Wer mit der Nati mitfiebern wollte, musste früh aus den Federn: Anpfiff Schweiz – Algerien war um fünf Uhr morgens. Viele Fans entschieden sich trotzdem gegen das heimische Sofa und suchten ein Public Viewing auf. Im ganzen Land zelebrierten die Fans gemeinsam die Nati vor Grossleinwänden und TV-Bildschirmen, im Restaurant, in Schulzimmern oder Bars. Zuerst bei Kaffee und Gipfeli, später wurde auch mal ein Fondue gegessen oder ein frühes Bier getrunken.
Früh wach: So schaut die Schweiz den Match gegen Algerien
-
Bild 1 von 14. Die Schweiz darf bei der Fussball-WM weiter vom ersten Viertelfinal seit 1954 träumen. Bildquelle: Keystone/EPA/Martial Trezzini.
-
Bild 2 von 14. Schweizer Fans feiern an einem Public Viewing in Genf den Sieg der Schweizer Nati. Bildquelle: Keystone/Martial Trezzini.
-
Bild 3 von 14. Die Freude ist auch bei den Kleinen riesig. Sie bejubeln das 2:0 am Bahnhof Sargans. Bildquelle: Keystone/Gian Ehrenzeller.
-
Bild 4 von 14. Die Ruhe vor dem Sturm bei der Bäckerei in der Bahnhof-Unterführung von Aarau. Da waren die Türen noch geschlossen. Bildquelle: SRF.
-
Bild 5 von 14. Für dieses Spiel standen auch viele Bernerinnen und Berner freiwillig früher auf. Bildquelle: SRF.
-
Bild 6 von 14. Schweizer Fans schauen auf der Grossen Schanze in Bern gemeinsam das Spiel gegen Algerien. Bildquelle: SRF.
-
Bild 7 von 14. Der Tag beginnt auch in St. Gallen mit Fussball. Bildquelle: SRF.
-
Bild 8 von 14. Die Stimmung in der Waaghaus-Arena beim Marktplatz (SG) ist gut. Versorgt wird mit Brunch, Gipfeli und Bier. Bildquelle: SRF.
-
Bild 9 von 14. Public Viewing in der Stadt Solothurn auf dem Dornacherplatz: Die Tribüne mit 500 Sitzplätzen war schon vor Anpfiff ausverkauft. Bildquelle: SRF.
-
Bild 10 von 14. Solothurner Morgenstund hat Rot auf dem Bildschirm. Bildquelle: SRF.
-
Bild 11 von 14. Auch die 5. Klasse des Rigi-Schulhauses in Goldau (SZ) ist stolz mit dabei. Bildquelle: SRF.
-
Bild 12 von 14. Bei dem Einsatz der Schweizer Nati schwindet jede Müdigkeit. Bildquelle: SRF.
-
Bild 13 von 14. Gespannt fiebern die rund 450 Fans in der Waaghaus-Arena beim Marktplatz in St. Gallen mit. Bildquelle: SRF.
-
Bild 14 von 14. Und auch in der Musikbeiz Adler in Wil ist man schon wach. Bildquelle: SRF.
Dass der frühe Anpfiff viele nicht abschreckte, zeigte sich etwa in Allschwil BL. Das Restaurant «ZickZack» war ausgebucht, die grosse Halle schon früh am Morgen bis auf den letzten Platz voll. Über zweihundert Personen verfolgten das Spiel der Schweizer Nationalmannschaft. Dreissig bis vierzig habe er noch in der Nacht abweisen müssen, sagt Geschäftsführer Urs Kohler.
Die Stimmung unter den Fans war trotz der frühen Morgenstunden gut: «Es ist schon ein spezielles Erlebnis, den Tag mit einem Bier und nicht mit Kaffee und Gipfeli zu starten!», meint ein Zuschauer. Ein Kind lächelt müde: «Es war ein bisschen anstrengend, aufzustehen. Aber es war sehr toll!» Das gemeinsame Anfeuern gefällt den Besuchern: «Das ist schon besonders toll hier. Die Stimmung ist super!»
Ferienstimmung schon vor dem Mittag
Freiwillig vor fünf Uhr morgens aufstehen? Für viele Kinder und Jugendliche normalerweise kaum vorstellbar. Für die Nati machten einige eine Ausnahme. So auch eine 5. Klasse des Schulhauses Rigi in Goldau SZ, für die der Unterricht kurzerhand vorverlegt wurde.
Die Begeisterung hielt sich anfangs allerdings in Grenzen. «Was, so früh?», sei sein erster Gedanke gewesen, erzählt ein Schüler. Als aber klar war, dass dafür der Match geschaut werden dürfe, habe sich die Stimmung schlagartig verbessert: «Yes, wir können den Match schauen!»
Die frühe Uhrzeit war dennoch spürbar. «Meine Augen taten ein bisschen weh, aber es war eigentlich voll toll», sagt ein Mitschüler. Der Jubel nach dem Schlusspfiff fiel entsprechend laut aus. Und mit dem Ferienbeginn am Nachmittag ist der ungewöhnliche Schultag endgültig perfekt.
Im St. Galler Waaghaus versammelten sich fast 500 Menschen, um das WM-Spiel der Schweizer Nati gemeinsam zu verfolgen. Während die Blicke gebannt auf eine der vier Leinwände gerichtet waren, standen auch hier, neben Kaffee und Gipfeli, nicht selten auch Bierbecher auf den Tischen. Ob es sich dabei um das letzte Bier einer langen Nacht oder das erste des Tages handelte, ist nicht überliefert.
«Wir staunen, wie gut es läuft», sagt Michael Vonplon vom «glatten Köbi» in Zürich-West. Schon früh morgens hätten sich die Gäste angestellt. Die Uhrzeit spiele dabei kaum eine Rolle. «Auch die Nachtspiele sind gut besucht.»
Warum man um vier Uhr morgens aufsteht, um Fussball zu schauen, fasst ein Fan vor dem Lokal kurz zusammen: «Die Spiele der Nati muss man zusammen schauen. Mit der ganzen Stadt.»