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Die Schweizer Hotellerie leidet unter dem Coronavirus
Aus SRF 4 News aktuell vom 02.03.2020.
abspielen. Laufzeit 08:28 Minuten.
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Darbende Hotels wegen Corona «Wir kommen um Kurzarbeit nicht herum»

Das Coronavirus ist Gift für den weltweiten Tourismus – auch für die Schweizer Hotellerie. Nach dem Rekordjahr 2019 droht dieses Jahr ein grosser Dämpfer. SRF News hat Andreas Züllig, Präsident von Hotellerie Suisse, gefragt, was das für Schweizer Hotels bedeutet.

Andreas Züllig

Andreas Züllig

Präsident, Hotellerie Suisse

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Der Hotelier aus Graubünden ist seit fünf Jahren Präsident des Verbandes. 1991 übernahm er das Hotel Schweizerhof in Lenzerheide, das er heute als Eigentümer und Gastgeber führt.

SRF News: Wie stark ist die Schweizer Hotellerie vom Coronavirus betroffen?

Mittlerweile sehr stark. Es hat sehr langsam angefangen mit den Absagen chinesischer Gruppen. Die Gäste kommen kurzfristig nicht oder stornieren ihre Buchungen für die kommenden Wochen oder Monate.

Wo leiden die Hotels am meisten?

Ein bisschen überall. Denken wir an den Engadiner Skimarathon, der gesamthaft abgesagt wurde. Das betrifft die ganze Region. Da kommt überhaupt kein Gast mehr in dieser Woche. Und auch die Städte sind stark betroffen. Der Geschäftstourismus wird immer mehr eingestellt, es finden weniger Meetings, Seminare und Kongresse statt.

Die Städte sind stark betroffen.

Jetzt können betroffene Unternehmen Kurzarbeit beantragen. Macht die Hotellerie davon bereits Gebrauch?

Ja, aber im Moment noch nicht so stark. In der Winterhotellerie ist die Wintersaison noch im Gange. Wir gehen aber davon aus, dass im März in den Städten Kurzarbeit eingeführt werden muss. Da kommt man nicht mehr drum herum.

Was bedeutet das für die Unternehmen konkret?

Es ist eine schwierige Situation. Das sind wir uns nicht gewohnt. Bei uns ist Kurzarbeit im Gegensatz zur Industrie die Ausnahme. Normalerweise können wir mit solchen Herausforderungen relativ gut umgehen – denken wir an Sars und die Vogelgrippe. Entsprechend sind wir trainiert für solch grosse Herausforderungen. Aber im Moment ist die Situation schon sehr dramatisch und wir müssen uns darauf einstellen, organisatorisch und auch in der Zusammenarbeit mit den Behörden.

Normalerweise können wir mit solchen Herausforderungen relativ gut umgehen – denken wir an Sars und die Vogelgrippe.

Hat es Auswirkungen auf die Service-Qualität, wenn in einem Fünf-Sterne-Hotel Kurzarbeit geleistet werden muss?

Auf die Qualität des Services darf das natürlich keinen Einfluss haben. Wir müssen immer noch den gleich hohen Service-Standard bieten, den wir auch sonst bieten. Die Mitarbeiter arbeiten einfach weniger Tage pro Woche. Aber grundsätzlich ist die Diensleistungsbereitschaft immer gleich hoch.

Bei einer Quarantäne-Massnahme fallen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwei Wochen aus. Kommen da einige Betriebe nicht in Notlage?

Doch, das ist schon so. Für grössere Betriebe mit 500 Mitarbeitern ist eine Quarantäne nicht so dramatisch. Aber für kleine Betriebe mit zehn Mitarbeitern iist bei drei Ausfällen ein grosser Teil der Belegschaft weg. Da wird es schwierig für die Betriebe den Normalbetrieb weiter aufrecht zu halten.

SRF 3 News, 06:48 Uhr; srf/koua

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Und schon heisst Arbeitsreduktion, Kurzzeit, Entlassung. Um wieviel ist die Gastronomie in Spitzenjahren mit den Löhnen eigentlich rauf? Nix. Geht nie. Nur Abbau. Bei jeder Gelegenheit. Die Arbeitgeber nerven echt gewaltig.
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  • Kommentar von Markus Glauser  (mgl)
    Hotellerie und Gastronomie jammern seit bald ewig. Das solche Einbrüche geschehen können, weiss man Jahren, ja Jahrzehnten.
    Hat diesen Branche mit diesem Wissen Reserven für eben solche Ereignisse angelegt?

    Ich erinnere an die Mehrwertsteuer-Diskussionen. Was von den in diesem Zusammenhang gewährten Steuererleichterungen an diese Branche wurde an die Gäste weitergegeben?
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    1. Antwort von Silke Döding  (Nordlicht)
      Auf was soll denn der Hoteliere seine Reserven bilden? Ein Bett kann ich nun mal nur einfach verkaufen. Wenn der Tag vorbei ist, kann ich es auch nicht nachholen. Vorbei ist vorbei. So lange der Gast keinen Franken mehr fürs Bett zahlt, kann bei der Marge keine Reserve für sowas aufgebaut werden.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Es heisst ja, dass Jobprofile von Hotelbetrieben unter CH-Arbeitnehmer unbeliebt sind, deswegen arbeiten viele PFZ-ler in Hotels und Gastrobetrieben. Nun wäre es an der Zeit, zu hinterfragen, was bedeutet, "gebrauchte Fachkräfte". Klar, wer in die Arbeitslosenversicherung bezahlt hat, muss ja auch Leistungen beziehen können, keine Frage. Aber wäre da anstatt Kurzarbeit nicht ev. die Trennung von einst "gebrauchten Fachkräften" die wirtschaftsschonende und fürs Fussvolk nachvollziehbare Option?
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