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Sind Corona-Genesene gleich geschützt wie Geimpfte?
Aus 10 vor 10 vom 22.04.2021.
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Covid-Zertifikat Sind Genesene gleich gut geschützt wie Geimpfte?

Das Covid-Zertifikat soll den Weg zurück in ein normales Leben ebnen. Zumindest für die Leute, die geimpft, genesen oder negativ getestet sind. Genesene werden dabei gleich behandelt wie Geimpfte. Das wirft Fragen auf.

Festivals, Clubs, Reisen. Das soll für einige bald wieder möglich sein. Denn wer ein Covid-Zertifikat vorweisen kann, soll künftig von Privilegien profitieren können. Das hat Bundesrat Alain Berset vergangenen Mittwoch an der Pressekonferenz in Aussicht gestellt. Ein Zertifikat kriegen Geimpfte, Getestete und Genesene.

Über 640'000 Personen haben in der Schweiz gemäss offiziellen Zahlen bereits eine Corona-Erkrankung durchgemacht. Einer davon ist Christian Staub. Im Oktober litt er an ungewöhnlichen Kopfschmerzen. Als dann auch noch der Geruchs- und Geschmackssinn verschwand, lieferte ein PCR-Test kurz darauf Klarheit: corona-positiv.

«Faktenlage dünn»

Die Privilegien für Genesene plant Staub nicht in Anspruch zu nehmen: «Ich kann es verstehen, wenn man diese Freiheiten in Anspruch nimmt, aber ich selber bin relativ vorsichtig. Ich versuche mich auch weiterhin an die Regeln zu halten und werde sicher grössere Anlässe und Reisen vermeiden.» Er verhält sich so, wie wenn er die Erkrankung nicht gehabt hätte. Denn: «Die Faktenlage darüber, wie viel Schutz eine durchgemachte Infektion bietet, ist für mich noch zu dünn».

Wie lange eine durchgemachte Corona-Erkrankung wirklich vor einer weiteren Ansteckung schützt, weiss man heute noch nicht genau. Fachleute gehen von einem guten Schutz für mindestens sechs Monate aus. Egal, ob man einen milden oder einen schweren Corona-Verlauf hatte.

Gleich gut geschützt?

Doch sind Genesene wirklich gleich gut geschützt wie Geimpfte? Ja, sagt SRF-Wissenschaftsredaktor Daniel Theis. «Es sind verschiedene Prozesse, die im Körper ablaufen. Wer eine mRNA-Impfung erhalten hat, bildet Antikörper auf das Spyke-Protein, also die Zacken aussen am Virus. Wer die Krankheit durchgemacht hat, verfügt zusätzlich noch über Antikörper für andere Regionen des Virus'. Aber es ist nicht nachgewiesen, dass die eine Variante besser schützt als die andere.»

Für einen vollen Schutz raten Fachleute den Genesenen ohnehin, sich nach sechs Monaten impfen zu lassen. Aber nur einmal. Denn eine durchgemachte Corona-Infektion kann Betroffenen eine Impfdosis ersparen: «Die Krankheit wirkt gemäss neusten Studien wie eine erste Impfung», sagt Theis.

Impfupdate nach drei oder fünf Jahren

Geimpft, Getestet, Genesen: Während die ersten beiden einfach nachzuweisen sind, bleibt bei der dritten Gruppe ein Fragezeichen. Wer gilt als genesen? Als genesen gelte aus medizinischer Sicht jemand, der ein positives Testergebnis hatte und nach zwei Wochen symptomfrei gewesen sei, sagt Urs Karrer, Facharzt für Infektiologie am Kantonsspital Winterthur. Als Beweis dafür sei ein bestätigter Antikörper-Test nötig, so Karrer.

An das Coronavirus würden wir uns so oder so gewöhnen müssen, sagt Karrer: «Das Virus wird nicht einfach verschwinden. Wahrscheinlich wird es darum nach drei oder fünf Jahren ein Impfupdate brauchen. Doch danach sollte es langsam abklingen. Vielleicht ist das Virus dann nur noch eine Erkältung.»

