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Aus Espresso vom 28.03.2019.
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E-Banking Viel Ärger wegen fehlgeleiteter Überweisung

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer beim E-Banking mit dem Smartphone die sogenannte Codierzeile scannt, kann sich mühsames Abtippen von Zahlen sparen.
  • Kommt es dabei zu einem Fehler und das Geld landet am falschen Ort, wird es mühsam.
  • Die Banken dürfen eine solche Überweisung nicht rückgängig machen. Auch dürfen sie den Namen des Empfängers nicht offenlegen.
  • Weigert sich der Empfänger, das Geld zurück zu zahlen, bleibt nur noch der Gang zur Polizei.

E-Banking wird erst mit dem Smartphone so richtig praktisch: Mit der Kamera können Benutzer die sogenannte Codierzeile eines Einzahlungsscheins scannen, das mühsame Eintippen langer Zahlenreihen entfällt. Doch dabei kann es zu Fehlern kommen. Dies zeigt der Fall einer UBS-Kundin: Sie hat letzten Sommer mehrere hundert Franken statt an ihren Strom-Anbieter an einen Konto-Inhaber bei der Postfinance geschickt.

Geld landet auf einem falschen Konto

Wie sie im SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» erzählt, bemerkte sie den Fehler erst, als ihr der Stromanbieter eine Mahnung schickte. Sie bezahlte die Rechnung erneut und beauftragte ihre Bank, auf die Suche nach der ersten Zahlung zu gehen. Erst nach Monaten erhielt sie eine Rückmeldung. Das Geld sei bei einem unbekannten Empfänger mit einem Postfinance-Konto gelandet.

Empfänger reagiert nicht auf Mitteilung der Postfinance

Die Postfinance habe diesen kontaktiert, aber keine Rückmeldung erhalten. Mehr könne man nicht tun. Man könne ihr aus Datenschutzgründen auch den Namen des Empfängers nicht bekannt geben. Sie soll den Rechtsweg begehen – sprich: Sich an die Polizei wenden. Die UBS-Kundin tut dies, doch bei der Polizei erhält sie zunächst die Auskunft, man könne in diesem Fall nicht aktiv werden.

UBS übernimmt den Schaden «aus Kulanz»

Die Frau weiss nicht mehr, wie sie so wieder zu ihrem Geld kommen soll. «Espresso» fragt bei den beiden involvierten Banken und der Polizei nach. Erst jetzt geht im verzwickten Fall etwas: Die Polizei nimmt nun doch eine Anzeige gegen Unbekannt entgegen. Und die UBS zahlt ihrer Kundin das Geld zurück. Aus Kulanz, wie sie betont.

Die Postfinance erklärt, in so einem Fall seien ihr zunächst die Hände gebunden. Eine Zahlung könne man nicht rückgängig machen, auch wenn sie offensichtlich bei der falschen Person gelandet sei. Aufgrund des Bankkundengeheimnisses könne man auch den Namen des Empfängers nicht offenlegen. Dies sei unter Umständen erst in einem Strafverfahren möglich.

Bei einer Anzeige wird der Ton schärfer

Liegt eine Anzeige gegen Unbekannt vor, schalte sich jedoch der Rechtsdienst ein und mache den Empfänger darauf aufmerksam, dass es sich um eine ungerechtfertigte Bereicherung handle und er sich damit strafbar mache. Dies dürfte laut der Postfinance in solchen Fällen dazu führen, dass das Geld wieder zurück überwiesen wird.

Bei Scan and Pay kann es zu Fehlern kommen

Doch wie konnte das Geld überhaupt fehlgeleitet werden? Die UBS erklärt gegenüber «Espresso», man kläre den Fall intern ab. Beim Scannen mit der Smartphone-Kamera könne es jedoch zum Beispiel bei schlechten Lichtverhältnissen zu Fehlern kommen. Darauf weise man Kunden im Kleingedruckten auch hin. Es sei deshalb auch wichtig, dass Kunden die Zahlung genau überprüfen, bevor sie sie auslösen.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Jede digitale Erleichterung rächt sich mit grossem Aufwand. Wie lange verschliessen wir noch die Augen +wollen das nicht sehen. Für die Banken, Tech-Unternehmen +Globalisierer bedeutet all dieser Unsinn "Geld" +Macht mit Hilfe des Wirtschaftswachstums! Die "Digitalisierer" verstehen es sehr gut, uns "normale" Menschen als "ungebildet" + "nix-versteher" abzustempeln. Wir müssen wieder an uns glauben und sehen, dass die Digitalisierung zu weit geht. Mensch+Natur können nicht digitalisiert werden.
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  • Kommentar von Hans Fürer  (Hans F.)
    Schon eine kurze eigene Überprüfung nach der Übermittlung hätte diesen Vorfall verhindert, denn der Betrag wird von der Bank ja immer erst am Folgetag abgebucht und bis dahin kann man zur Kontrolle leicht abrufen, an wen das Geld gehen wird und eine versehentliche Überweisung allenfalls stornieren.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Ja. Die Bankgeschäfte bis zum Umfallen selber tätigen, trotzdem Gebühren zahlen und keinen Zins bekommen ist das Modell des Banking. Irgendwie müssen die Millionen für den CEO reinkommen.
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  • Kommentar von Thomas F. Koch  (dopp.ex)
    Die Einträge werden im E-Banking immer im Klartext zur Kontrolle angezeigt. Diese muss man halt prüfen, da Fehler immer passieren können. Es steckt immer der Mensch hinter der Software -sei es in der Programmierung der Referenzcodierung oder im individuellen Setup des Rechnungstellers. Eigentlich hätte von den Banken längst der neue QR-Code den guten, alten Referenzcode ablösen sollen. Aber ein weiteres Mal wurde diese Einführung dieses verschoben - jetzt soll er Juni 2020 eingeführt werden.
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