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Schnelltests: Wie weiter?
Aus Echo der Zeit vom 23.11.2020.
abspielen. Laufzeit 03:10 Minuten.
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Einführung von Schnelltests Schneller, breiter, besser? So wird in der Schweiz getestet

  • Die Corona-Fallzahlen gehen in der Schweiz zwar zurück, die Positivitätsrate ist aber nach wie vor hoch.
  • Das sei ein Anzeichen dafür, dass zu wenig getestet werde, sind Expertinnen und Experten überzeugt.
  • Daran haben auch die sogenannten Schnelltests nichts geändert.

Seit Einführung der Schnelltests Anfang November liessen sich bisher rund 43'000 Menschen so testen. Das entspricht gerade mal fünf Prozent aller durchgeführten Covid-19-Tests.

Praktisch alle Schnelltests werden in den Apotheken durchgeführt, wie Rahel Rohrer vom Schweizerischen Apothekerverband Pharmasuisse sagt: «Die Apotheken konzentrieren sich zurzeit auf diese Schnelltests. Unsere Schätzungen belaufen sich auf rund 2000 bis 4000 Tests pro Tag.»

In rund 100 Apotheken werden derzeit Corona-Schnelltests angeboten, bis Ende Jahr soll dies in 600 Apotheken, also etwa in jeder dritten, möglich sein, sagt Pharmasuisse-Sprecherin Rohrer.

PCR-Tests sind genauer

Länger als 15 Minuten auf das Testresultat warten muss man bei den Hausärzten. Sie führen noch immer vor allem die sogenannten PCR-Tests durch. Diese seien genauer als die Schnelltests, welche lediglich kurz nach der Infektion zuverlässig seien, sagt Hausarzt Carlos Quinto: «Der Schnelltest zeigt primär bei Leuten an, die hochinfektiös sind. Also vom ersten bis vierten Tag der Symptome.»

Komme hinzu, dass die möglicherweise hochinfektiösen Patienten, welche auf das Resultat warten würden, in den Arztpraxen entsprechend isoliert werden müssten. Das sei sehr aufwendig.

In der neusten Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) fordert man die Leute dazu auf, sich schneller und konsequent testen zu lassen, aber auch nur, wenn man Symptome hat.

Reicht das? Eigentlich ja, sagt Allgemeinmediziner Quinto, der auch Mitglied im Zentralvorstand des Ärzteberufsverbandes FMH ist.

Man könne sich aber im Rahmen von «Testen, testen, testen» überlegen, ob man auch sogenannte Screeningtests vornehmen sollte. «Auch bei asymptomatischen Personen, um dort allenfalls Superspreader zu identifizieren.» Man könnte so beispielsweise ganze Schulklassen oder Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen durchtesten.

Massentests wären machbar

Medizinisch sei das relativ zeitnah machbar, so Quinto. Für die Abklärungen müssten aber zuständige Teams bezeichnet werden. «Natürlich müsste im Voraus durch Bund und Kantone klar sein, dass das finanziert wird.»

Denn solche Massentests an gesunden Personen, also solchen ohne Symptome, würden nicht die Krankenkassen bezahlen. Beim Bund sind die Gespräche über diese Strategie bereits weit fortgeschritten. Laut der «NZZ am Sonntag» sollen solche Massentests bereits in den nächsten Wochen starten.

Video
Aus dem Archiv: Die neuen Schnelltests sind in der Kritik
Aus 10 vor 10 vom 20.11.2020.
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Echo der Zeit vom 23.11.2020, 18 Uhr

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Manu Meier  (Manuel Meier)
    "Diese seien genauer als die Schnelltests, welche lediglich kurz nach der Infektion zuverlässig seien". Das stimmt nicht. Die sind kurz nach einer Infektion eben genau nicht zuverlässig, sondern erst nach Symptombeginn, wie weiter unten auch steht. Schnelltests sind nur für die "harten" Fälle (also Symptomatisch).. und dafür ist denke ich der Arzt die bessere Wahl als eine Apotheke.
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  • Kommentar von Angela Doppelhofer  (AnDoHo)
    Mich interessiert ob bei dieser immer abstruseren Testhysterie... schon mal bedacht wurde wohin mit all den millionen Plastiktestkits, Masken, Giftspritzen,-Abfallberge die danach unsere Meere, Flüsse ,Seen und Gewässer kontaminieren.... geschieht??? Wir schaufeln grad auf anderer Ebene unser Grab..denn ohne Wasser kein Leben!! Aber mit Tunellblick hinter einem Virusherjagen... damit irgendwelche Tabellen richtig gelesen werden können..das Lebendige Leben lässt sich nicht unterdrücken! Wahnsinn
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    1. Antwort von Enbros Cray  (crayenbr)
      Ich möchte Sie daran erinnern, dass Abfall in der Schweiz nicht über die Toilette entsorgt wird, oder spülen sie ihre Einwegmasken dort herunter? Doch selbst dann kämen die nicht bis zum Meer. Die Schweiz liegt auch nicht am Meer und es gibt keine Lastwagenlieferungen welche nach Amsterdam fahren und dort gebrauchte Testkits ins Meer kippen.
      Sie verwechseln da etwas. Microplastik aus gewissen Kosmetik-Artikeln und der Abrieb von Pneus sind ein Problem, welches auch die Schweiz betrifft!
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    2. Antwort von Angela Doppelhofer  (AnDoHo)
      @ Enbros Cray.Danke für ihre Aufmerksamkeit, gerne würde ich mich irren.Wo glauben sie entsorgt der Körper seine Ausscheidungen(antibiotikarückstände, Tabletten, Impstoffe , Antibabypillen soviel ich weiss über die Toilette und dann in die Gewässer.
      Plastik sammeln wir verschifft allzugern Tonnenweise nach China und was glauben Sie was die damit machen? Natürlich bin ich weltweit besorgt, wir Schweiz sind nicht losgelösst in all dem.Die Pandemie hat viele Gesichter Umweltzerstörung ist ein Teil
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  • Kommentar von Jürg Sand  (Jürg Sand)
    Mich wundert, wie man eine hochaktuelle Studie von 421 Kliniken aus Deutschland und der Schweiz, mit 2,8 Millionen Krankheitsfällen, nicht zur Kenntnis nimmt. Eines deren Fazite: „Im ersten Halbjahr 2020 wurden deutlich weniger Patienten im Krankenhaus behandelt als 2019. Auch die Gesamtzahl der SARI-Fälle, Intensivfälle und Beatmungsfälle war zu jedem Zeitpunkt geringer als 2019. Zu keinem Zeitpunkt war in den beteiligten Krankenhäusern ein Kapazitätsengpass messbar.“
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