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Die SP muss im Ständerat Sitzverluste hinnehmen.
Aus HeuteMorgen vom 28.09.2021.
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Ein Drittel Sitze weniger Hat die SP ein Ständeratsproblem?

Die SP hat seit 2015 vier Ständeratssitze verloren. Zuletzt ging am Wochenende der Sitz im Kanton Freiburg an die Mitte-Politikerin Isabelle Chassot.

Zwölf Ständerätinnen und Ständeräte hat die SP im Jahr 2015 gestellt. Das waren so viele wie nie zuvor. Um zu den traditionell starken Ständeratsparteien FDP und CVP aufzuschliessen, fehlte noch ein Sitz. Doch mit dem jüngsten Verlust des Sitzes von Christian Levrat im Kanton Freiburg an die Mitte-Politikerin Isabelle Chassot hat die SP künftig nur noch acht Personen im Ständerat.

«Wir wussten von Anfang an, dass es sehr schwierig wird, diese Sitze zu verteidigen», sagt SP-Co-Präsident Cédric Wermuth. Es sei eine ausserordentliche Situation in der letzten Legislatur gewesen, in der die SP «übermässig viele» Ständeratssitze gehabt habe.  

Insbesondere dann, wenn das rechte Lager geschlossen auftritt, ist es für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten schwierig.
Autor: Cédric Wermuth Co-Präsident SP Schweiz

Die Niederlage im Kanton Freiburg sei für ihn deshalb keine Überraschung, sagt Wermuth. Den Sitzverlust habe er «befürchtet». Die Freiburger Mitte-Politikerin Isabelle Chassot sei ein «politisches Schwergewicht».

Ständeratswahlen sind Persönlichkeitswahlen

Wichtig sei bei Ständeratswahlen die Stärke des politischen Lagers – oder vielmehr noch die Schwäche des gegnerischen Lagers, sagt Politikwissenschaftlerin Sarah Bütikofer.  Es sei ein Vorteil, wenn die Konkurrenz für viele Wählende stark in die Kategorie «unwählbar» fällt, etwa aufgrund der politischen Haltung.

Erfolgreich sind vor allem jene, die von keinem politischen Lager klar abgelehnt werden.
Autor: Sarah Bütikofer Politikwissenschaftlerin

Ehemalige Regierungsrätinnen und -räte, die einen tadellosen Ruf geniessen, hätten zudem einen klaren Startvorteil. Wie nun Isabelle Chassot: Als ehemalige Bildungsdirektorin des Kantons Freiburg war sie einer breiten Bevölkerung bekannt.

Auch die SP gewinnt gemäss Bütikofer vor allem dann einen Ständeratssitz, wenn sie mit einer sehr bekannten Person antritt, die weit über die eigene Partei hinaus grosse Sympathien geniesst.

Erst nationale Wahlen zeigen Gesamtbild

Es fehle der SP nicht an ständeratsfähigen Persönlichkeiten, sagt Co-Parteipräsident Wermuth: «Die Linken – die Roten und die Grünen zusammen – waren noch nie so stark im Ständerat, wie wir das jetzt sind.»

Man habe also noch nie so viele Personen überzeugen können, für Ständeratswahlen zu kandidieren wie in den vergangenen Jahren. Erst bei den nächsten nationalen Wahlen 2023 werde man zudem das Gesamtbild sehen.

Heute Morgen, 28.09.2021, 06:00 Uhr

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30 Kommentare

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  • Kommentar von August Meier  (And007)
    Die SP hat viele Politikerinnen welche via Listen in den Nationalrat gerutscht sind aber nur wenige vertrauenswürdige Persönlichkeiten. Daher keine Ueberraschung.
    1. Antwort von Daniel Müller  (Filter11)
      Herr Meier: Das Nachrütschen kennen andere Parteien nicht? So ein Schmarren.
  • Kommentar von Stefan Pfister  (Stefan Pfister)
    Wer aus einer Polpartei antritt, muss die Mitte von seiner/ihrer Person überzeugen. Wer aus der sogenannten Mitte antritt, kann sich aussuchen, ob er/sie sich der linken oder der rechten Seite als kleineres Übel verkaufen will.Mit der rechten gegen das Feindbild der Roten oder mit der Linken gegen die SVP. In meinem Kanton hat sich 2007 eine SP Kandidatin zurückgezogen,um den SVP Kandidaten zu verhindern. 2019 zog sich der SVP-Kandidat zurück,um eine Grüne zu verhindern. Sieger:"Mitte"-Politiker
    1. Antwort von Corinne Berthier  (Berthier)
      Das ist doch wunderbar. Nun in ihrem Kanton Zürich hat die Grüne noch mehr Gründe über Verluste zu klagen.
      Die Ständeratsverluste der SP sind aber historisch und bedenklich zugleich. Gerade weil sogar der langjährige Parteipräsident den Sitz für einen NachfolgerIn seiner Partei nicht halten konnte, ist eine Schmach.
  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Bei der heutigen SP-Führungsriege fällt es mir schwer, SP zu wählen.
    1. Antwort von Daniel Müller  (Filter11)
      Herr Matzler: Ich finde, dass die zwei Führungspersonen der SP einen guten Job machen. Während der Corona-Krise haben diese gezeigt, was es heisst, pragmatisch zugunsten der Bevölkerung, Gewerbe, Kulturschaffenden usw. zu entscheiden. Dies währendem die Bürgerlichen auf dem (Geld-) Schlauch gestanden sind.
    2. Antwort von Corinne Berthier  (Berthier)
      Die SP feiert auf Gemeindeebene gute Erfolge. Aber National immer mehr NIederlagen. Da scheint mir sehr an den beiden im Präsidium zu liegen.