Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Dutzende Tote in Crans-Montana Brandkatastrophe an Neujahr im Wallis – das ist bekannt

Bei einem Brand in einer Bar in Crans-Montana VS sind rund 40 Personen gestorben und über 100 verletzt worden.

Das ist passiert: Bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» im Walliser Ski-Ort Crans-Montana sind in der Silvesternacht mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Über hundert Personen wurden verletzt, die meisten von ihnen schwer. Gegen 01:30 Uhr habe eine Person den Brand gemeldet. Laut Polizei seien zwei Minuten später erste Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

Die Todesopfer: Die Walliser Kantonspolizei geht von ungefähr 40 Todesopfern aus. Die Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte an einer Medienkonferenz: «Es sind erhebliche Mittel vorgesehen für die Identifizierung.» Diese gestalte sich schwierig, dauere an – habe aber oberste Priorität. «Crans-Montana ist eine Tourismusdestination. Deshalb schliessen wir nicht aus, dass ausländische Staatsangehörige darunter sind», ergänzte Frédéric Gisler von der Kantonspolizei. Zum Alter der Opfer sagte Stéphane Ganzer, Walliser Staatsrat, am frühen Abend: «Sie können sich vorstellen, dass es in einem Skiort über Silvester viele junge Leute hat.»

Auskunft für Angehörige

Box aufklappen Box zuklappen

Für Angehörige ist eine psychologische Betreuungszelle eingerichtet und eine Hotline aufgeschaltet worden: 0848 112 117. Die Behörden rufen die Bevölkerung zu Zurückhaltung und Respekt gegenüber den Familien der Opfer auf.

Die Verletzten: Die rund hundert Verletzten wurden in verschiedene Spitäler gebracht. Das Spital Wallis hat den Katastrophenplan ausgelöst; die Intensivstationen und Operationssäle sind nach eigenen Angaben voll belegt. Das auf Brandverletzungen spezialisierte Universitätsspital Zürich hat über ein Dutzend Brandopfer aufgenommen. Auch in Lausanne sind Fachteams im Einsatz. Zur Situation der Verletzten sagte die Direktorin des dortigen Unispitals der Zeitung «24 Heures»: «Es handelt sich um junge Patienten. Im Durchschnitt sind sie zwischen 16 und 26 Jahre alt.» Ihre Behandlung werde Wochen, wenn nicht Monate dauern.

Die Ursache: Ein Anschlag wird ausgeschlossen, wie die Walliser Behörden am Neujahrstag vor den Medien sagten. In einer Mitteilung schrieben sie, dass es in der Bar zu einem sogenannten «Flashover» gekommen sei. Damit ist der plötzliche Übergang von einem entstehenden Brand zu einem Vollbrand gemeint. Dabei entzünden sich alle brennbaren Oberflächen in einem Raum schlagartig. Infolgedessen habe es eine oder mehrere Explosionen gegeben. Um die genaue Ursache herauszufinden, werden auch Daten von Mobiltelefonen am Tatort ausgewertet. Bislang gab es keine Verhaftung in Zusammenhang mit der Untersuchung.

Die aktuelle Lage: Der Walliser Staatsrat hat die «besondere Lage» ausgerufen, um den Grosseinsatz zu koordinieren. Damit sollen möglichst rasch und ohne Verzögerung alle nötigen Einsatzmittel mobilisiert werden können, hiess es in einem Communiqué. Mehrere hundert Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Sanität standen im Einsatz.

Die Zahlen zu den Rettungsarbeiten

Box aufklappen Box zuklappen

Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard informierte an einer Medienkonferenz am Nachmittag über die Rettungsarbeiten:

  • Über 150 Einsatzkräfte waren bislang an den Rettungsarbeiten beteiligt.
  • 13 Helikopter standen im Einsatz.
  • Mindestens 40 Rettungswagen wurden aufgeboten.
  • 35 Personen begaben sich selbstständig ins Spital.
  • 80 Personen wurden per Rettungsdienst transportiert, der Grossteil zunächst in die Notfallstation.
  • 60 Patientinnen und Patienten wurden nach dem Unglück in Sitten behandelt.
  • Weitere Betroffene wurden in spezialisierte Zentren verlegt, etwa nach Lausanne, wo entsprechende Fachteams bereitstehen.

Die Reaktionen: «Eine Festnacht hat sich in einen Albtraum verwandelt», sagte Mathias Reynard, Walliser Staatsratspräsident, vor Medien. «Wir sind alle erschüttert», fügte Frédéric Gisler, Kommandant der Kantonspolizei an. «Es handelt sich um eine der schlimmsten Tragödien, die es in unserem Land jemals gab», so Bundespräsident Guy Parmelin an einer Medienkonferenz. Die Fahnen des Bundeshauses werden für fünf Tage auf halbmast gesetzt.

Parmelin verschiebt seine Neujahrsansprache. Er tut dies aus Respekt vor dem Leid und der Trauer der Familien der Opfer. Auch aus dem Ausland treffen Beileidsbekundungen ein – insbesondere aus den Nachbarländern.

SRF 4 News, 1.1.2026, 9 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel