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Erleichterung in Sachen Wohneigentum
Aus Echo der Zeit vom 29.07.2021.
abspielen. Laufzeit 03:13 Minuten.
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Entscheid des Bundesgerichts Wohnungskauf mit PK-Geld schliesst Vermietung nicht aus

Wer Vorsorgegeld im Wohneigentum hat, darf beschränkt vermieten. Ein Kauf nur für den Mietprofit bleibt aber verboten.

Der Traum vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung ist immer noch weit verbreitet. Viele Schweizerinnen und Schweizer können sich diesen Traum nur erfüllen, wenn sie Pensionskassengelder vorbeziehen.

Das ist an Bedingungen geknüpft. Das Bundesgericht schafft nun eine gewisse Erleichterung: Auch wer Vorsorgegelder bezogen hat, darf seine Wohnung später einmal vermieten.

Lange drin gewohnt und dann zum Partner gezogen

Im konkreten Fall ging es um eine Frau, die sich eine Wohnung gekauft und dafür auch auf Pensionskassengelder zurückgegriffen hatte. 13 Jahre lebte sie selber in der Wohnung, dann zog sie zu ihrem Partner und vermietete die Wohnung.

Das passte der Anlagestiftung nicht und sie verlangte von der Wohnungseigentümerin den Vorbezug zurück. Doch die Pensionskasse scheiterte nun mit dieser Forderung vor Bundesgericht.

Die Richterinnen und Richter in Lausanne machten deutlich: Wenn eine Person ihre Eigentumswohnung vermietet, muss sie deshalb nicht zwangsläufig die Pensionskassengelder zurückbezahlen.

Hauseigentümerverband begrüsst Urteil

Sie habe zwar dieses Urteil erwartet, sei aber froh, dass das Bundesgericht jetzt für Klärung gesorgt habe, sagt Monika Sommer, stellvertretende Direktorin des Hauseigentümerverbandes Schweiz. Denn Lebenssituationen könnten sich nun einmal ändern, sei es aus persönlichen Gründen wie im vorliegenden Fall, oder auch aus beruflichen Gründen.

Sommer erinnert auch an die Möglichkeit, dass jemand für einige Zeit in eine andere Landesgegend oder gar ins Ausland zum Arbeiten geht: «Da ist man fast darauf angewiesen,  dass man seine eigene Wohnung für eine gewisse Zeit einer Drittperson überlassen kann.»

Um sie danach, nach Möglichkeit, wieder selber zu nutzen. Allerdings weist Sommer darauf hin, dass das heutige Gerichtsurteil kein Freipass für Wohnungsvermietungen sei.

Kein Vorbezug für Mietobjekte möglich

In der Tat betont das Bundesgericht, dass es nicht statthaft wäre, Pensionskassengelder vorzubeziehen, wenn der Käufer gar nicht vorhat, in seiner Eigentumswohnung zu wohnen, sondern nur Profit daraus schlagen will.

Dann könnte die Pensionskasse die Rückzahlung der Gelder verlangen. Dasselbe gilt für den Fall, dass sich plötzlich Drittpersonen finanziell an einer Wohnung beteiligen und damit Eigentumsrechte erhalten würden.

Vorsorgezweck muss erhalten bleiben

Solche Punkte seien wichtig, betont der Schweizerische Pensionskassenverband in einer Reaktion auf das Urteil. Denn damit solle der Vorsorgezweck des Wohneigentums erhalten bleiben.

Spielregeln gibt es also weiterhin. Dank dem heutigen Bundesgerichtsurteil ist jetzt aber genau definiert, was Wohneigentümer, die Pensionskassengelder bezogen haben, tun dürfen und was eben nicht.

Echo der Zeit, 29.07.2021, 18:00 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Ich sehe das Problem nicht. PK-Kapitalbezug ist sogar bei Pensionierung möglich, das ist eine richtig brenzlige Angelegenheit, im Vgl. zum Immokauf. Eine Vermietung ist sogar wertvermeerend, also ich sehe nicht, warum das verboten werden sollte. Viel mehr sollte der PK-Bezug in jedem Fall dem Steueramt gemeldet werden und eine Vorschrift erlassen werden, dass in solchem Fall ein späterer EL-Bezug ausgeschlossen ist. Das wäre die richtige Hürde, um das PK-Geld zu "verprasseln".
  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Gewinn ist eine Erfindung des Menschen, in der Natur gibt es Nachhaltigkeit aber sicherlich nicht Gewinn. In dem Sinne ist Gewinn längerfristig immer ein Verlust für andere und schlussendlich für alle. PKs sind niemals nachhaltig und daher ein Auslaufmodell!
    1. Antwort von Matt Frei  (sense against mainstream)
      Das sehe ich nicht so, da Gewinn früher oder später immer re-investiert wird ... übrigens auch in der Natur.
    2. Antwort von René Balli  (René Balli)
      Wo gibt es in der Natur einen Gewinn, Herr Frei?
  • Kommentar von Hugo Walker  (HugoWalker)
    Die PKs kaufen mit unserem Geld ja auch Immobilien (aktuell zu unrealistischen fantasiepreisen, da keine andere investitionsmöglichkeit) um diese zu Vermieten, verstehe nicht wiso das dann privat verboten sein soll
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Weil es das Gesetz so sagt. Die PK verwaltet ihr Geld und versucht es zu vermehren, damit Sie im Alter abgesichert sind. Es ist nicht das Ziel, dass man diese Vorsorge einfach frühzeitig verjubeln kann. Muss man es für den Eigenbedarf einsetzen, spekuliert man wesentlich weniger und konzentriert sich auf die eigenen Bedürfnisse.
    2. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @Hugo Walker: die Anlagemöglichkeiten der PKs sind gesetzlich und durch die Stiftungsreglemente klar definiert bzw. begrenzt. Sie können also z.B. nicht das ganze Vermögen in (derzeit sehr attraktive) Aktienanlagen investieren. Dies bliebe Ihnen vorbehalten, wenn Sie bei Ihrer Pensionierung den Kapitalbezug statt die Rente wählen...