Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Nationalrat debattiert über Ärztestopp abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 11.09.2019.
Inhalt

Debatte im Nationalrat Positionen in der Ärztestopp-Debatte nähern sich an

Um die Kosten im Gesundheitswesen etwas einzudämmen, braucht es einen permanenten Ärztestopp. Doch wie soll dieser funktionieren?

Ausländische Ärzte, die in der Schweiz tätig sein wollen, sollen das Schweizer Gesundheitssystem kennen und eine Landessprache beherrschen. Das wäre ein wichtiges Regulierungsinstrument – und hier zeichnet sich ab, dass National- und Ständerat einen Weg finden, dies im Gesetz zu verankern.

Auch ein weiterer Stolperstein könnte beseitigt werden. Ursprünglich wollte die bürgerliche Mehrheit im Nationalrat im Rahmen des Ärztestopps auch gleich den Vertragszwang lockern. Das heisst: Die Krankenkassen hätten nicht mehr die Leistungen von allen Ärztinnen und Ärzten vergüten müssen. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Schweiz dann für ausländische Ärzte weniger attraktiv wäre.

Vertragszwang bleibt aussen vor

Der Ständerat wollte von einer Lockerung des Vertragszwangs aber nichts wissen.

Die Lockerung des Vertragswerkes wäre ein zusätzlicher Aspekt, den wir gerne drin gehabt hätten.
Autor: Thomas de CourtenNationalrat SVP/BL

Und jetzt machte auch die nationalrätliche Gesundheitskommission einen Rückzieher. «Die Lockerung des Vertragswerkes wäre ein zusätzlicher Aspekt, den wir gerne drin gehabt hätten», sagte SVP-Nationalrat Thomas de Courten als zuständiger Kommissionspräsident, «aus Gründen der Mehrheitsfähigkeit verzichten wir im Moment aber darauf.»

Wenn der Nationalrat heute Mittwoch seine Kommission folgt, gibt es einen Streitpunkt weniger mit dem Ständerat. Andere Fragen bleiben aber offen. Zum Beispiel beharrt die nationalrätliche Gesundheitskommission darauf, dass medizinische Eingriffe einheitlich finanziert werden sollen – egal ob sie ambulant oder stationär mit einem Spitalaufenthalt durchgeführt werden. Hier fürchten namentlich die Kantone, dass Mehrkosten auf sie zukommen.

Einheitliche Finanzierung aussen vor

Die Frage der einheitlichen Finanzierung habe gar nicht direkt mit dem Ärztestopp zu tun und drohe das Fuder zu überladen, warnt Michael Jordi, der Zentralsekretär der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren: «Die einheitliche Finanzierung ist immer noch umstritten. Bis eine Lösung in Kraft ist, die auch die Kantone befriedigen kann, wird es noch Jahre dauern.» Deshalb erscheine es den Gesundheitsdirektoren wichtig, dass diese Verknüpfung fallen gelassen werde.

Bis eine Lösung in Kraft ist, die auch die Kantone befriedigen kann, wird es noch Jahre dauern.
Autor: Michael JordiKonferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren

Noch ist der Ärztestopp nicht unter Dach und Fach. Trotz ersten Signalen der Annäherung wird die heutige Parlamentsdebatte nicht frei von Kontroversen sein.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Ärztestopp? Vielerorts fehlen Hausärzte oder die Arztpraxen sind überfüllt, nehmen keine neue Patienten mehr. Was tun? Wohin gehen?Notfall im Spital, auch wenn nichts Akutes vorliegt? Nein, zu teuer. Es muss abklärt werden, wo Hausärzte gebraucht werden und dann eine Bewilligung erteilen. Spezialärzte haben wir genug, die verdienen sich dumm und dämlich, kein Wunder wollen alle in der Schweiz arbeiten.Da muss der Riegel geschoben werden. Ein Dank an alle Hausärzte die für ihre Patienten da sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Egoistische Profitgier - lukrative VR-Mandate - Lobbyismus - Vetternwirtschaft, seit Jahren im Menschen ausbeuterischen Schweizer "Gesundheits-Un-Wesen"!! Das zeigt erschreckenderweise deutlich auf, dass es viel zu viele, unfähige, habgierige "zuständige Verantwortliche" im gesamten Gesundheits-Wesen de Schweiz gibt, welche aktiv zu diesem - für sie äusserst lukrativen - "Un-Wesen" beitragen!! Politfilz!!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Es gibt unglaublich viele Aerztecentren ,welche den Spitäler Patienten wegnehmen. Der Grund ist, die Ärzte verdienen so viel mehr. Nun als Hausarzt sollte muss man auch ausrücken und kann dadurch unter umständen weniger Patienten bedienen. Da liegt wohl das Problem in den ländlichen Gebieten. Heute wollen die die Ärzte schnell Millionäre werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen