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Verlängerter Swisscoy-Einsatz «Ein Abzug wäre ein grosser Fehler»

Legende: Audio «Die Schweizer haben auf beiden Seiten eine grosse Akzeptanz» abspielen. Laufzeit 4:39 Minuten.
4:39 min, aus Rendez-vous vom 08.06.2017.

SRF News: Die Schweiz hält an der Swisscoy-Mission in Kosovo fest, will aber den Personalbestand der Soldaten reduzieren. Wird dieser Plan zum Problem für den Balkanstaat?

Walter Müller: Nein, es werden nur 75 Soldaten weniger sein als bisher. Das ist ein Entscheid mit Augenmass, denn so kann Swisscoy ihren Auftrag im Bereich Logistik und Monitoring nach wie vor erfüllen. Zudem wird die Schweiz in Kosovo weiterhin wahrgenommen.

Neben der Schweiz sind in Kosovo gegen 4500 KFOR-Soldaten präsent. Könnte das Land auf die Schweizer Swisscoy-Soldaten nicht ganz verzichten?

Das hängt von den Konsequenzen ab. Derzeit wäre ein gänzlicher Abzug wohl ein grober Fehler. Für das Sicherheitsbedürfnis der albanischen und serbischen Bevölkerung ist die Präsenz der Nato-Truppe KFOR sehr wichtig – und das gilt auch für die Schweizer Swisscoy-Soldaten.

Warum?

Die bereits erwähnten Bewachungs- und Monitoring-Teams suchen das direkte Gespräch mit der Bevölkerung. Die Soldaten helfen, fragen, hören zu und können oft auch bei Streitigkeiten schlichten. Gerade wegen ihrer Neutralität haben die Schweizer bei den Serben und Albanern eine hohe Akzeptanz. Zudem haben viele Kosovaren Angehörige in der Schweiz. Man kennt sich also. Diese Nähe stellt einen Trumpf der Swisscoy dar. Diesen Vorteil sollte die Schweiz nicht so schnell aus der Hand geben. Es handelt sich um eine Friedensmission, in einem Land, welches politisch nach wie vor auf unsicherem Fundament steht.

Das Gespräch führte Simon Leu

Walter Müller

Walter Müller

Walter Müller war von 1995 bis 2001 Produzent beim «Echo der Zeit». Danach bis zu seiner Pensionierung 2015 Südosteuropa-Korrespondent auf dem Balkan. Seither berichtet Müller für Radio SRF als freier Mitarbeiter aus der serbischen Hauptstadt Belgrad.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Das Interessante ist, die geschichtliche Unkenntnis, von der diese Aussage zeugt. Die berühmte Schlacht beim Amselfeld wurde im Kosovo geschlagen. Das Balkanproblem Türkei gegen Europa wird und wurde weder im 1ten WK noch im Angriffskrieg der Nato noch mit KFOR gelöst. Um so mehr sollte sich die Schweiz zurückziehen.
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    1. Antwort von James Klausner (Harder11)
      Geschichtskenntnisse in Ehren, aber das Wissen über die Schlachten auf dem Amselfeld (Es gab deren vier), tragen wenig zur Bewältigung der heutigen Situation bei. Auch die pseudo-osmanischen Allüren, die Erdogan im Moment Richtung Kosovo verströmt, stossen bei der Bevölkerung auf grosse Gleichgültigkeit. Das Kosovo hat in den letzten 15 Jahren einen grossen Sprung in die Moderne gemacht, wesentlich unter dem Schutz von KFOR und auch SWISSCOY. Diese Mission ist ehrenwert, darum weiterführen!
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  • Kommentar von Roland Gadient (Roland Gadient)
    Noch der grössere Fehler ist dort zu bleiben, aber vermutlich können wir nicht aussteigen da der Kosovo ein Schweizer Kanton durch die stillschweigend Finanzierung durch unsere Sozialwerke und der kopflosen Aussenpolitik.
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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    Die Schweizer Armee hat in Kosovo und anderswo keinen Auftrag. Das Engagement in Kosowo war von Anfang an ein Fehler, Anbiederung an die Expansionspolitik der USA und NATO und und eklatante Verletzung der Neutralität der Schweiz. Frieden lässt sich nur durch Eigenverantlichkeit der Parteien ohne Einmischung von aussen erzielen. Dazu müssen diese selbst zu Rande kommen. Alles andere ist Besatzungspolitik. Auch für die Swisscoy kommt der letzte Tag, ohne wenn und aber !
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    1. Antwort von Edi Steinlin (stoni)
      Richtig Markus Guggisberg, unsere defensive Armee sollte die Schweizer Grenze nicht überschreiten dürfen. Klar dass unsere Armee-Kader solche Aufträge sehr gerne übernimmt, der Steuerzahler übernimmt indessen die dutzenden von Millionen Franken für nix und wider nix.
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