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Mühsamer Online-Shop liefert nicht und zahlt nicht zurück
Aus Espresso vom 10.09.2020.
abspielen. Laufzeit 06:34 Minuten.
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Erboste Kunden Riesen-Ärger mit Onlineshop Techniworld

Der Onlineshop Techniworld liefert nicht und zahlt nicht zurück. Es kommt zum Gerichtsverfahren mit Betrugs-Verdacht.

Der Onlineshop Techniworld lockt Kunden mit kurzen Lieferfristen für Elektronik- und Elektrogeräte. Doch dann warten die Kunden, die per Vorkasse bezahlt haben, wochen- oder sogar monatelang vergeblich auf die Lieferung. Der Kundendienst ist nicht erreichbar. Und wer das Geld zurückverlangt, wartet ebenfalls ewig.

Dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» liegen mehrere entsprechende Fälle vor. Die betroffenen Kunden reden von «Beschiss» und «Betrug». Das Ganze sei nicht ein einmaliger Fehler, sondern habe System.

Besitzer argumentiert mit IT-Problemen

Techniworld gehört der BHS Binkert Schweiz GmbH von Michael Binkert. Er schreibt «Espresso» zu den Beschwerden seiner Kunden: «Viele unserer angebotenen Produkte sind nicht ab unserem eigenen Lager, sondern werden von Lieferantenlagern abgerufen. Hier kann es zu Verzögerungen und Überverkäufen kommen. Auch kommen einige Produkte aus der EU, weshalb auch die Zollformalitäten teilweise länger dauern.»

Der Onlineshop - Screenshot
Legende: Zahlreiche Konsumenten beschweren sich über Techniworld.ch. techniworld.ch

Die Firma habe seit Herbst 2018 erhebliche IT-Probleme, schreibt Michael Binkert weiter, doch «diese sind jetzt auf einem guten Weg.» Durch die Coronakrise hätten sich weitere organisatorische Probleme ergeben. Man entschuldige sich dafür. In vier Fällen, welche «Espresso» konkret erwähnt hat, hat Techniworld das Geld inzwischen erstattet. In weiteren Fällen weiterhin nicht.

Seit Anfang 2019 haben auch die Konsumentenzeitschriften «K-Tipp» und «Beobachter» mehrmals über Techniworld berichtet. Ihnen präsentierte Michael Binkert ähnlich lautende Erklärungen. Dahinter muss man jedoch ein grosses Fragezeichen setzen.

19-seitiger Betreibungsregister-Auszug

Der Betreibungsregisterauszug der BHS Binkert Schweiz GmbH beim Betreibungsamt Frick (BL) umfasst ganze 19 Seiten. Und das sind nur Betreibungen seit Februar 2019. Vorher war die Firma in Liestal zu Hause.

Der Onlineshop Techniworld ist auch in den Fokus der Justiz geraten: «Die Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft führte seit Dezember 2018 eine Strafuntersuchung wegen des Verdachts auf mehrfachen Betrug», heisst es auf Anfrage von «Espresso».

Verdacht auf mehrfachen Betrug

Da Firmeninhaber Michael Binkert in Deutschland wohnt, ging das Verfahren an die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen über. Diese hat im Februar beim dortigen Amtsgericht Antrag auf einen Strafbefehl wegen Verdachts auf Betrug in mehreren Fällen gestellt.

Das Gericht ist dem Antrag gefolgt. Michael Binkert hat gegen den Strafbefehl jedoch Einspruch erhoben, weshalb es zu einem Gerichtsverfahren kommt. Dessen Termin ist noch offen. Für den Inhaber der BHS Binkert Schweiz GmbH und des Onlineshops Techniworld gilt die Unschuldsvermutung.

Espresso, 10.09.2020, 8.13 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Gustav Gugger  (Gustav Gugger)
    Schliesslich suchte ich die Firma an ihrem Firmensitz in der Schweiz gemäss Impressum auf. Dort war sie aber nicht, und war nie dort gewesen. Ich rief Herrn Binkert an und fragte, wo er sei. Er war freundlich und sagte es mir. Ich sagte, ich komme jetzt zu ihm und wolle entweder die Ware oder das Geld zurück. Das wollte er aber nicht, er zahle mir das Geld auf mein Konto. Das klappte schliesslich noch am gleichen Tag. Ich rate allen, wirklich nur bei bekannten Onlineshops zu bestellen!
  • Kommentar von Gustav Gugger  (Gustav Gugger)
    Ich bestelle vor ca. 2 Jahren bei Techniworld ein Ultrabook für 2'500 CHF, das sonst nirgends zu haben war und zahlte online. Das Gerät kam nicht. Ich schrieb und telefonierte. Das Gerät sei unterwegs es gebe aber Lieferengpässe, es käme Ende nächster Woche - aber es geschah nichts. Nach ca. 6 Wochen setzte ich eine Frist, ansonsten ich vom Kaufvertrag zurückträte. Nichts geschah. Fortsetzung folgt.
  • Kommentar von Fabian Gut  (MonsieurBon)
    Ich hab da im März 19 auch was bestellt. Das Produkt gab's halt eben nur (noch?) dort. Nach einigem Nachfragen bezüglich verspätetem Liefertermin wurde die Ware schliesslich einwandfrei zugestellt. Manchmal lohnt sich eine frühe und häufige Nachfrage.