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Energiestrategie 2050 Wurde im Abstimmungskampf zu viel versprochen?

Keine neuen Atomkraftwerke, dafür Gebäudesanierung: Das dafür in der Energiestrategie 2050 vorgesehene Geld aber fehlt.

Legende: Audio Energiestrategie 2050: Kein Geld für Häusersanierungen abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
01:43 min, aus HeuteMorgen vom 17.05.2018.

Vor einem Jahr hat das Stimmvolk entschieden: In der Schweiz wird es keine neuen Atomkraftwerke geben – und das Land soll Energie sparen. Dazu sollte mehr Geld für die Auffrischung von Gebäuden fliessen, damit diese weniger Energie verbrauchen. Bloss: Die Summe steht dieses Jahr gar nicht zur Verfügung.

Man nannte die Energiestrategie 2050 historisch. Auch weil dank ihr Fenster dichter, Heizungen moderner werden sollen – weil dank ihr weniger Energie in Gebäuden verpuffen soll. Damit das klappt, war ab diesem Jahr deutlich mehr Geld geplant – für alle, die ihr Gebäude erneuern wollen. Aus 300 Millionen sollten bis zu 450 Millionen Franken werden.

Im Moment, im Jahr 2018, kommen wir noch nicht auf diese Summe.
Autor: Andreas EckmannsBundesamt für Energie

Das Problem: «Im Moment, im Jahr 2018, kommen wir noch nicht auf diese Summe», so Andreas Eckmanns vom Bundesamt für Energie. Tatsächlich kann der Bund dieses Jahr höchstens etwa 300 Millionen Franken auszahlen. Genauso viel Geld also, wie vor der Energiestrategie 2050 zur Verfügung stand.

Zu viel versprochen?

Wurde im Abstimmungskampf also zu viel versprochen? «Das war so nicht definitiv absehbar», sagt Eckmanns. Damals, 2017, habe man nicht wissen können, wie viel Geld 2018 für die Erneuerung von Gebäuden zur Verfügung stehen würde.

Wie viel Geld für Gebäudesanierungen vorhanden ist, hängt von der CO2-Abgabe ab, die auf jedem Liter Heizöl und jedem Liter Erdgas anfällt. Ein Teil dieser Abgabe ist nämlich reserviert fürs Gebäudeprogramm.

Höhe der Subventionen bis 2025 noch unklar

Das Problem ist nun: Die CO2-Abgabe für 2018 hat der Bund erst nach der Abstimmung über die Energiestrategie festgelegt. Diese ist so tief, dass gar nicht 450 Millionen Franken fürs Gebäudeprogramm zusammenkommen können. «Der Gesamtertrag muss entsprechend hoch sein», so Eckmanns, «und diese 1,35 Milliarden, die nötig wären, erreichen wir nicht.»

Subventionen für Gebäudesanierungen wird es sicher noch bis 2025 geben – wie hoch sie ausfallen, das ist unklar. Klar ist laut dem Bundesamt für Energie hingegen: Die Nachfrage steigt.

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Guggisberg (gugmar)
    ES war nie die Meinung, dass die ES 2050 jemals umgesetz würde. Jeder wusste, die ES war Polemik und Makulatur von Anfang an. ES ging vor allem darum, dass eine BRin Ihre Illusion durchgrinsen konnte. Alles andere war Zweitrangig. Dass der Realität allehöchstens eine Nebenrolle zukam, war von Anfang an klar. Zum Glück muss man heute sagen, gibt es noch Grenzen, die durch die menschliche Unvernunft nicht zu bezwingen sind !
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  • Kommentar von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
    Bsp. besseres Dämmen muss auch nicht immer ein finanziell sofortiger Erfolg sein wegen tieferen Heizkosten, bei den aktuellen Zinsen ist das kaum erreichbar. Eine stark verbesserte Komfortsituation (Behaglichkeit, Lärmschutz) und der langfristige Werterhalt macht eine Sanierung auch so sinnvoll. Ein qualitativ Top dastehende Liegenschaft ist doch eine sichere und langfristige Geldanlage mit zwischenzeitlichem Nutzungs-Mehrwert.
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  • Kommentar von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
    Ich kenne kaum einen Bauherr der ausschlaggebend wegen der Fördergelder etwas saniert oder besser saniert was er nicht ohnehin tut. Ich kenne aber nur wenige Bauherren, die auf Subventionsgelder verzichten. Gefördert werden dabei wohl Geldströme, nicht aber wirklich ein besseres Bauen. Fördergelder verpflichten (verteuern) auch, das vergessen die meisten, der administrative Mehraufwand ist mancherorts nicht unerheblich.
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