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Aus dem Archiv: Das 3-Phasen-Modell des Bundesrats
Aus Tagesschau vom 21.04.2021.
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SRF 4 News, 22.4.21, 18 Uhr

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Aida Emod  (AidaEmod)
    Was ist mit all denen die COVID schon durchgemacht haben (und es nicht gemeldet haben) oder diejenigen die das Virus hatten (aber es gar nicht gemerkt haben) und sich nicht impfen lassen möchten: es gibt keine Pauschale Lösung. Zudem hat uns der BR über Monate eingeprägt dass einen negativen Test nur eine „Momentaufnahme” ist... aber damit darf ich ins Restaurant, ans Konzert und sogar über die Grenze. Macht das Sinn?
    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Sie kriegen zwei Dosen der Impfung wenn Sie nicht Nachweisen können, dass Sie Covid durchgemacht haben. Ansonsten gibt's nur eine Dosis. So einfach ist das.
    2. Antwort von Pirmin Schläpfer  (Gwunderer)
      Frage ich mich auch. Die Fairness kann aus sachlichen Gesichtspunkten so endgültig nicht mehr aufrechterhalten werden. Der Bundesrat agiert jetzt überklar pragmatisch, aber je länger, desto schlechter sachlich zu rechtfertigen. Ich hoffe sehr, die Lage beruhigt sich über den Sommer so deutlich, dass Bundesrat-BAG massive Widerstände finden wird. Bis jetzt ist der Erlösungsglaube in die Impfung allerdings so übermächtig, dass ich sogar an der allgemeinen Einsichtsfähigkeit grundsätzlich zweifle.
  • Kommentar von Nicolin Uhlmann  (Nicolin uhlmann)
    Das ist doch einmal eine Ansage! So haben die 10 Tage Isolation mit unentschädigtem Arbeitsausfall doch noch einen Sinn! Denn so wie ich das mitbekomme ist bei einer Impfung die Faktenlage nicht weniger dünn als bei den Genesenen...
    1. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Unentschädigt?
    2. Antwort von Peter Stauffacher  (Peter Stephan Stauffacher)
      Mir wäre jetzt nicht bewusst dass irgend jemand eine Entschädigung gezahlt hätte für die Tage die ich in Quarantäne gesessen bin...
      Wo muss sich ein Arbeitgeber melden um Geld dafür zu bekommen?
    3. Antwort von Manuel Hegglin  (Heginator)
      @peter Stauffacher und @Nicolin Uhlmann
      Falls sie Corona hatten, bekommen sie den Lohn wie bei normaler Krankheit und wenn sie in Quarantäne waren aufgrund eines Kontakts mit einem erkrankten, so haben sie Anrecht auf die Corona Erwerbsersatzentschädigung sprich 80% vom normalen Lohn.
    4. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      @Stauffacher: Bei Ihrer Ausgleichskasse das entsprechende Formular herunterladen, ausfüllen, unterschreiben und den Beleg des Gesundheitsamtes Ihres Kantons für die Anordnung der Quarantäne beilegen.
  • Kommentar von Walter Mineral  (mineral.walter)
    Privilege für eine Gruppe ist die Diskriminierung einer anderen. Es kann niemand bevorzugt werden ohne andere zu benachteiligen. Wo bleibt Gleichberechtigung bitte?
    1. Antwort von Werner Gerber  (Emmentaler1)
      ich habe meine erste impfung erhalten und anfang mai bekomme ich die zweite ladung. trotzdem werde ich keine privilegien in anspruch nehmen und mich ganz normal verhalten mit allen von bund und kanton vorgeschriebenen massnahmen. damit trage ich auch dazu bei, nichtgeimpfte und mich selber weiterhin zu schützen.
    2. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Der Verzicht auf die vermeintlichen "Privilegien" (der Ausdruck ist falsch, tendenziös und nicht zutreffend) ist freiwillig. Denn alle haben ein Recht auf die Impfung.

      Vergessen Sie das bitte nicht.