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Neue Studie zeigt Fachärzte verdienen mehr als vermutet

Legende: Video Grosse Lohnunterschiede unter Schweizer Ärzten abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.10.2018.
  • Selbstständig tätige Fachärzte verdienen rund 30 Prozent mehr als bisherige Untersuchungen vermuten liessen.
  • Dies zeigt eine neue Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).
  • Mit einer neuen Methode konnten die Einkommen genauer erfasst werden.
Arzt hört mit Stethoskop Bauch von Patienten ab.
Legende: Spezialisten für Gastroenterologie verdienen nach den Neurochirurgen am meisten. Keystone

Fachärzte in der Schweiz sind Grossverdiener. Allerdings sind in den verschiedenen Fachbereichen grosse Einkommensunterschiede zu erkennen, wie das BAG schreibt. An der Spitze stehen die Neurochirurgen mit einem Medianeinkommen von 697'000 Franken pro Jahr, gefolgt von den Gastroenterologen (627'000 Franken). Die tiefsten Medianeinkommen haben Kinder- und Jugendpsychiater.

So berechnet sich das Medianeinkommen

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Medianeinkommen bedeutet, dass die eine Hälfte der genannten Gruppe ein tieferes und die andere Hälfte ein höheres Einkommen erzielt.

In den fünf Jahren zwischen 2009 und 2014, welche die Studie abdeckt, sind die Einkommen gewachsen. Der durchschnittliche Anstieg lag bei 2,5 Prozent.

Frauen verdienen weniger

Die angestellte Ärzteschaft musste hingegen im gleichen Zeitraum eine Einkommenseinbusse von rund 5 Prozent hinnehmen. Eine Erklärung dafür sehen die Studienverfasser in der Tatsache, dass bei den Angestellten der Frauenanteil besonders stark gestiegen ist.

Auffallend sind denn auch die grossen Einkommensdifferenzen zwischen den Geschlechtern. So verdienen Fachärzte 29 Prozent mehr als Ärztinnen. Dieser Unterschied bleibe auch bestehen, wenn Berufserfahrung, Fachgebiet und Tätigkeitssektor berücksichtigt würden, schreiben die Verfasser der Studie.

Neuen Berechnungsmethode

Das BAG weist darauf hin, dass die Einkommen sogar noch höher liegen könnte, weil bei selbstständig Erwerbenden die Einkäufe in die Pensionskasse, aber auch Divendenbezüge nicht AHV-pflichtig sind.

Ungeklärt bleibe auch die Frage nach der Zusammensetzung der Einkommen aus den verschiedenen Sozial- und Zusatzversicherungen. Trotzdem liefere die neue Studie das zurzeit genauest mögliche Resultat, denn sie beseitige Mängel bei vorhergehenden Untersuchungen. Neu wurde nämlich auch die Teilzeittätigkeit berücksichtigt.

Kantone in der Pflicht

Die Studie basiert auf den AHV-pflichtigen Einkommen in den Jahren 2009 bis 2014. Die Abdeckung ist mit 90 Prozent laut dem BAG sehr hoch.

Das BAG betont, dass es sich um ein Pilotprojekt handle. Da dem Bund für weitere, regelmässige Erhebungen die rechtliche Grundlage fehle, sieht das Bundesamt nun Leistungserbringer und Kantone in der Pflicht. Sie sollen mit weiteren Einkommensstudien für bestmögliche Transparenz sorgen.

Legende: Video Wie aussagekräftig sind die neuen Zahlen zu den Ärztelöhnen? abspielen. Laufzeit 04:16 Minuten.
Aus 10vor10 vom 29.10.2018.

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65 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Bucher (DE)
    Die meisten Ärzte sind selbstständig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese auch die Arbeitszeit erfassen. Somit weiss das BAG nicht wie viele Stunden ein Arzt gearbeitet hat um auf den ausgewiesenen Verdienst zu kommen. Das BAG stellt nur fest, ob der Arzt weiblich oder männlich ist. Ohne Arbeitszeit gibt es aber keinen korrekten Vergleich des Lohnes. Die unselbständigen Ärzte arbeiten in einem Spital. Dort gelten die bekannten Lohneinreihungsysteme, welche für gleiche Löhne sorgen.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Leistungslöhne und Lohnbänder haben längstens auch in den Spitälern einzug gehalten. Dann gibts die Möglichkeit der Poolbeteiligung, über die die Chefärzte meist frei entscheiden. Und dann gibts noch die Möglichkeit der Pseudobeförderung. Ein Oberarzt iV hat die Arbeit und Verantwortung eines Oberarztes und der Lohn eines Assistenzarztes. Das geht auch mit Leitenden und Co-Chefärzten. Bei "Spitalfachärzten" gelten schlussendlich meist gar keine Regeln. Und die Teilzeit wurde sehr wohl erhoben.
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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Ich wette, dass auch mit einer Kürzung dieser Top-Löhne auf die Hälfte die chirurgische Versorgung weiter florieren würde. Leute aus der zweiten Reihe würden diese Jobs auch zu den gekürzten Gehältern zur Zufriedenheit aller machen, falls sich die heutigen Top-Leute ins Ausland verabschieden sollten.
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  • Kommentar von T Hollen (thollen)
    Eine genauere Analyse dieser Zahlen vor einer Publikation waere hier sorgfältig gewesen, einerseits von den Steuergeld finanzierten Bundesbeamten und andererseits von den ebenfalls "öffentlich" finanzierten Journalisten des SRF - vielleicht fehlt halt einfach das Wissen und Können dazu bei beiden Gruppen. Dass man auf einen Medianwert ausweichen muss zeigt vorallem die grosse Streubreite der Daten was sie unzuverlässig erscheinen lässt. Nachher Mittelwerte mit Median zu vergleichen ist grotesk.
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    1. Antwort von SRF News
      Die Studie erstellte das Bundesamt für Gesundheit. Daher kann davon ausgegangen werden, dass hier die Regeln der Statistik eingehalten wurden. Zudem begründet das BAG den plötzlichen Anstieg der Zahlen mit einer neuen Berechnungsmethode.
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