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Lehrerinnen und Lehrer haben in der Impfstrategie keine Priorität
Aus HeuteMorgen vom 16.04.2021.
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Covid-Impfung Bund will kein Impfprivileg für Lehrpersonal

Der Bund will Lehrerinnen und Lehrer nicht prioritär impfen. Einzelne Kantone machen allerdings Versprechungen.

Seit Januar fordern Lehrerinnen und Lehrer, dass sie prioritär Zugang zur Corona-Impfung bekommen – zusammen mit anderen Berufsgruppen, die in direktem Kontakt mit anderen Menschen arbeiten. In der neu aufdatierten Impfstrategie des Bundes, die am Mittwoch publiziert wurde, kommt die Absage. Der Bund will keine prioritäre Impfung für Lehrpersonen.

«Eine prioritäre Impfung von bestimmten Berufsgruppen aufgrund ihrer Zuteilung als essenzieller Dienst für das Funktionieren der Gesellschaft oder aufgrund eines beruflich erhöhten Expositionsrisikos ist nicht vorgesehen», heisst es da.

Alter vor Beruf

Das bedeutet, Lehrerinnen und Lehrer und andere systemrelevante Berufsgruppen wie die Polizei und Kita-Angestellte werden beim Impfen nicht bevorzugt. Dagmar Rösler vom Lehrerinnen und Lehrerverband bedauert diesen Entscheid. Nur schon, weil die UNESCO kürzlich bekannt gegeben habe, dass 76 Länder in ihren nationalen Programmen das Bildungspersonal prioritär impft.

Nicht so die Schweiz. Hier gilt: Alter ist das wichtigere Kriterium als der Beruf. Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen erklärt die Absage so: «Die Überlegung, die dazu geführt hat, dass man die Strategie so angepasst hat, war, dass wir mit der Impfstrategie schwere Covid-Fälle Aktionen verhindern wollen.» Das Alter sei ein Risiko für schwere Verläufe und nicht der Beruf.

Ausnahmen in Solothurn, Aargau und Bern

Berufsgruppen fehlen aber nicht ganz in der Impfstrategie. So wird das Gesundheitspersonal prioritär geimpft und auch Betreuerinnen und Betreuer von Gemeinschaftseinrichtungen wie Heimen, Klinken, Asylzentren und Gefängnissen.

Drei Kantone haben aber bereits angekündigt, dass sich Lehrerinnen und Lehrer vorne in die Reihe stellen dürfen – sobald genügend Impfstoff für die breite Bevölkerung da ist.

So plant der Kanton Solothurn für Mitte Mai einen Impfsonntag für das Lehrpersonal. Der Kanton Aargau will Mitte Mai Lehrerinnen und Lehrer ab 50 Jahren impfen und der Kanton Bern will ebenfalls bestimmte Berufsgruppen prioritär impfen.

Das stehe nicht im Widerspruch zur nationalen Impfstrategie, meint der Präsident der Kommission, Christoph Berger. Sobald genügend Impfstoff vorhanden sei, hätten die Kantone einen Spielraum. Es sei einfach wichtig, dass auch die älteren Altersgruppen unter den gesunden Erwachsenen dann bald geimpft würden. Aber dies könne Hand in Hand gehen, so Berger.

Dagmar Rösler vom Lehrerinnen- und Lehrerverband freut sich über das Vorpreschen der drei Kantone und hofft nun darauf, dass weitere Kantone nachziehen. Sie sieht eine Impfbevorzugung als Zeichen der Anerkennung für das Lehrpersonal, das den Schulbetrieb in schwierigen Zeiten aufrechterhalte.

SRF 4 News, 16.04.2021, 06:00 Uhr

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78 Kommentare

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  • Kommentar von Bettina Hoheit  (Bra)
    Lehrer*innen können ja Abstand halten und tragen Masken. Bei den Kita-Mitarbeiter*innen sieht das anders aus. Kleinkinder. Da ist Abstand halten super schwierig. Die scheinen aber keine Lobby zu haben, weshalb diese Frage, ob Kita-MA beforzugt werden sollen, in der Öffentlichkeit kaum diskutiert wird.
  • Kommentar von Flurin Alexander  (FAU)
    Es gibt dazu eine Petition von einigen Lehrpersonen, welche sich diese Absage nicht gefallen lassen wollen und sachlich aufzeigen, warum eine Priorisierung der Lehrpersonen und anderer Fachkräfte - analog unserer Nachbarländer - Sinn macht. Unterschreiben macht Sinn!
    https://www.openpetition.eu/ch/petition/online/impfprioritaet-fuer-lehrpersonen-und-mitarbeitende-in-kindertagesstaetten-und-bildungsinstitutionen
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Na ja, wenn sich zuwenig Senioren melden, sollte und könnte man ganz gut die, Lehrpersonen impfen! Oder?
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ jean-claude albert heusser: Leider (oder besser zum Glück) melden sich nicht zu wenige Senioren. Sie finden dort kaum Impfgegner, da viele der Senioren noch die Schrecken der Kinderlähmung hautnah miterlebt haben.