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Energieministerin Sommaruga zur Energiestrategie 2050
Aus Tagesschau am Vorabend vom 18.06.2021.
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Energiestrategie 2050 Hat die Schweiz die Energiewende verschlafen, Frau Sommaruga?

Eine Schweiz ohne Atomstrom, das ist beschlossene Sache seit der Volksabstimmung 2017 über den Ausstieg aus der Kernenergie und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Stärkung dieser Technologien sei dringend nötig, damit keine Stromlücke drohe, sagt der Bundesrat und präsentiert eine Gesetzes-Revision. Die Energieministerin nimmt Stellung.

Simonetta Sommaruga

Simonetta Sommaruga

Bundesrätin

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Die SP-Politikerin Simonetta Sommaruga wurde im November 2010 in den Bundesrat gewählt. Seit Januar 2019 ist sie Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

SRF News: Eine neue Studie besagt, dass die Schweiz bei der Wind- und Sonnenenergie im europäischen Vergleich auf Platz 24 von 29 ist. Die Schweiz hat den Ausbau der erneuerbaren Energien verschlafen.

Simonetta Sommaruga: Das kann man so nicht sagen. Wir sind bei der Sonne recht gut dabei. Beim Wind sind wir aber tatsächlich weit hintendrein. Aber das Wichtigste ist: Der Bundesrat hat heute ein Gesetz verabschiedet, das massiv vorwärtsmacht bei den erneuerbaren, einheimischen Energien, bei Sonne, Wasser, Wind und Holz. Weil wir vorwärtsmachen müssen.

Sie wollen das auch mit verbindlichen Zielwerten für den Ausbau erreichen. Was macht Sie so optimistisch, dass das die erwünschte Beschleunigung bringt?

Erstens haben wir ein unglaubliches Potenzial, gerade bei der Solarenergie: auf den Dächern, in der Landwirtschaft, bei Gewerbehäusern. Gleichzeitig gibt der Bundesrat Investitionssicherheit, weil er sagt, bis 2035 sollen die Fördermassnahmen weitergehen.

Wir müssen im Land Lösungen finden und es müssen sich alle daran beteiligen.

Es soll aber effizienter werden. Für den gleichen Franken wollen wir künftig mehr Photovoltaik-Strom erhalten. Das ist möglich, weil gerade der Solarstrom in letzter Zeit enorm günstig wurde. Wir haben also gute Voraussetzungen, aber wir müssen vorwärtsmachen. Und darum sagte der Bundesrat, wir beschliessen diese Vorlage und wollen, dass das Parlament rasch vorangeht.

Die Elektrizitätskommission (Elcom), also die Regulierungsbehörde, sagte, die Vorschläge des Bundesrats seien gut, aber sie reichten wahrscheinlich nicht.

Wir sind mit der Elcom im Gespräch. Wir sind uns einig, jetzt vorwärts zu machen. Wir haben auch die Möglichkeit, Stromverschwendung zu vermindern.

Es wird künftig aber mehr Strom brauchen, zum Beispiel für Mobilität.

Das ist in den Perspektiven eingerechnet. Wir wissen alle, das Zeitalter von Kohle, Öl und Gas geht zu Ende. Sie werden häufig bei der Mobilität, aber auch beim Heizen, durch Strom ersetzt. Deshalb brauchen wir Strom in der Schweiz. Und deshalb ist die Vorlage des Bundesrats so wichtig.

Sie wollen erreichen, dass 2050 gleich viel Strom zum Beispiel mit Wind und Sonne produziert wird, wie mit Wasserkraft. Heute ist es ein Zehntel so viel. Das ist sehr ambitioniert.

Ja. Wir sind in einem grossen Umbau. Viele Staaten sind daran, die Energiewirtschaft umzubauen, um klimaneutral zu werden – wir haben ja auch noch ein Klimaproblem.

Gleichzeitig ist Versorgungssicherheit ganz wichtig. Vergessen wir nicht, Stromproduktion ist das eine, wir brauchen aber auch ein stabiles Netz. Und wir können bei der Stromverschwendung einsparen. Wenn wir das jetzt geschickt aufgleisen, dann haben wir diese Möglichkeit, aber wir müssen jetzt starten, und zwar alle gemeinsam. Und deshalb auch die Erwartung des Bundesrats an die Strombranche, dass sie investiert. Und zwar in der Schweiz.

Zum Teil werden Projekte bei der Windenergie, aber auch bei der Wasserkraft durch Einsprachen auf Jahre hinaus blockiert.

Darum habe ich Strombranche, Kantone und Umweltorganisationen an einen Tisch gebeten. Wir wollen Produktion, aber wir wollen das nicht auf Kosten der Umwelt machen. Da braucht es wohl noch Gespräche und vielleicht auch etwas mehr Vertrauen in die Zukunft. Und bei der Windenergie machten wir die Erfahrung, dass dort Projekte möglich sind, wo man das mit der Bevölkerung frühzeitig aufgleist.

Aber es ist tatsächlich schwierig. Wir haben kein Meer, wo wir Offshore-Windanlagen bauen können. Wir müssen im Land Lösungen finden und es müssen sich alle daran beteiligen.

