verhundern, dass die zukünftige Bevölkerung gegen dieses Virus immunisiert wird, und es zu einem weiteren Erkältungsvirus mutiert.
  • Kommentar von Admir Asllanaj  (Admir As)
    Es sei fraglich, ob sich eine Herdenimmunität bei Corona überhaupt erreichen lasse, stellt von Burg weiter fest. Falls dem bei 80 Prozent der Geimpften oder Infizierten so wäre, müssten sich alle Erwachsenen impfen lassen.

    Bis gestern hiess es immer 60 - 70% nun sind es 80%?! Morgen 90? Also als junger Mensch würde ich lieber nochmals Corona kriegen, als diese experimentelle Impfung. Wenn sich alle, die sich impfen wollen geimpft sind, dann wäre es totalitär weitere Massnahmen beizubehalten
    1. Antwort von Christian Kunz  (CK124)
      Das mit der Herdenimmunität ist eine schöne Idee. Ob und wie sie erreichbar ist, war aber schon immer in Diskussion.
      Bei Pocken, wo sie sehr hoch liegt wurde sie über jahrzehntelanges Impfen erreicht. Bezweifle dass dies bei Corona innerhalb nur eines Jahres der Fall sei wird, da Corona schlicht längst nicht so gefährlich ist.
    2. Antwort von Karin Schmid  (Karin Schmid)
      60-70% waren es bei der ursprünglichen Variante. Durch das die britische Mutation ansteckender ist braucht es auch mehr geimpfte.