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Grosse Worte, kleiner Rahmen: Das war die offizielle Eröffnung des Ceneri
Aus Tagesschau vom 04.09.2020.
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Die Eröffnungsfeier «Viva il treno, viva il Ticino, viva la Svizzera!»

Die Feier: Am Freitag um 11.33 Uhr hat der erste Güterverkehr den Ceneri-Basistunnel von Norden nach Süden durchfahren. Damit ist der neue Tunnel offiziell eröffnet. SBB-CEO Vincent Ducrot sowie der Vorsitzende der Geschäftsleitung der AlpTransit AG, Dieter Schwank, gaben das Signal zur Durchfahrt des ersten Güterzuges. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga – ganz tessinerisch in Rot-Blau gekleidet – durchschnitt das rote Band, begleitet von den Worten «Viva il treno, viva il Ticino, viva la Svizzera!»

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Hier durschneidet Sommaruga das Band
Aus News-Clip vom 04.09.2020.
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Die Reden: Vor dem symbolischen Durchschneiden des Bandes hielten zwei Bundesräte bewegende Reden. «Die Reise nach Lugano dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Sie führte über den Berg, den Monte Ceneri», erinnerte sich Simonetta Sommaruga in ihrer Ansprache. Statt über den Berg gehe es jetzt durch den Berg. «Wer von Bellinzona nach Lugano fährt, braucht nur noch 15 Minuten.» Der Ceneri-Tunnel stärke den öffentlichen Verkehr – «und er stärkt das Tessin», fuhr die Bundespräsidentin fort. Der Tunnel bringe die Schweiz näher zusammen.

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Sommaruga: «Die Neat ist ein Jahrhundertwerk und macht uns stolz»
Aus News-Clip vom 04.09.2020.
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Sommaruga lobte weiter den «weitsichtigen» Entscheid der Schweizer Bevölkerung, die sich 1992 an der Urne für die Neat ausgesprochen hatte. Viele Länder würden die Schweiz um deren «intelligente Verlagerungspolitik» beneiden.

Der Tunnel bringt die Schweiz näher zusammen.
Autor: Simonetta SommarugaBundespräsidentin

Der Ceneri-Basistunnel sei zusammen mit Gotthard und Lötschberg «das Herzstück des wichtigsten Bahnkorridors zwischen Nordsee und Mittelmeer», fuhr Sommaruga fort. Einer der vielen Pfeiler des Bahn-Viadukts vor dem Nordportal nenne man «la Ballerina», erzählte die Bundespräsidentin. Dieser Pfeiler sei etwas schmaler als die anderen, und er drehe sich leicht.

Die Neat sei «unser Jahrhundertwerk und macht uns stolz», sagt die Bundespräsidentin zum Abschluss.

«Heute erleben wir die Realisierung einer Vision», sagt anschliessend ein bewegter Ignazio Cassis. Cassis bezeichnete die Tunnelbauerin AlpTransit Gotthard AG als «Klebestoff», der die Schweiz verbinde. Der Ceneri-Basistunnel verbinde das Reich des Luganeser Stadtpräsidenten Macro Borradori (Lega) mit jenem von Mario Branda (SP), Stadtpräsident von Bellinzona. Dank den schnelleren Verbindungen ab Mitte Dezember könne man zwischen dem Festival del Film in Locarno und dem Estival Jazz in Lugano munter hin- und herhüpfen, prophezeite Cassis.

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Cassis: «Heute erleben wir die Realisierung einer Vision»
Aus News-Clip vom 04.09.2020.
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Die Bedeutung des Werks: Bundespräsidentin Sommaruga erklärte in einem vorab veröffentlichten Video, die Neat stärke die Verlagerungspolitik und den Alpenschutz. Dank des Tunnels gelangten die Reisenden rascher von Nord nach Süd. Und das Tessin erhalte eine S-Bahn im Dreieck Bellinzona-Lugano-Locarno.

Bundesrat Ignazio Cassis sagte gegenüber SRF, das Tessin werde damit immer mehr auch zu einem ÖV-Kanton – auch wenn mit einer gewissen Verzögerung gegenüber den urbanen Gebieten der Deutschschweiz. «Das ist jetzt auch der Standard bei den Jungen. In meiner Zeit war es obligatorisch einen Töff zu haben und einen Führerschein zu machen. Wir sind jetzt aber in einer anderen Welt angelangt.»