Das Gespräch führte Gion-Duri Vincenz.

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Revision des Stromversorgungsgesetzes
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Tagesschau vom 18.06.2021, 18 Uhr.;

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148 Kommentare

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  • Kommentar von Luis Frei  (LFrei)
    Die Migration von über eine Million Menschen seit 2010 ist definitiv zu viel. Migration ist und bleibt der Elefant im Raum. Jeden Tag 100 Windräder mitten in der Landschaft aufstellen, damit der Energiebedarf von 300 Neuzuzüger gedeckt wird, kann nicht die Lösung sein. Echter Klimaschutz ist glaubwürdige und gezielte Migrationspolitik.
    1. Antwort von Denise Casagrande  (begulide)
      Luis Frei: Die Mini-Schweiz ist massiv überbevölkert, weshalb endlich aktiv gehandelt werden muss von der Regierung = sukzessive Reduktion der Bevölkerung!
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Bei Windrädern denken einige Energiedienste nur an ein neues Geschäftsfeld. Die WIndräder sind bei einem grossen Teil in der Schweiz verpönt, Verschandelung der Landschaft. Vögel können mit Rotorblättern und Masten von Windenergieanlagen kollidieren. Von der Kollisionsgefahr sind Zugvögel und grosse Vögel, namentlich segelfliegende Arten wie Greifvögel und Störche, besonders betroffen. Die Photovoltaikanlagen sollten mehr gefördert werden, eine umweltfreundliche Stromproduktion.
    1. Antwort von Lukas Schmid  (Traugott)
      Es gibt nicht nur Horizontale Anlagen sondern auch Vertikale . Leider viel zu wenig Bekannt und die könnte man auch überal aufstellen, auf jedem Dach. Dort gibt es auch keine Probleme von wegen Vogelflug.
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Die Windenergie ist vollkommen zu Unrecht in der Schweiz verpönt. Vögel kollidieren auch mit Fensterscheiben und mit Autos. Soll man deswegen die Häuser und Autos abschaffen? Ausserdem ist es Geschmackssache ob es der Landschaft schadet. Ich zum Beispiel finde sie schön. Da sie teilweise komplementär zur PV Energie liefern (Wind ist oft dann stark wenn die Sonne schwach ist oder ganz fehlt) geht es nicht um Wind oder Sonne sondern um Wind UND Sonne.
  • Kommentar von Walter Foletti  (Giuseppe Mazola)
    Wo immer möglich wird Strom gespart. Leider aber wird das Gesparte mit der immer noch hohen Zuwanderung in die CH, gleich wieder zu Nichte gemacht.
    Ausserdem steigen die Anzahl der Elektro betriebene Fahrzeuge im rasanten Ausmass.
    Mit Wind-und Solarenergie wird die CH den Bedarf an Energie in naher Zukunft nie decken können, das heisst, die CH muss Strom importieren und verliert dabei ihre Unabhängigkeit.
    Blackouts sind vorprogrammiert!
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Herr Foletti, Wann waren wir jemals Selbstversorger von Strom und somit unabhängig vom Ausland?
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      @Meyer: Wir sind eigentlich immer Selbstversorger, denn wir haben seit Jahrzehnten eine Positive Exportbilanz. Das heisst nicht, dass wir nie importieren, das ist aber auch überhaupt nicht das Problem.
    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      @Foletti: Die Veränderungen des Stromverbrauchs in der Schweiz (Quelle BFE) 2020: -2.6%; 2019: -0.8%; 2018: -1.4%. Sie könnten noch weitere Jahre zurückgehen und ein ähnliches Bild feststellen. Ca. 1/2 des Rückganges 2020 ist wohl Pandemiebedingt. In Anbetracht der beiden Vorjahre dürfte aber auch ohne Pandemie ein Rückgang resultiert haben. Fazit: Ihre Aussage ist nicht haltbar, Hr. Foletti, denn trotz immer mehr Wärmepumpen, immer mehr E-Autos und immer mehr Menschen, nimmt der Verbrauch ab!
    4. Antwort von Roger Stahn  (jazz)
      Herr Reuteler, seit 2001 hat die Schweiz im Winter mehr Strom importiert als sie exportiert. Im Schnitt betrug der Importüberschuss (2009 bis 2019) im Winterhalbjahr 4,1 Mrd. kWh, was einer Stromlücke von 12% entspricht. Carlo Schmid (Ex-Präs. Elcom) wies warnend darauf hin (Jahresbericht), dass die Schweiz auf eine Unterversorgung im Winter zulaufe. Die steigende Importabhängigkeit sei ein echtes Problem und stellte in Frage, ob die Schweiz künftig jederzeit genügend Strom importieren könne...
    5. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Danke Herr Stahn, wenn dem so ist, haben Sie meine Frage beantwortet. Es kann nämlich nicht sein, dass wir seit Jahrzehnten Selbstversorger sind und gleichzeitig abhängig von ausländischem Strom. Zeigt es doch auf, dass der Handel wichtiger zu sein scheint, als die Eigenversorgung.