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Besserer Datenschutz bei Volksläufen
Aus Espresso vom 29.08.2019.
abspielen. Laufzeit 05:19 Minuten.
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Datenfluss bei Sportanlässen Strengere Datenschutzregeln bei Volksläufen

Künftig können die Teilnehmer bei der Anmeldung entscheiden, ob ihre Daten zu den Sponsoren laufen sollen oder nicht.

Greifensee-Lauf, Jungfrau-Marathon oder Grand Prix Bern: Volksläufe sind und bleiben beliebt, fast täglich findet irgendwo einer statt, Zehntausende schwitzen mit. Bis dato muss man als Teilnehmerin oder Teilnehmer mit mühsamen Nachwirkungen rechnen, sprich mit Mails oder Anrufen von Sponsoren, wie zum Beispiel Krankenkassen.

Diese haben die Daten automatisch vom Veranstalter erhalten – meist steht ein entsprechender Hinweis irgendwo im Kleingedruckten. Wem diese Werbe-Avancen lästig sind, muss sich beim Veranstalter melden, um die Datenweitergabe zu unterbinden.

Bei der Anmeldung ein Häkchen setzen

Nach Kritik des Datenschützers und vor dem Hintergrund der strengeren Datenschutzregeln innerhalb der EU wurde das Verfahren aber nun geändert: In Zukunft können Teilnehmer schon bei der Anmeldung ein Häkchen setzen: Ob ihr Name überhaupt auf der Rangliste erscheinen soll und ob man damit einverstanden sei, wenn der Veranstalter die Daten an Werbepartner weitergebe, sagt Peter Bohnenblust, Geschäftsführer des Leichtathletik-Dachverbands Swiss Athletics gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

Die Neuerung gilt zwar laut Bohnenblust ab sofort, aber nur bei Laufveranstaltungen, deren Anmeldeformulare jetzt neu aufgeschaltet werden. Beispiel: Der Stadtlauf Luzern 2020. Und vorerst gilt sie auch nur bei den 20 grössten Laufanlässen in der Schweiz. Die strengeren Datenschutzregeln sollen aber schon bald bei allen Anlässen dieser Art gang und gäbe sein.

Auch die Triathlon-Veranstalter wollen in Kürze über das Thema diskutieren, heisst es beim Verband Swiss Triathlon auf Anfrage.

Zufriedene Datenschützer, unzufriedene Sponsoren

Beim Eidgenössischen Datenschützer zeigt man sich vorerst zufrieden mit der Art und Weise, wie die Veranstalter von Laufwettkämpfen den Datenschutz verbessert haben. Man habe aber weiter ein Auge auf das Thema, sagt eine Sprecherin.

Wenig erfreut darüber sind hingegen gewisse Sponsoren, da sich mit dem neuen Verfahren auch der Adressatenkreis für Kundenwerbung verkleinern dürfte. Erste Sponsoren seien deswegen schon abgesprungen oder würden sich einen Ausstieg überlegen, so Bohnenblust.

Offenbar stellen diese Sponsoren nicht den Sport, dessen Förderung beziehungsweise ihr Image in den Vordergrund, sie wollen vor allem möglichst viele Teilnehmerdaten kassieren.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Fritz Rueegsegger  (Matterhorn+234)
    Ich laufe seit mehr als 50 Jahren und habe auch schon im Lauforganisationen mit gemacht. Sponsoren wollen einen Nutzen haben, sie sind nicht Mäzenen. Fehlen die Sponsoren, müssen die Startgelder weiter angehoben werden oder vor allem kleinere Laufevents werden verschwinden. Wer dieses Jahr z.B. am Emmenlauf war, hat das riesige Engagement gerade in den Schülerkategorien gesehen. Solche Events sind wichtig, Jugendlichen etwas Aktives zu bieten. Also nicht so einseitig berichten.
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    1. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Die Kernaussage Ihres Kommentars ist dann ja wohl: Es gibt nichts gratis. Ich finde es nicht schlecht, dass dies alle mitbekommen, gerade wenn es darum geht, dass er Preis aus den eigenen Daten besteht. übrigens: Rennen kann man auch ohne Wettkampf-Organisation...
  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Was heisst „unzufriedene Sponsoren“? Kann z.B. eine Krankenversicherung nur dann ein Sportevent unterstützen, wenn sie an die Daten der Teilnehmer*innen gelangt? Reicht es nicht aus, wenn diese Hobby-Sportler*innen etwas Gesundes tun - das sollte für die Krankenversicherer im Vordergrund stehen!
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    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Auch eine Krankenkasse darf die Prämieneinnahmen nicht einfach verschenken. Es ist deshalb logisch, dass sie auch einen Vorteil aus dem Sponsoring haben muss - sonst muss sie darauf verzichten. There is no free luch, sagen die Briten.
  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Kann mir mal jemand der Politiker erklären, warum das Gesetz nicht umgekehrt ist. Dass der Daten- u. Persönlichkeitsschutz immer gilt, es sei denn, ich stimme mit Unterschrift ausdrücklich zu, dass ich will, dass meine Daten weitergegeben werden.
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    1. Antwort von Hans Meier  (H-M)
      Wie immer dreht sich alles ums geld, daten handel ist ein milliarden business!Also müssen so viele, so einfach wie möglich gesammelt werden!!
    2. Antwort von Lena Kälin  (flower)
      Der neue Ansatz ist zumindest ein Fortschritt. Freuen wir uns doch einfach darüber.