Das ist jetzt der Standard bei den Jungen. In meiner Zeit war es obligatorisch einen Töff zu haben und einen Führerschein zu machen. Wir sind jetzt aber in einer anderen Welt angelangt.
Autor: Ignazio CassisBundesrat

Die Reaktionen der Nachbarn: «Sono emozionata», sagte die italienische Verkehrsministerin Paola de Micheli wenige Meter vom Ceneri-Nordportal entfernt. Schnelle Zugverbindungen in Europa seien wichtig. De Micheli betonte auch die Vorteile für den Güterverkehr, die das am Vormittag in Locarno unterzeichnete Abkommen zum Ausbau der Lötschberg-Simplon-Linie bringen werde. «Die Schweiz und Italien sagen nicht nur, dass sie zusammenarbeiten wollen, sondern sie tun es auch», schloss de Micheli.

Die österreichische Verkehrsministerin Leonore Gewessler sprach von einer «neuen Ära des umweltverträglichen Reisens». Die österreichische Regierung unterstütze diese Entwicklung, auch wenn Nachtzüge sehr teuer seien. Wien bezeichnete Gewessler als «Zentrum der Nachtzüge».

Pawel Wojciechowski, Koordinator des Rhein-Alpen-Schienengüterkorridors bei der EU bezeichnete die Vollendung der Neat als «echt europäische Leistung». Er freue sich, dass das Reisen zwischen Norden und Süden nun schneller werde und der Transport von Gütern in Europa «grüner».

Das Bauwerk: Die Schweiz vollendet mit dem Ceneri-Tunnel die Neue Eisenbahn-Alpentransversale (Neat). Sie verfügt so über eine durchgehende Flachbahn durch die Alpen. Dem Güterverkehr steht auf der Schiene ein durchgehender Vier-Meter-Korridor zwischen Rotterdam und Genua zur Verfügung.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
    Dass Frau Sommaruga Herrn Ogi ausgeladen hat ist mehr als nur schlechter Stil. Aber das ist man sich bei SS ja gewohnt. Sie sollte umgehend demissionieren.
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      @Rechsteiner: das ist doch einfach nicht wahr! Adolf Ogi wurde - wie übrigens noch anderes - gebeten ,als Risiko-Mensch (der er ja in seinen jungen Jahren ist) der Veranstaltung fernzubleiben; dies, damit man nicht noch "Schutzmassnahmen speziell für ihn" treffen muss. Im übrigen gibt es sehr viele Menschen, die da und dort nicht dabeisein können/wollen, um sich und v.a. ihre Mitmenschen nicht zu gefährden, bzw. um nicht Unruhe zu verursachen.
    2. Antwort von Nico Stäger  (Nico Stäger)
      Meili, warum sollte man Ogi speziell schützen? Wann er Schutz will, kann er selber entscheiden und eine FFP2-Maske anziehen.
    3. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Rechi. Es wurde niemand ausgeladen, sondern 650 vor Corona vorhergesehene Leute nicht eingeladen, die Feier auf ein Minimum reduziert. Ogi konnte schon beim Gotthard-Tunnel gebührlich feiern. Uebrigens ist er nicht alleine, welche am dreissig-jährigen Werk arbeitete. Tausende Arbeiter waren dabei, und 63% der Stimmbürger gaben dazumal erst den Segen. Auch ich, und ich bin jetzt auch nicht dabei.
  • Kommentar von Klaus Waldeck  (Oldie)
    "Pawel Wojciechowski, Koordinator des Rhein-Alpen-Schienengüterkorridors bei der EU bezeichnete die Vollendung der Neat als «echt europäische Leistung»" ???
    Da habe ich aber einiges einzuwenden. Europa profitiert von dem Alleingang der Schweiz ohne einen Rappen am Projekt beizutragen ! Dieses Aussage kann dann gemacht werden wenn die EU alle Anschlussbauwerke zur NEAT fertiggestellt hat. Das diese Aussage von einem polnischen Politiker kommt passt so richtig ins EU-Bild.
    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Soso. Die Schweiz ist nicht in Europa? Und vor allem ist die NEAT der Impuls für den Ausbau Amsterdam-Genua, wenn es auch hier und dort "hapert".
    2. Antwort von Klaus Waldeck  (Oldie)
      Herr Camenisch hier geht es um das Wort "LEISTUNG"
  • Kommentar von Rolf Michel  (Mosses01)
    Bravoooo....!