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Curafutura und FMH 2800 Tarifpositionen neu ausgehandelt

Seit über zehn Jahren streiten Ärzte und Krankenkassen um die Tarife für ambulante Leistungen. Nun steht ein neues Modell.

Legende: Audio Neue Tarife für ambulante Leistungen abspielen. Laufzeit 02:56 Minuten.
02:56 min, aus Rendez-vous vom 13.11.2018.

Von einem wichtigen Tag, ja gar von einem Meilenstein sprechen die Ärztevereinigung FMH und der Krankenkassenverband Curafutura heute. FMH-Präsident Jürg Schlup sagt zufrieden: «Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Revision des ambulanten Ärztetarifes ist erreicht.»

Denn der geltende Tarif, der so genannte Tarmed, ist mehr als zehn Jahre alt. Inzwischen hat sich die Medizin stark weiterentwickelt. Zahlreiche Geräte und Behandlungen sind dazugekommen. Gewisse ambulante Leistungen werden heute zu tief berechnet, andere zu hoch. Nun sind sich also beide Seiten einig.

Curafutura sieht sich auf der Zielgeraden

2800 Tarifpositionen wurden neu ausgehandelt. Auch für Curafutura-Direktor Pius Zängerle ist das ein wichtiger Schritt: «Wir geben dieser Arbeit eine grosse Chance. Wir haben es geschafft, zweieinhalb Jahre miteinander vorwärts zu kommen. Heute zeigen wir, wo wir stehen. Das Ziel ist in Sicht.»

Insofern sei Curafutura zuversichtlich, dass das Tarifmodell nun zu Ende verhandelt werden könne. Dies wird wohl noch weitere sechs Monate dauern. Denn die genauen Anwendungsregeln fehlen noch.

Doch neben Curafutura gibt es mit Santésuisse noch einen anderen wichtigen Player bei den Krankenkassen: Santésuisse vertritt die Mehrheit der Versicherten. Laut Sprecher Matthias Müller arbeitet der Verband an einem eigenen Tarifmodell, das auf Pauschalen basiert: «Santésuisse ist selber mit diversen Fachgesellschaften im Gespräch, um Pauschalen zu vereinbaren.»

Insgesamt sind drei Tarifmodelle in Arbeit

Pauschalen seien einfach und übersichtlich, so Müller. «Diesen Weg gehen wir weiter. Wenn wir auf der Zielgeraden sind, werden wir darüber informieren.» Es sind momentan also zwei Tarifmodelle der Krankenkassen am Entstehen.

Und im Streit um die Tarife für die ambulanten Leistungen gibt es sogar noch ein drittes Modell: Der Bundesrat hat im September die Schaffung eines nationalen Tarifbüros vorgeschlagen. Diese unabhängige Stelle soll die Tarife für die ambulanten Behandlungen jedes Jahr neu festsetzen.

Gegen das Tarifbüro wehren sich die Krankenkassen: Sie wollen nicht einen Teil ihrer Macht abgeben und suchen deshalb mit Hochdruck nach eigenen Lösungen. Aber auch wenn die Ärztevereinigung und Curafutura von einem Durchbruch reden: Noch ist unklar, welches Tarifmodell künftig angewendet wird. Klar ist aber, dass nun richtig Bewegung in die Diskussion gekommen ist.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Das Menschen ausbeuterische Schweizer "Gesundheits-Un-Wesen", muss dringend "ausgemistet - revidiert" werden, damit es tatsächlich wieder zu einem fairen, echten "Gesundheits-Wesen" wird!!
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  • Kommentar von T. H. Isaak (cuibono)
    Der Tarif ist eigentlich noch älter, als hier angegeben wird. Die Arbeiten zum Tarmed gingen unter dem damaligen Präsidenten der FMH Hans Heinrich Brunner, genannt HHB, bereits um die Jahrtausendwende los. Der Tarif bildet demnach die Medizin von vor bald 20 Jahren ab.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Wer hat am Meisten von solch 'elaborierten' Tarifen? Unter dem Strich ist es doch so, jedermann möchte für seine Leistung honoriert werden. Also könnten pro Fachgebiete ein Basisstundenansatz mit Modulen, wie Erfahrung, Maschinenpark und Gesprächsbereitschaft konzipiert werden. In einer Bandbreite von grob sagen wir mal 150 bis 600 Chf/ Stunde. 2800 Positionen, das freut doch nur jene, die an Intransparenz und Mengenausweitung interessiert sind. Patienten wohl kaum. Die werden eh nicht gefragt.
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