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Impfung ergibt auch bei Mehrfachinfektionen Sinn
Aus Info 3 vom 25.08.2020.
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Covid-19 Zweit-Ansteckungen mit Corona – nur Einzelfälle?

Fälle von Zweitansteckungen häufen sich. Wird man nach einer Erkrankung also nicht immun? Der aktuelle Wissensstand.

«Ich hatte es ja schon. Ich kann locker in den Club»: So denken vielleicht viele Personen, die Corona überstanden haben. Aber so einfach ist es wohl nicht. Denn aus den Niederlanden und aus Belgien kommt die Meldung von zwei Personen, die sich zum zweiten Mal mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Am Montag meldete Hongkong eine Wiederansteckung. Doch sind das Ausnahmen, oder kann man sich tatsächlich mehrmals mit dem Coronavirus anstecken? «Das kann man noch nicht sagen», meint Thomas Häusler von der SRF-Wissenschaftsredaktion. «Es gab bisher schon ähnliche Meldungen. Aber es fehlten klare Beweise.» Im Hongkonger Fall sei das nun jedoch anders.

Keine Symptome beim zweiten Mal

Forscher haben gezeigt, dass der Betroffene im Abstand von knapp fünf Monaten von zwei leicht unterschiedlichen Virenvarianten angesteckt worden ist. «Aber niemand weiss, wie oft das vorkommen kann», gibt Häusler zu bedenken. Und: Der Mann hatte bei der zweiten Infektion keine Symptome.

Das heisst, sein Immunsystem gewährte ihm einen gewissen Schutz. Der Angesteckte aus Hongkong habe nach der ersten Infektionen mit dem Coronavirus sehr wenige Antikörper gehabt. «Das kennt man von anderen Fällen», weiss der Wissenschaftsredaktor, «und es könnte sein, dass bei solchen Menschen eine wiederholte Infektion wahrscheinlicher ist».

Epidemiologische Bedeutung unklar

Aber, so Häusler, Immunität besteht nicht nur aus Antikörpern. «Verschiedene Immunzellen wichtig, und auch das Immunsystem lernt dazu.» Das heisst, gegen manche Erreger wird der Schutz nach mehrfacher Infektion besser. Wie das im Fall von Sars-Cov-2 ist, lernen die Wissenschaftler gerade noch.

Unklar ist auch, ob der Mann in Hongkong bei der zweiten Infektion ansteckend war oder nicht. Diese Tests würden laufen, dauerten aber noch an, erklärt Häusler von der Wissenschaftsredaktion. Falls er erneut ansteckend war, könnte das den Kampf gegen die Pandemie erschweren.

Impfung bietet trotzdem einen Schutz

Was würde in diesem Fall eine Impfung bringen? «Wenn es wiederholte Infektionen geben sollte, heisst das nicht, dass eine Impfung nichts nützen würde», glaubt Häusler. Es gebe Impfungen gegen andere Krankheitserreger, die beim Immunsystem einen besseren Schutz auslösen als die Infektion mit dem Virus selbst. «Das könnte beim Coronavirus durchaus der Fall sein.»

Es sei natürlich möglich, dass die Impfung nur teilweise vor Infektionen schütze, räumt er ein. Auch das kenne man von anderen Erregern. «Aber diese Impfstoffe könnten trotzdem die Übertragung des Coronavirus verlangsamen und die Geimpften vor schweren Verläufen schützen.» Das bedeutet: Auch wenn es mehrfach infizierte Leute geben sollte, wäre das kein Grund zur Panik.

Info 3, 25.08.2020, 12:00 Uhr;

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Astrid Meier  (Swissmiss)
    Niemand, der einigermassen informiert ist, hat je behauptet dass eine durchgemachte Infektion mit einem Coronavirus einen lebenslänglich auf dieses immunisiert. Die Frage ist eher, ob weitere Infektionen schwerwiegender oder leichter verlaufen. Falls sie leichter verlaufen, könnte eine Infektion in Zukunft so verlaufen, wie die der vier Coronaviren, die für Erkältungen zuständig sind.
  • Kommentar von Pia Grüninger  (pgrüninger)
    Heute auf Bluewin 18.20 Uhr: „3700 Corona Tests in Schweden fälschlicherweise positiv ausgefallen. Ein weltweit vertriebener Coronatest aus China hat in Schweden zu tausenden falschen Ergebnissen geführt.....“
    Stimmt das wirklich? Was soll ich noch glauben? Und China macht Party!
    1. Antwort von Jürg Sand  (Jürg Sand)
      Das kann gut stimmen. Wenn, wie bereits unwidersprochen feststeht, dass diese „Coronatests“ mit 1.7% falsch positiver Resultate behaftet sind, dann sind nur schon bei 100‘000 Tests, bei einer völlig unbelasteten, von Coronaviren freien Bevölkerung, 1‘700 „Infizierte“ zu „beklagen“. Mal abgesehen davon, dass auch solche beklagenswerte „Positive“, die zufällig nicht falsch positiv getestet wurden, weder Infizierte, noch Erkrankte und schon gar keine Todeskandidaten sein müssen.
    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Die aktuellen Tests haben keine false-pos Rate mehr von 1.7%, sondern von unter einem Prozent. Dazu kommt die Vortestwahrscheinlichkeit, welche die Rate weiter senken kann. Grundsätzlich ist false-pos für Betroffene ärgerlich, wegen der möglichen Isolation aber sonst richtet es kaum Schaden an. Das waren übrigens PCR Schnelltests aus China, welche die Menschen selbst anwendeten und keine Labortests. Grundsätzlich etwas fragwürdig, so etwas derzeit anzuwenden.
  • Kommentar von Fabian Sarbach  (F. Sarbach)
    Immunität bedeutet nicht, dass man sich nicht anstecken kann, sondern dass man nicht erkrankt. Die Immunität durch Antikörper ist grundsätzlich abhängig von der Virenlast. Letztlich entscheidend ist die T Zellen Immunität. Die Frage ist als nicht ob man sich merhfach anstecken kann (natürlich kann man das) sondern ob man mehrmals ernsthaft erkranken kann.
    1. Antwort von Daniel Bachmann  (@danibachmannch)
      Die Wissenschaft ist noch nicht soweit und es gibt klare Hinweise das Zweitinfektionen bitterböse verlaufen können, auch wenn Sie aktuell primär aus China kommen. Dies missfällt mehr als 80% der Bevölkerung, nur keider ziemlich sicher die Realität. Bis Weinachten erleben wir die Beweise daher wird die Immunitätsillusion ziemlich sicher verblasen.