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Beat Jans: «Müssen die Spielregeln akzeptieren»
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 01.09.2021.
abspielen. Laufzeit 02:29 Minuten.
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Eidgenössische Wahlen 2023 Basel-Stadt verliert Sitz im Nationalrat – Zürich profitiert

  • Der Kanton Basel-Stadt verliert einen Sitz in der grossen Kammer und kommt bei den nächsten Eidgenössischen Wahlen im Jahr 2023 noch auf vier Mandate.
  • Dafür werden im Kanton Zürich neu 36 statt 35 Sitze zu besetzen sein.
  • Die 200 Nationalratssitze werden für jede Legislatur neu unter den Kantonen aufgeteilt. Entscheidend ist die jeweilige Grösse der ständigen Wohnbevölkerung.

Aufgrund der Erhebungen des Bundesamts für Statistik (BFS) hat der Bundesrat am Mittwoch die Sitzverteilung für die kommende Legislatur festgelegt. Die Gesamterneuerungswahl des Nationalrats findet am 22. Oktober 2023 statt.

Gemäss der BFS-Statistik hat die ständige Wohnbevölkerung im Kanton Zürich zwischen 2016 und 2020 von 1'487'969 auf 1'553'423 Personen zugenommen. Im gleichen Zeitraum nahm die Bevölkerung in Basel-Stadt nur von 193'070 auf 196'735 Personen zu.

Basler Regierungspräsident Jans enttäuscht

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Legende: Keystone

Der Basler Regierungspräsident Beat Jans bedauert den Entscheid sehr. «Der Kanton Basel-Stadt ist ein wichtiger Wirtschaftsmotor der Schweiz und generiert drei Mal mehr Exportvolumen als etwa die ganze Region Zürich», sagt der Sozialdemokrat gegenüber SRF News.

Der Kanton trage damit viel zum Wohlstand der Schweiz bei – im politischen Einfluss spiegle sich das aber nicht angemessen wider. «Dieser ist mit nun zwei Prozent der Nationalratssitze verschwindend klein. Ich hoffe, dass die Schweiz nicht vergisst, was sie an uns hat, und unsere Anliegen trotzdem ernst nimmt», so der ehemalige Nationalrat.

Müssten die Spielregeln für die Verteilung der Nationalratssitze also geändert werden? Der Kanton Basel-Stadt und die Nordwestschweiz hätten verschiedentlich versucht, ihren Einfluss in Bundesbern zu stärken, erklärt Jans. «Bis jetzt sind alle Anläufe gescheitert. Wir müssen die geltenden Regeln also akzeptieren.»

Zwischen den Wirtschaftsstandorten Basel und Zürich besteht bekanntermassen eine Rivalität. Dass der Nationalratssitz nun ausgerechnet nach Zürich geht, spielt für Jans aber keine Rolle: «Wir waren als kleiner Grenzkanton immer schon auf Alliierte in anderen Kantonen angewiesen, um in Bern gehört zu werden.» Und gerade mit Zürcher Volksvertretern habe man solche Allianzen immer wieder schmieden können.

Der Wegfall eines Mandats ist wie das bekannte Spiel «Reise nach Jerusalem»: Der Kanton Basel-Stadt stellt aktuell fünf Nationalrätinnen und Nationalräte, hat künftig aber nur noch vier Sitze zu vergeben. Die Frage, wer nun keinen Sessel mehr ergattert, ist aktuell schwierig zu beantworten. So ist beispielsweise noch offen, wer von den Bisherigen 2023 erneut antritt.

Aktuell sitzen Christoph Eymann (LDP), Katja Christ (GLP), Sibel Arslan (Grüne), Mustafa Atici (SP) und Sarah Wyss (SP) für Basel-Stadt im Nationalrat.

SRF 4 News, 01.09.2021, 12:00 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Häberlin  (Svensk)
    Es ist zwar noch offen, ob die Basler Fasnacht nächstes Jahr durchgeführt werden kann. Aber wenn, dann haben die Fasnächtler mit dieser Sitzverschiebung im Nationalrat jetzt schonmal ein dankbares Sujet. Und falls Frau Fasnacht doch wieder pausieren muss, können wir uns sicher wenigstens über ein paar bissige Schnitzelbankverse zu den Zürchern freuen (diese hatten in den letzten Jahren eher Seltenheitswert).
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Immerhin besteht so wenigstens Chance, dass die Links-Grüne einen Sitz im NR verlieren, weil in ZH es noch bodenständige Land-Bevölkerung gibt.
    1. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Nun ja, im Kanton Zürich gibt es ja so viele Sitze, dass es dort für eine Partei relativ leicht ist, einen Sitz hinzuzugewinnen. Das heisst, selbst wenn die SP oder die Grünen in Basel-Stadt einen Sitz verlieren sollten (was ja noch nicht feststeht), könnten sie das mit einem Sitzgewinn im Kanton Zürich locker wieder wettmachen. Also erst mal den Ball flach halten und die nächsten Nationalratswahlen abwarten, ja?
  • Kommentar von Urs Rügge  (Urs Rügge)
    Es würde mich schon interessieren, wie die Baselstädter die Sitze verteilen würden, wenn die Grösse der Bevölkerung keine Rolle mehr spielen soll. Nach Anzahl Akademiker oder etwa nach der Wirtschaftsleistung oder nach dem gerichteten Intelligenzquotienten der Kantonsparlamentarier?