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Kantone sorgen für das Wohl von Pflegekindern
Aus Rendez-vous vom 22.01.2021.
abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
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Einheitliche Standards Pflegekinder sollen bei ihrer Platzierung mitreden

Kinder aus schwierigen Verhältnissen sind besonders verletzlich: Nun sollen sie bei Fremdplatzierungen mitbestimmen.

Die Schweiz ist ein föderaler Staat, deshalb machen die einzelnen Kantone vieles auf ihre eigene Art.

Doch beim Schutz von Pflegekindern, die besonders verletzlich sind, sei der Kantönligeist fehl am Platz, sagt Kathrin Schweizer, Präsidentin der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz Kokes: «Wenn man Kinder aus der Kernfamilie entfernt und bei einer Pflegefamilie oder in einer Institution unterbringt, dann ist das ein grosser ein Eingriff in die Kinderrechte. Darum ist es wichtig, dass das sorgfältig gemacht wird und in allen Kantonen gleich.»

Einheitliche Standards für Pflegekinder

Deshalb haben die Fachleute der Kantone nun einheitliche Standards festgelegt, die für alle gelten sollen. Welches die wichtigste Empfehlung ist, ist für die Baselbieter SP-Regierungsrätin Kathrin Schweizer klar: «Die Partizipation ist die wichtigste Empfehlung, dass die Kinder wirklich die Möglichkeit haben, an diesem ganzen Prozess teilzunehmen.»

Partizipation bedeutet Mitsprache: Die Kinder sollen mitreden und mitbestimmen können, schliesslich sind sie ja direkt betroffen.

Die Kinder sollen ganz klar als Subjekte wahrgenommen werden und nicht mehr als Objekte – wie das in der Schweiz lange der Fall war.
Autor: Kathrin SchweizerPräsidentin der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz Kokes

Wenn ein Kind fremd platziert wird, das noch sehr klein ist, soll eine Vertrauensperson – beispielsweise die Gotte oder eine Tante – diese Mitsprache übernehmen.

Kinder sind Subjekte

Zentral sei, dass das Wohl des Kindes immer im Zentrum stehen müsse, sagt Kokes-Präsidentin Kathrin Schweizer: «So, dass die Kinder ganz klar als Subjekte wahrgenommen werden und nicht mehr als Objekte – wie das in der Schweiz lange der Fall war.»

Mit den 40 Empfehlungen an die zuständigen Fachstellen sollen die Fremdplatzierungen verbessert werden. Künftig will man einheitlicher vorgehen und die Kinder enger begleiten, damit Missbräuche und Konflikte verhindert werden können.

Dass die Kantone gegen den Kantönligeist vorgehen und sich auf eine einheitliche Linie einigen wollen, begrüsst der Verein Pflege- und Adoptivkinder Schweiz, wie Geschäftsführerin Karin Meierhofer sagt: «Wir sind froh, dass es nun in die richtige Richtung geht. Die Empfehlungen deuten darauf hin, dass die Partizipation der Kinder gestärkt wird und dass auch die Bewilligung und die Aufsicht präzisiert wird.»

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Aus dem Archiv: Heim- und Verdingkinder: Ein grosses Unrecht
Aus DOK vom 01.10.2020.
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Nun wird es aber wichtig sein, dass die Kantone diese Empfehlungen auch umsetzen und den Pflegekindern mehr Mitsprache geben.

Rendez-vous, 22.01.2021, 12.30 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Jedes Kind ist ein Objekt. Ein Objekt der elterlichen Liebe sozusagen. Kein Kind kann mitreden, ob es in diese und diese Familie hineingeboren wird. Wenn jetzt ausgerechnet Kinder, die in einer schwierigen Phase zu Trotzreaktionen und emotionalen Fehltritten neigen, mitbestimmen, wohin sie gehen dürfen, wird das in einer erheblichen Verzögerung der Fremdplatzierungen münden. Denn Kinder wollen in ihren Familien bleiben, sie nehmen die Unfähigkeit ihrer Eltern nicht so wahr, wie die Behörde.
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Ein Objekt steht für Sache, Gegenstand!! Und Sie bezeichnen Kinder als Objekte, naja. Ihnen scheint noch nie ein misshandeltes Kind begegnet zu sein. Ich bin mir sicher, dass Kinder die mitbestimmen dürfen bei welchen Menschen sie vorübergehend leben werden damit umgehen können. Nur schon alleine das Gefühl ernst genommen zu werden. Ihre Wahrnehmung von Kindern empfinde ich als überheblich erwachsen.
    2. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Herr Meyer, ich empfehle Ihnen, im Duden nach dem Wort Objekt nachzuschlagen und dann können wir weiterdiskutieren. Meine Mutter arbeitete 30 Jahre im Waisen- und Adoptionswesen, ich kenne die Auswüchse von "Mitreden". Zuweilen für die Pflegefamilie eine schmerzhafte, fürs Leben prägende Erfahrung.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Der Beginn einer hoffentlich wirklich einheitlichen Handhabung eines diffizilen Bereichs. Kinder, die fremd platziert werden müssen, brauchen dringend Hilfe und diese beginnt mit dem Ort wo sie, vorübergehend, leben werden. Sympathie und Umfeld ist die erste Stufe von Vertrauen und Geborgenheit. Es ist nicht nur, dass die Kantone diese Empfehlung der Mitsprache umsetzen, wichtig ist auch, dass alle Kantone es innert kürzester Zeit tun. Jeder Tag zählt.