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Grundlegender Sicherheitsmangel bei Swiss Bankers
Aus Kassensturz vom 13.04.2021.
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Cyber-Betrug Grundlegender Sicherheitsmangel bei Swiss Bankers

Dutzende Meldungen über gehackte Travelcash-Karten. IT-Experten staunen über das mangelhafte Betrugs-Erkennungs-System.

Letzte Woche berichtete «Kassensturz» darüber, wie Gauner Travelcash-Karten leerräumten, obschon die Karten nie benutzt und sicher verwahrt waren. Herausgeberin Swiss Bankers gab den Betroffenen das verlorene Geld erst wieder zurück, nachdem sich «Kassensturz» für sie eingesetzt hatte.

Dutzende Zuschriften von weiteren Betroffenen nach «Kassensturz»-Beitrag

Offenbar dachten anschliessend viele Travelcash-Nutzer*innen: «Da schau ich doch lieber auch mal nach!» Das tat auch M.J. – und war geschockt. Sie fand auf ihrer Abrechnung seitenweise unrechtmässige Bezüge, zum Beispiel in einem Onlineshop in Singapur. «Der Schaden beläuft sich auf rund 5600 Franken. Ich war sowas von wütend, Sie möchten nicht wissen, was ich dachte!»

Auch die Travelcash-Karte von M.F. wurde von Betrügern geplündert. Seit über 40 Jahren ist sie Swiss-Bankers-Kundin. Ihre Karten bewahrt sie sicher im Banksafe auf. Trotzdem: Seit Frühling 2020 zeigt der Belastungsauszug 275 Transaktionen, auch reihenweise Kleinstbeträge unter einem Franken. Swiss Bankers erkannte nichts Verdächtiges und will vom gesamten Schaden von mehr als 1000 Franken nichts zurückbezahlen.

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M.F: «Wer kauft schon 20 Mal am Tag für 99 Rappen ein? Swiss Bankers sagte mir, Sparsame würden dies durchaus tun.»
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Swiss Bankers schreibt ihrer Kundin, es sei schwierig für das Betrugs-Präventionssystem, solche Transaktionen als verdächtig einzustufen. Viel mehr hätten die Kunden eine Sorgfaltspflicht. M.F. ist sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst. Aber: «Auch Swiss Bankers hat eine Sorgfaltspflicht. Ich gebe ihnen das Geld, damit sie es sorgfältig verwalten. Dazu gehört auch, dass sie es überwachen.»

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Cyber-Security-Experten Nicolas Meyencourt: «Das Sicherheitssystem hätte sofort Alarm schlagen müssen.»
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Schlechtes Experten-Urteil für Travelcash-Sicherheitssystem

Swiss Bankers sagt, für ein Betrugserkennungs-System sei es sehr schwierig, solche massenhaften Klein-Abbuchungen als auffällig zu erkennen. Kann das sein?

«Kassensturz» zeigt dem Cyber-Security-Experten Nicolas Meyencourt die Buchungsauszüge einiger betrogener Swiss-Bankers-Kunden. Für ihn ist die Sache auf Anhieb klar: «Das sind klassische Betrugsszenarien, fast schon wie aus dem Lehrbuch. Ein modernes Betrugserkennungs- und Präventionssystem müsste sofort Alarm schlagen und das betroffene Finanzinstitut sofort handeln.» Denn der Kunde im konkreten Fall habe die Karte nicht gebraucht und könne nicht davon ausgehen, dass ein Betrug läuft. «Das System hat ganz klar versagt», so das Urteil von Nicolas Meyencout.

Frau zerschneidet Kreditkarte
Legende: Nach dieser Sicherheitspanne und dem hohen Geldverlust hat M.J. endgültig genug von der Travelcash-Card. SRF

Im Interview mit «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer nimmt Swiss-Bankers-CEO Hans-Jörg Widiger Stellung. Der Swiss-Bankers-CEO betont, das Betrugs-Erkennungs-System habe den allergrössten Teil der Hacker-Attacken von letztem Jahr abgewehrt, räumt aber ein, es habe dennoch Fälle von Bezügen gegeben, die so nicht hätten stattfinden dürfen.

Er bedauert, dass einige Kunden «aus unserer Kulanzregelung herausgefallen» sind und verspricht, man werde diese Kunden kontaktieren und das gestohlene Geld zurückbezahlen, sofern die Abbuchungen auffällig gewesen seien. Betreffend die fragwürdige Regelung in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, wonach die Swiss-Bankers-Kunden eine Pflicht haben, regelmässig ihren Kontostand zu kontrollieren, auch wenn das Kärtchen ungenutzt sicher verstaut ist, besteht der Swiss-Bankers-Chef darauf und meint, die Kunden sollten «die Chancen nutzen», welche die Swiss-Bankers-App bietet, unter anderem mit der Möglichkeit zur Sperrung der Karte.

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Hans-Jörg Widiger, CEO Swiss Bankers, im Interview
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Kassensturz, 13.04.2021, 21:05 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Florence Stutzmann  (FloS)
    Seit 2016 habe ich eine Swiss Bankers Travelcard mit CHF als zus. Sicherheit beim Reisen. Wenn ich nicht auf Reisen bin, liegt meine Travelcard im Safe. Geld bezogen oder die Karte benutzt habe ich noch nie. Am 2.5.2019 wurde offensichtlich ein Kauf mit meiner Karte in Israel über CHF 152.26 (resp. ILS 515.05) gemacht. Ich war noch nie in meinem Leben in Israel. Bemerkt habe ich dies im August 2020 wegen Handywechsel. Auf meinen eingeschriebenen Brief bekam ich den Hinweis "30 Tage seien vorbei"
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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch  (a2b3c4d5)
    Neueste elektronische Sicherheitssysteme kosten "ihr"
    Geld .
    Darin könnte auch der Grund liegen , warum im Bankensektor
    "elektronisch" so manches "schief" läuft !
    "Wird schon nichts geschehen",
    muß nicht immer "gutgehen".
    Die Banken müssen es ja wissen : was ist besser ?
    Ein teures , neues Elektroniksystem oder den Kunden ständig "gewisse Zahlungen" leisten ?
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  • Kommentar von Gian Duri Calonder  (calgia)
    Es gibt ein weiteres Problem welches so im Beitrag NICHT angesprochen wurde...! Alle im Bankauszug ersichtlichen Zahlaungen, wurden ab einem PayPal Konto transferiert, NICHIT direkt ab der Karte. Täter haben sich bei PayPal registriert und diese Karte als Zahlungsmittel angegeben! Somit ist PayPal mitschuldig, da bei Karten wie MasterCard auch die Adresse geprüft wird. Alle Zahlungen gehen an Google; mit suchen habe ich ein Formular für Rückerstattung von Unauthorisierten Zahlungen. gefunden!
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